Titel: Tredgold, über Theorie und Praxis beim Heizen und Lüften der Gebäude.
Autor: Tredgold, Thomas
Fundstelle: 1825, Band 17, Nr. LXXXIII. (S. 389–415)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj017/ar017083

LXXXIII. Ueber Theorie und Praxis beim Heizen und Lüften der Gebäude. Von Thom. Tredgold, Baumeister etc.

Aus dem Edinburgh Philosophical Journal. Januar. 1825. S. 38. April. 1825. S. 260.

Mit Abbildungen auf Tab. IX.

Am Winter wollen wir künstliche Wärme; im Sommer suchen wir, für eine kurze Zeit über, Kühlung; zu jeder Jahreszeit aber brauchen wir reine und gesunde Luft. Wo man sparen, und zugleich gesund und bequem seyn will, lassen sich diese Bedingungen nicht immer vereinigen. Die Grundsäze, auf welchen die Bewegung unsichtbarer elastischer Flüßigkeiten beruht, sind selten von denjenigen gehörig verstanden, die sich mit Ventilations-Einrichtungen befassen, und über die noch weit dunklere Theorie der Wärmeleitung hat man die absurdesten Meinungen verbreitet. Es gibt wenig Leute, die sich die Mühe geben, selbst zu denken; wahrscheinlich, weil man sich auch nur selten die Mühe genommen hat, diesen Gegenstand auf Grundsäze zurükzuführen, oder denselben für diejenigen zugängig zu machen, die damit bekannt werden wollen, und vorzüglich für die, welche Charlatanerie von Wissenschaft unterscheiden lernen wollen.

Ich will hier eine gedrängte Uebersicht der Grundsäze der Heizkunst, insofern sich dieselbe mit dem Heizen der Wohnungen beschäftigt, aufstellen, und die verschiedenen Methoden desselben angeben, vorher aber den noch weit wichtigeren Gegenstand, die Lüftung oder Ventilation, entwikeln.

Ueber die Lüftung der Gebäude.

Ich kenne nichts Angenehmeres für die Sinne und nichts Wesentlicheres für die Gesundheit, als reine und gesunde |390| Luft;115) aber auch nichts, was weniger sorgfältig und weniger wissenschaftlich behandelt worden wäre, als die Kunst, zu derselben zu gelangen. Nur der allmächtige Einfluß der Gewohnheit, der uns immer in den Fußstapfen unserer Vorältern fortgängelt, während in anderen Künsten Fortschritte gethan wurden, die eine Verbesserung in der Lüftung unserer Wohnungen nothwendig machen, scheint diesen Widerspruch erklären zu helfen.

„In den geräumigen Wohnungen »der Alten« konnte der Wind frei durchblasen, und zwischen der Austäfelung und der Mauer hatte die Luft auch noch einen weiten Spielraum zu ihrem Durchzuge.“

Es kann auch nur Gewohnheit seyn, welche das ununterbrochene Sizen auf der Bank und vor dem Schranken in der verdorbenen Luft und bei der erhizten Temperatur eines Gerichts-Hofes möglich macht. Es muß Gewohnheit seyn, die die widrigen Ausflüße eines Krankenhauses die Aerzte verachten macht;116) denn es ist gewiß, daß diese nicht unter die nothwendigen Uebel gehören: ehe ich aber Hospitäler, Gerichtshöfe, Fabriken und Armenhäuser, besuchte, bloß um zu sehen, wie sie gelüftet werden, hatte ich keine Idee von der Größe dieser Uebel. Ich fand zwar nicht alle diese Anstalten gleich schlecht gelüftet; einige derselben konnten auch wirklich |391| leicht besser gelüftet werden; und in einigen Fällen bemerkte ich, daß Reinlichkeit in einem gewissen Grade den Mangel an frischer Luft ersezt.

