Titel: Ueber die Anwendung der thierischen Kohle als Fluß.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1825, Band 16, Nr. CXII./Miszelle 19 (S. 530)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj016/mi016112_19

Ueber die Anwendung der thierischen Kohle als Fluß.

Ein Hr. F. bemerkt in den Annals of Philosophy, January , 1825 S. 30, daß man die thierische Kohle mit Vortheil statt der Holzkohle zur Förderung des Flusses der Metalle anwenden kann. Er bediente sich gewöhnlich der thierischen Kohle als Zahnpulver, und füllte einst einen messingenen Tiegel, der 1/14 Zoll Dike hatte, mit Elfenbein-Schwarz, um dasselbe durch wiederhohltes Ausglühen zu reinigen. Er schloß den Tiegel mit einem Dekel von Gußeisen, der oben eine kleine Oeffnung hatte, um die entwikelten Gasarten durchzulassen, und sezte denselben in einen Windofen. Das Feuer war nicht sehr stark; der Tiegel trat jedoch bald in Roth-Glühhize, in welcher er schon sehr oft gestanden ist, und das Gas, welches aus der Oeffnung des Tiegels sich entwikelte, entzündete sich. Hr. F. ward vom Feuer weggerufen, und fand, als er nach 10 Minuten zurükkehrte, keinen Tiegel mehr, wohl aber Messingklumpen unten im Aschenherde. Das Feuer war so weit von dem Grade entfernt, in welchem Messing schmilzt, das Messingdraht vor. 1/10 Zoll im Durchmesser in 3 Mahl so langer Zeit in demselben nicht in Fluß gerieth. Auf eine ähnliche Weise verschlakte sich auch ein Schmelztiegel aus Gußeisen großen Theils, den Hr. F. mit Elfenbein gefüllt hatte, bei einer nicht sehr bedeutenden Hize, obschon derselbe sehr oft in starkem Feuer stand, und so wie der vorige messingene, mit Holzkohlen gefüllt, sehr oft dieselbe Hize aushielt. Die Herausgeber (Children und Phillips) erklären dieses Phänomen durch Zersezung der Phosphorsäure, wodurch mit den obigen Metallen eine Phosphor-Verbindung entstanden ist, woher sich dann auch die größere Schmelzbarkeit derselben erklären läßt.

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