Titel: Cook's, Verbesserung an Gewehr-, Pistolen- und andern Schießgewehr-Schlössern.
Autor: Cook, James
Fundstelle: 1825, Band 17, Nr. LXII. (S. 294–296)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj017/ar017062

LXII. Verbesserung an Gewehr-, Pistolen- und andern Schieß-Gewehr-Schlössern, worauf Jak. Cook, Gewehr-Fabrikant zu Birmingham, Warwickshire, am 20. Mai 1824. sich ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem London Journal of Arts Mai. 1825. S. 297.

Mit Abbildungen auf Tab. VII.

Der Patent-Träger will die Gewehr-Schlösser überhaupt einfacher, als die bisherigen, machen. Statt der gewöhnlichen Hauptfeder in Gestalt eines Hebels schlägt der Patent-Träger vor, mittelst einer Spiral-Feder den Hammer in gerader Linie vorwärts treiben zu lassen, so daß alle Theile eines Gewehr-Schloßes in einem Cylinder innerhalb des Knopfes eines Spazierstokes enthalten seyn können. Diese Verbesserung ist vorzüglich für Schlag-Flinten geeignet, indessen kann sie auch an den gewöhnlichen Feuerstein-Schlössern angebracht werden.

Fig. 22. ist ein Durchschnitt des verbesserten Schlosses an einem Spazier-Stoke angebracht. a, ist der Lauf, an dessen Ende der Zündgang, b, nach dem Grundsaze des Patent-Zündganges (patent-breach) angebracht ist. c, ist das Zündloch zur Aufnahme der kupfernen Kappe oder irgend einer Detonations-Vorrichtung. d, ist das Ende des Hammers, welcher, durch das Ablassen der Spiral-Feder, e, die um die Hammerstange gewunden ist, vorwärts getrieben wird. Diese Stange schiebt sich in einer vierekigen Oeffnung in dem walzenförmigen |295| Stüke, f, und an dem Ende derselben ist der Zaum, g, an dessen Ende ein Knopf oder ein Kreuz angebracht ist. Dieser Knopf läuft in eine Höhlung in dem Griffe aus Horn, h, welcher mittelst des Angels, i, damit verbunden ist.

Das Gewehr wird auf die gewöhnliche Weise geladen, nur daß statt des Ladstokes ein messingener Propf, den der Jäger im Sake trägt, zum Niederdrüken des Papieres auf die Ladung gebraucht wird. Um aufzuschütten, schraubt man den Stok bei dem Gelenke, b, ab, bringt die kupferne Kappe oder irgend eine andere Detonations-Vorrichtung auf das Zündloch, und schraubt den Lauf wieder an. Wenn man spannen will, hebt man den hakenförmig gekrümmten Griff auf seinen Angel, wodurch mittelst des Knopfes, der in die Höhlung tritt, der sich schiebende Hammer und die Feder zurükgezogen, und mittelst der Sperre (des Brenners, sear) k, die in den Ausschnitt der Hammer-Stange einfällt, in dieser Lage erhalten wird. Nachdem das Gewehr auf diese Weise gespannt wurde, wird der Griff wieder in seine vorige Lage herabgedrükt, und kann wie ein gewöhnlicher Spazier-Stok gebraucht werden. Wenn man das Gewehr abfeuern will, bringt man dasselbe auf die gewöhnliche Weise an die Schulter, zielt nach der Seite des Laufes hin, und wie man den Drüker mit dem Finger drükt, läßt die Sperre die Hammer-Stange aus, die Spiralfeder treibt dieselbe mit großer Gewalt vorwärts, und läßt den Hammer auf das Zündloch schlagen, wodurch die Detonations-Mischung in Explosion geräth, und das Pulver in dem Zündgange entzündet.

Da das Schloß und der ganze zum Abfenern nöthige Mechanismus innerhalb des Durchmessers des Laufes sich befindet, so sieht das ganze Gewehr einem Spazier-Stoke mit einem hakenförmigen Knopfe gleich. Bei dem größten Regen kann kein Wasser zu dem Zünd-Apparate gelangen, und wenn die kupferne Kappe oder irgend eine andere Detonations-Vorrichtung geöffnet wird, so kann nichts von der Knall-Composition wegfliegen. Da die ganze Einrichtung höchst einfach |296| ist, so läßt sich nicht erwarten, daß das Schloß jemahls während des Gebrauches in Unordnung gerathen kann.

Um auch denjenigen, welche gewohnt sind, den Kolben nach der alten Methode an die Schulter anzulegen, Genüge zu leisten, hat der Patent-Träger den Kolben so eingerichtet, daß man denselben von dem Gewehre abschrauben, und bei sich in der Tasche tragen, dann nöthigen Falles nach Belieben wieder aufschrauben kann. Er versichert, daß die Läufe aus dem besten gewundenen Zain-Eisen (twisted stub iron) verfertigt, und so gut sind, wie jene, für welche man gewöhnlich 20 Guineen bezahlt; daß sie so weit, wie irgend eine andere Flinte tragen; daß sie sicherer sind, als irgend eine andere Art von Flinten, indem sie nur die Hälfte Pulver zur Ladung fordern, da die Entzündung desselben in der Mitte des Zündganges geschieht, und alles Pulver auf ein Mahl abgefeuert wird. Und dann hat hier noch der wichtige Vortheil Statt, daß man schießen kann, während man nur einen Stok in der Hand zu haben scheint!

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