Wir sind den Arbeiten des, Dr. Hales über diesen Gegenstand vielen Dank schuldig; die meisten Schriftsteller aber, wenn nicht alle, die seit Dr. Hales mit diesem Gegenstande sich beschäftigen, beschränkten ihre Aufmerksamkeit bloß darauf, jene Menge von Luft herbeizuschaffen, welche, nach Dr. Hales Beobachtungen, durch das Athemholen verdorben wird. Wenn ein solcher Wechsel die Luft-Masse in einem Zimmer in einem Zustande von Reinheit erhielte, so wäre der erste Zwek der Ventilation erreicht; allein, es ist einleuchtend, daß, wenn man nicht alle verdorbene Luft aus demselben wegschafft, dieselbe sich immer mehr anhäufen muß; denn, da alle gasförmigen Körper eine Neigung besizen sich zu vermischen, wenn sie lange unter sich in Berührung bleiben; so muß die aus den Lungen ausgeathmete Luft sich damit verbinden, und, insofern, alle Luft in dem Zimmer verderben. Der bloße Austausch eines Theiles dieser Luftmischung gegen einen gleichen Theil frischer Luft wird die Luft in dem Zimmer nur durch Entfernung desjenigen Theiles der ganzen Menge verdorbener Luft reinigen, welcher durch einen Bruch ausgedrükt wird, dessen Zähler die entfernte Luft, und dessen Nenner das ganze Volumen der Luft in dem Zimmer ausdrükt. Es muß also entweder sehr viel Luft durch die Ventilation entfernt werden, oder man muß suchen, Mittel zu finden, jene Luft zu entfernen, die zum Athemholen untauglich ist, so bald dieselbe erzeugt wird?

In der Praxis ist es immer unbequem, große Mengen frischer Luft einzulassen; im Winter kommt es zu theuer, im Sommer wird alles dadurch voll Stand, und im Frühjahre und Herbste ist dieß bei unserem wandelbaren Klima beinahe durchaus unmöglich. Wir sind daher gezwungen für Mittel zu sorgen, durch welche die schädliche Luft entfernt wird, ehe dieselbe Zeit hatte, sich mit der in dem Zimmer vorhandenen Luft zu verbinden: wir werden zu dieser Sorgfalt nicht wenig durch |392| die Bemerkung ermuntert, daß die Natur auf eine solche Weise für die Entfernung der aus den Lungen ausgestoßenen Luft sorgte, daß wir dieselben in der freien Luft nie wieder athmen können. Die Luft verliert bei dem Athmen ihren Sauerstoff, und dieser Verlust wird durch ein beinahe gleiches Volumen kohlensauren Gases ersezt, welches in dem Verhältnisse von 1: 0,725 schwerer ist. Die aus den Lungen ausgestoßene Luft hat eine Temperatur von beinahe 90° F. (+ 25,78 R.) und ist beinahe, wenn nicht vollkommen, mit der unter dieser Temperatur möglichen Dunstes gesättigt, welcher Dunst, so wie der Stikstoff, leichter als die atmosphärische Luft ist. Die Mischung aus Stikstoff, kohlensaurem Gase, und Dunst, welche aus den Lungen kommt, ist folglich specifisch leichter, als die atmosphärische Luft, und steigt mit bedeutender Schnelligkeit in die Luft empor; die bedeutende Pause, die zwischen jedem Ausathmen Statt hat, läßt dieser Mischung Zeit in die Höhe empor zu steigen, und während dieser Zeit kann eine neue Masse frischer Luft zum Athemholen wieder herbeiströmen.

Die aus den Lungen ausgeathmete Luft verbreitet sich allmählich in jenen Luftschichten, durch welche sie aufsteigt; es muß also dafür gesorgt werden, daß eine weit größere Menge Luft entfernt wird, als diejenige ist, welche aus den Lungen ausgeathmet wird; es ist aber zugleich auch offenbar, daß, wenn die ganze Luftmasse in einem langsamen Zuge in die Höhe steigt, und oben im Zimmer Löcher angebracht sind, durch welche sie entweichen kann, die Vertheilung derselben weit geringer seyn wird, als in stiller Luft, und um vieles geringer, als wenn sie in ihrem Aussteigen durch niedersteigende Ströme kalter Luft gehindert wild. So lange die verdorbene Luft ihre Hize behält, wird sie leichter seyn, als die gemeine atmosphärische Luft, und folglich mit größerer Schnelligkeit hinaufsteigen, und bei den Oeffnungen hinaustreten; wenn sie aber so lange zurükgehalten wird, daß sie dieselbe Temperatur bekommt, wie die atmosphärische Luft, wird sie niedersinken, sich verbreiten, und die übrige Luft in dem Zimmer verderben.

