Titel: Knochensuppe für die Spitäler zu Montpellier.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1825, Band 16, Nr. CXII./Miszelle 9 (S. 525–526)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj016/mi016112_9

Knochensuppe für die Spitäler zu Montpellier.

In dem Annales de la Société d'Agriculture et Dptt. de la Charrente, Juillet, 1824, wird, (nach Gill's technical Repository, Februar 1825. S. 82) folgendes Verfahren zur Bereitung der Knochensuppe in den Spitälern von Montpellier angegeben. Die Knochen werden mit einer Axt in Stüken von 1 bis 1 1/2 Zoll Länge zerhakt, und in einen irdenen Topf bis auf 2/3 Höhe desselben gethan. Der Topf wird mit Wasser gefüllt, mit einem irdenen Dekel bedekt, und in einen Bakofen gestellt, aus welchem man so eben das Brot herausgenommen hat. In diesem bleibt er 4 Stunden lang, wird sodann herausgenommen, und die Suppe wild sehr gelatinös, und sehr reich an Fett seyn207). Diese erste Suppe wird abgegossen und bei Seite gestellt. Die Knochen kommen dann wieder in den Topf, der neuerdings mit Wasser gefüllt, und, wie vorher, 6 Stunden lang der Wärme |526| des Bakofens ausgesezt wird. Wenn man denselben sodann herausnimmt, wird man die zweite Suppe so gut, wie die erste, ja selbst noch stärker finden: beide Suppen werden gemengt. Die Knochen werden endlich zum dritten Mahle in den Topf gethan, der wieder mit Wasser gefüllt, und, wie vorher, 7 bis 8 Stunden lang in dem Ofen gehizt wird. Die dadurch erhaltene dritte Brühe ist weniger stark, als die beiden ersteren. Nach drei mit 6 Kilogrammen rohen Knochen angestellten Versuchen erhielt man aus denselben 22 Kilogramm Suppe, welche, mit dem gewöhnlichen Grünzeuge zubereitet, für 440 Arme in dem Spitale Suppe gaben. Dieses Verfahren ist wohlfeiler (man erspart daran das ganze Brenn-Material), und fordert weniger Mühe. Die Knochen von gekochtem Fleische gewähren denselben Vortheil208).

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Bleibt aber immer eine schlechte Suppe, die allein nur das Fleisch (Kreatin) gut geben kann. A. d. Ueb.

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Aber auch häufig den Nachtheil einer stinkenden Suppe, wenn die Knochen nicht vorher in einem Korbe 6 bis 8 Stunden in fließendes Wasser gehängt werden. A. d. Ueb.

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