Titel: Copland's, Verbindung von Apparaten, um Kraft zu gewinnen.
Autor: Copland, Robert
Fundstelle: 1825, Band 17, Nr. VIII. (S. 56–58)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj017/ar017008

VIII. Verbindung von Apparaten, um Kraft zu gewinnen, wovon ein Theil Verbesserungen zu einem Patente enthält, welches Rob. Copland, Gentleman in Wilmington Square, Parish Clerkenwell etc. früher zu eben diesem Zweke genommen hat, und worauf er sich den 16. Jänner 1823 ein neues Patent ertheilen ließ.

Aus dem London Journal of Arts etc. Februar 1825.

Mit Abbildungen auf Tab. II.

Der Zwek dieser Erfindung scheint eine ununterbrochene Bewegung durch das abwechselnde Spiel von Stämpeln, die durch Luft und Wasser getrieben werden. Fig. 16, zeigt einen Durchschnitt der vorgeschlagenen Maschine. a und b, sind zwei offene Cylinder, in welchen die Stämpel, z und y, spielen müssen. Die Mündungen dieser Cylinder sind oben mittelst eines Troges, cc, verbunden, längs welchem abwechselnd das Wasser von einem Cylinder in den anderen fließt. d und e, sind zwei Cylinder mit Stämpeln, v und w, den so eben beschriebenen vollkommen ähnlich, und mit einem ähnlichen Troge, ff, versehen. g und h, sind zwei cylindrische Gefäße, die luft- und wasserdicht geschlossen sind, jedoch durch die Oeffnung der Schieberklappe, i, mit einander in |57| Verbindung stehen. k und l, sind zwei ähnliche cylindrische Gefäße, wie die so eben beschriebenen, mit einer ähnlichen Schieberklappe j.

Wenn der Stämpel, z, in dem Cylinder, a, in die Höhe gezogen wird, so treibt er das Wasser aus diesem Cylinder nach der Länge des Troges, c, in den Cylinder, b, und wird den Stämpel, y, dadurch hinabdrüken; die Luft, welche den Cylinder unter dem Stämpel füllte, wird durch die Röhre, m, in die Kammer, k, getrieben, während der Stämpel, z, durch sein Aufsteigen die Luft aus dem Gefäße, l, durch die Röhre in den Raum, a, den er unter sich läßt, pumpen wird. Wenn zu dieser Zeit die Schieber-Klappe j, (durch eine Vorrichtung, die nicht angegeben ist) geöffnet wird, so wird das Wasser aus, k, nach, I, fließen. Eben dasselbe geschieht an den correspondirenden Theilen der Maschine; wenn der Stämpel, x, sich hebt, so steigt der Stämpel, w, nieder, und das Wasser, das aus dem Cylinder, d, längs dem Troge, f, fließt, wird den Cylinder, e, füllen, während die aus diesem Cyilinder, e, entweichende Luft durch die Röhre, o, in das Gefäß, h, aufgetrieben wird und der Stämpel, x, wird durch sein Aufsteigen die Luft ans dem Gefäße, g, durch die Röhre, p, pumpen, zu welcher Zeit die Schieberklappe, i, geöffnet wird, und das Wasser aus dem Gefäße, h, nach, g, fließt. Die Enden der Stangen der Stämpel, z und y, sind durch Gewinde mit dem Balken, q, und die der Stämpel, x und w, mit dem Balken, r, verbunden, und werden daher diesen Balken eine Schaukel-Bewegung mittheilen. Da aber Wirkung und Gegenwirkung der Luft und des Wassers in diesen verschiedenen Cylindern im Gleichgewichte ist, so haben diese Balken keine mechanische Kraft, und die Maschine befindet sich bloß in einer angenommenen Bewegung.

Um nun diese Kraft zu erhalten, welche die Stämpel treiben und die schaukelnden Balken erhalten soll, sind hohle Tauchbüchsen, s t u v, angebracht. Man sezt, daß die Tauchbüchse, s, vorläufig mit Wasser gefüllt wurde, da sie in das Gefäß, g eintauchte, und durch ihre eigene Schwere in demselbenn hinabstieg. |58| Während dieses Hinabsteigens wird sie, da sie mit dem Balken, q, durch eine Stange verbunden ist, die durch die Wechselbüchsen läuft, diesen Balken an seinem Ende mit einer Kraft niederziehen, die dem Gewichte des in ihr enthaltenen Wassers gleich ist, und zugleich wird die Büchse, t, aus welcher das Wasser vorläufig ausgeflossen ist, durch die Leichtigkeit der darin enthaltenen Luft in dem Cylinder, h, aufsteigen und schwimmen, und mittelst seiner Stange dem Balken, q, eine Nachhülfe bei seinem Aufsteigen gewahren. Ebendasselbe geschieht auch bei den Gefäßen, k und l, und den Tauchbüchsen, u und v, die abwechselnd die Enden des Balkens, rr, heben und senken: der Uebergang der Luft aus den Büchsen, s in t, und u in v, geschieht durch gelegentliches Oeffnen und Schließen eines Sperrhahnes an einer kleinen Röhre, die von einer dieser Büchsen zu den anderen leitet, und dieses Oeffnen oder Schließen geschieht mittelst Stangen, die mit den Balken verbunden sind, oder auf eine andere beliebige Weise.

Der Patent-Träger glaubt nun, daß diese Maschine (deren Theile übrigens beliebige Veränderungen erleiden können) wenn sie einmal in Gang gebracht ist, ohne weiters für sich selbst fortgehen wird. Allein, die Täuschung, die bei dieser Voraussezung Statt hat, ist so offenbar, daß sie keiner Beleuchtung bedarf.20)

|58|

Wahrscheinlich brachte die bekannte französische Wasserschaukel Hrn. Copland auf dieses Perpetuum Mobile, welches indessen, von einer wirklichen Kraft getrieben, derselben ihr Spiel erleichtern kann. A. d. Ueb.

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