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Es ist demnach offenbar, daß die Ventilation ununterbrochen fort Statt haben muß, so lange ein Zimmer bewohnt ist; daß die erhizte Luft bei dem obersten Theile des Zimmers hinausgelassen, und die kalte frische Luft bei dem untersten Theile hereingelassen werden muß; daß, ehe man in einem Zimmer sich aufhält, es tüchtig gelüftet werden muß, so wie, wenn man dasselbe verläßt, damit alle schädlichen Ausflüße, welche sich allenfalls während der unvollkommenen Ventilation anhäufen konnten, vollkommen entfernt werden. Bei warmer Witterung kann für den lezten Fall noch dadurch nachgeholfen werden, daß man Wasser im Zimmer aufsprizt, oder damit wäscht.

Es ist aber nur zu gewöhnlich, daß man ein Zimmer eine erstikende Temperatur annehmen läßt, ehe man dasselbe ventilirt; daß man für keinen Ort sorgt, durch welchen kalte Luft anders, als bloß zufällig, herbeigeführt werden kann, und daß endlich, wenn man ja für Herbeiführung kalter Luft sorgt, dieselbe an dem oberen Theile des Zimmers herbeigeführt wird, wo sie ehe die Ventilation unterbricht, als daß sie dieselbe förderte.

Zuweilen geschieht es durch Mangel an Aufmerksamkeit für Ventilation, daß die Luft einen solchen Grad von Dichtigkeit erreicht, daß sie, obgleich wärmer, doch mit der äußeren Luft in Gleichgewichte steht. In diesem Falle nüzt es, bei vollkommen stillem Wetter, nichts, wenn man Fenster und Ventilatoren öffnet; es wird nothwendig, entweder durch mechanische Kräfte, oder durch Hize, die Luft zu erneuern. In Spitälern und größeren Gebäuden ähnlicher Art wird es nothwendig für solche Mittel zu sorgen, um einen regelmäßigen Luftwechsel zu erzeugen.

Alles, was das kohlensaure Gas, welches sich durch das Athemholen, oder auf irgend eine andere Weise, in der Luft angehäuft hat, derselben zu entziehen vermag, macht die leztere zur Unterhaltung des Lebens brauchbarer; indessen glaube ich nicht, daß die bloße Vermehrung des kohlensauren Gases die Ursache ist, warum die Luft ungesund wird; es ist wahrscheinlicher, daß dieß vielmehr von der Raschheit abhängt, mit |394| welcher der Kohlenstoff sich beinahe mit allen Ausflüssen verbindet, und denselben an jenen Theil des Körpers überträgt, für welchen er am nachtheiligsten ist. Nicht bloß das aus den Lungen ausgeathmete Gas, sondern auch der ganze Theil der Kohlensäure, welchen die Luft enthält, wird bald mit verderblichen Stoffen überladen, wo man auf Lüftung nicht gehörig Rüksicht nimmt, und diese Ausflüße müssen entweder durch die Kraft einer flüchtigen Säure neutralisirt werden, welche eine größere Verwandschaft zu denselben besizt, oder die Kohlensäure muß beseitigt werden.

Wenn man die Grundsäze erwägt, auf welchen die Ventilation beruht, so wird es einleuchtend, daß dieselbe an einigen Orten nothwendiger ist, als an anderen. Wo Häuser allein da stehen, kann sie ohne allen Nachtheil vernachläßigt werden; allein in engen Straßen großer Städte darf man sie nicht dem Zufalle überlassen. Selbst bei Anlage von Städten sollte die Wichtigkeit solcher Durchschnitte, durch welche die Winde nach dem Thalwege ziehen, und die schwere unreine Luft fortjagen können, gehörig berüksichtigt werden. Wenn eine enge Straße ein Thal durchkreuzt, ohne an ihrem untersten Theile von einer anderen Straße durchschnitten zu werden, so wird es äußerst schwer, dieselbe in gehörigem Stande zu erhalten. Allein in vielen Stellen treffen wir selbst auf ebenem Grunde, Straßen, welche so angelegt sind, als ob sie berechnet wären, es unmöglich zu machen, daß ein Lüftchen sie durchwehen soll; und dadurch allein, daß sie keiner frischen Luft zugängig sind, werden sie der Zufluchtsort der untersten Classe, damit Elend und Schmuz um das Zehnfältige in denselben vermehrt wird. Durch Anlegung der neuen Straße (New-Street) in London wurde sehr viel gethan, und man kann diese Gelegenheit nicht vorüber gehen lassen, ohne den Wunsch auszudrüken, daß noch andere Oeffnungen angebracht werden möchten, welche nach einem mehr durchgreifenden Plane für die Gesundheit und Bequemlichkeit der Hauptstadt angelegt würden, ohne mit massiven Colonaden überladen zu werden. Die Riesenmassen der Dorischen Säulenordnung |395| waren nie bestimmt, Kramläden von Kinder-Spielzeug gegen Wind und Sonne zu schüzen.

