Titel: Ueber das Steinschleiferrad in Ostindien, mit welchem daselbst die Edelsteine geschnitten werden. Von Hrn. L. de la Tour.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1825, Band 16, Nr. CXII./Miszelle 15 (S. 528–529)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj016/mi016112_15

Ueber das Steinschleiferrad in Ostindien, mit welchem daselbst die Edelsteine geschnitten werden. Von Hrn. L. de la Tour.

Hr. de la Tour hat in den Mém. du Musseum, Bb. II. S. 320, einen Aufsaz über das Corundum-Sane. das Steinschleifer-Rad der Tamulen, mitgetheilt, welcher auch im Quarterly Journal of Science, Litterature and the Arts übersezt ist, woraus Hr. Gill denselben entlehnte, und bemerkte, daß es ihm scheint, diese Räder könnten auf ähnliche Weise in vielen Fällen eben so gut aus echtem griechischen Schmergel-Pulver, als aus Smaragd- und Demant-Pulver verfertigt werden.

Das Steinschleifer-Rad (Corundum-Sane) der Tamulen besteht aus mehr oder minder fein gepülverten Corundum, welches mit Lak-Harz zusammengekittet wird, so zwar, daß, dem Umfange nach, 2/3 gepülvertes Corundum auf 1/3 Lak-Harz genommen wird. Das Corundum-Pulver kommt in einen irdenen Topf, wird über Flammen-Feuer gehizt, und; nachdem es heiß genug geworden ist (was man daran erkennt, daß ein Stük Lak-Harz alsogleich in demselben schmilzt) |529| wird das Harz theilweise eingetragen, und zugleich sorgfältig umgerührt, damit es sich so genau als möglich verbindet. Nachdem es eine gleichförmige Masse gebildet hat, wird es auf eine glätte Steinplatte gelegt, und mittelst eines Stößels geschlagen und geknötet, dann auf einem Stoke aufgerollt, mehrere Mahle wieder gehizt, und fortwährend geknötet, bis die Mischung vollkommen gleichförmig geworden ist. Hierauf wird es von dem Stoke abgenommen, wieder auf eine Stein-Platte gelegt, die vorher mit feinem Corundum-Pulver bestreut wurde, und mittelst eines eisernen Walzen-Stiftes zu einem Rade ausgewalkt. Dieses Rad wird dann mit einer eisernen Platte, mit Corundum-Pulver polirt, und endlich in der Mitte mittelst einer rothglühenden Kupfer- oder Eisen-Stange durchbohrt.

Diese Räder werden sowohl aus feinkörniger, als aus grobkörniger Masse verfertigt: leztere dient zu den roheren Vorarbeiten; erstere schneidet die Steine. Sie sind auf einer horizontalen Achse aufgezogen, und der Arbeiter, der auf der Erde sizt, dreht sie mittelst eines Feder-Bogens, den er mit seiner rechten Hand bewegt, während er mit der linken den Stein an das Rad anhält. Der Stein wird von Zeit zu Zeit sorgfältig befeuchtet, und mit Corundum-Pulver bestreut. Die Politur wird mittelst bleierner Räder und höchst feinem Corundum Pulver gegeben. (Aus Gill's techn. Repository. Februar 1825. S; 83, im Auszuge.)

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