Titel: Phormium tenax in Irland cultivirt.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1825, Band 16, Nr. CXII./Miszelle 24 (S. 532)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj016/mi016112_24

Phormium tenax in Irland cultivirt.

Der berühmte Botaniker, Hr. Wilh. Salisbury zu Brompton, überreichte der Society for the Encouragement of Arts etc. einen Aufsaz über die Cultur des neuseeländischen Flachses (Phormium tenax), welcher auch im Repertory of Arts etc., März 1825 S. 233 aufgenommen wurde. Es erhellt hieraus, daß dieses höchst nüzliche Gewächs im südlichen Irland ganz vortrefflich gedeiht, und daselbst bereits naturalisirt ist; folglich daselbst eben so gut als in Neu-Süd-Wallis oder Neu-Seeland benuzt werden kann. Auch in Pembrokeshire bei Lord Cawdor, und in mehreren Pläzen in der Nähe von Exeter gedeiht diese Pflanze ganz vortrefflich, so daß auch der südwestliche Theil von England sich der Cultur derselben erfreuen mag.

Dieses Gewächs läßt sich leicht aus seinen Wurzeln vermehren Dreijährige Exemplare geben im Durchschnitte 36 Blätter, deren 6 ungefähr 2 Loth Faserstoff liefern, so daß ein Acre Land (1125 Wien.  Klafter) mit Phormium tenax bepflanzt, jede Pflanze 3 Fuß weit von der anderen gestellt, mehr als 16 Ctr. Faserstoff liefern muß; ein hoher Ertrag im Vergleiche Mit Flachs und Hanf. Die Bereitung dieses Faserstoffes ist sehr leicht und einfach. Die Blätter werden, nachdem sie vollkommen ausgewachsen sind, abgeschnitten, einige Tage über in still stehendem Wasser geröstet, und dann durch gehörig beschwerte Walzen durchgezogen. Hierdurch werden die Fasern getrennt, und, wenn sie hierauf in fließendem Wasser gewaschen werden, werden sie augenblicklich weiß. Wenn man sie hierauf gehörig schwingt, werden sie so fein, wie der feinste Flachs und Hanf, und können zu Allem verwendet werden, wozu man diesen braucht. – Die Blätter werden in Irland 5 bis 8 Fuß hoch. Die beste Zeit, die Pflanze durch ihre Wurzeln zu vermehren (man darf jedoch einem 3 bis 4jährigen Stoke nur die Hälfte derselben nehmen), ist im Mayen.

Wir werden in Baiern, selbst im Main- und Rheinkreise, wo Wein gebaut wird, schwerlich diese Pflanze mit Vortheil ziehen; unsere Winter sind nicht so gelinde, wie in England, wo es im vorigen Jahre (1824) am 25. December 54° Fahrenh. (d.i. + 9,78 R.), und sonderbar genug, um 1° Fahrenh. wärmer war, als am 24. Junius.

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