Der gewöhnliche Bau der Gefängnisse macht dieselben den durchbrochenen engen Straßen einer Stadt ähnlich; indessen muß die Verbesserung derselben, nach welcher man endlich die Wohn-Stuben über die ebene Erde brachte, höchst wohlthätig werden. Der weite, von Mauern umgebene Hofraum, und die einzeln dastehenden Gebäude, so wie man sie jezt in den besten Gefängnissen findet, muß, wo man anders auf Reinlichkeit gehörig achtet, sie sehr gesund machen. Eine hohe Lage ist für jedes Gebäude, welches von hohen Mauern umschlossen werden muß, offenbar die beste; der Hofraum sollte, so wenig als möglich, durch innere Scheidewände getrennt seyn, und lange rechtwinkelige Gänge mit offenem Gitterwerke am Ende scheinen besser zur Lüftung geeignet, als die Polygone vieler unserer neuen Gefängnisse, und scheinen zu anderen Zweken eben so gut zu taugen. Wo ein Gefängniß sich in einer tiefen und ungesunden Lage befindet, wäre es sehr zu wünschen, daß eine Maschine zum Luftwechsel in dem Gefängnisse an dem daselbst gebräuchlichen Tretrade angebracht würde, wenn man keine vortheilhaftere Triebkraft für dieselbe finden könnte. Dieß würde gewiß weit besser seyn, als wenn man Windmühlen-Flügel ohne allen Zwek gegen den Wind spielen läßt, oder mit der Reibung eines Brech-Rades kämpft.

Die Atmosphäre London's ist allerdings ein räthselhaftes Wesen; sie verdient jedoch studiert zu werden. Sie umgibt eine Million Menschen, deren jeder in Einer Minute 32 Kubik-Zoll Sauerstoff verzehrt, und eben soviel kohlensaures Gas in derselben Zeit ausstößt: zugleich befindet sich auch eine ungeheuere Anzahl Thiere in dieser Luftmasse, welche alle dieselbe zu verderben streben. Mit dem Aufwande von eben so viel Sauerstoff wird der größte Theil des Kohlenstoffes von beinahe 2 Millionen Chaldrons117) Steinkohlen jährlich in derselben |396| in Kohlensäure verwandelt. Die Entwikelung dieser ungeheueren Menge kohlensauren Gases geschieht aber beinahe immer unter einer Temperatur und unter Umständen, welche die Verbreitung desselben in der atmosphärischen Luft sehr begünstigen, so daß die Kraft des Kohlenstoffes, thierische Ausflüsse aufzunehmen, wahrscheinlich denselben in ein kräftiges Mittel umwandelt, die Eigenschaft der Luft der Hauptstadt zu verbessern. Wir müssen jedoch bedauern, daß die aufsteigenden Rauchströme beinahe immer mit bedeutenden Mengen Rußes überladen sind, und daß nur wenige von den vorgeschlagenen sinnreichen Mitteln zur Beseitigung dieses Nachtheiles mit wirklichem Vortheile angewendet wurden. Es gibt zwei Wege, auf welchen man diesen lezteren Zwek erreichen kann: auf den einen läßt man den Ruß aus dem Rauche niederfallen, ehe er aufsteigt, oder während er im Schornsteine aufsteigt; auf dem anderen versucht man den Ruß zu verzehren: in jedem Falle wird der Zug des Schornsteines dadurch geschwächt. Daher muß überall, wo ein starkes Feuer nöthig ist, entweder ein sehr hoher Schornstein angewendet werden, oder die Nachbarschaft wird vom Rauche belästigt. Ein gut geleiteter Feuerherd wird, wenn er gehörig gebaut ist, nur wenig rußigen Rauch geben; allein, wie schwer ist so etwas zu erhalten! Wir können kaum mehr als eine kleine Verminderung dieses Uebels erwarten, obschon wir jeden Versuch die Menge Rußes in dem Rauche zu vermindern, auf alle Weise begünstigen müssen. Während der weit ausgebreitetere Vortheil offener Straßen und freien Durchzuges ganzer Ströme frischer Luft der Sorgfalt der Magistrate überlassen bleiben muß, hat doch jedes Individuum es in seiner Gewalt, in seiner eigenen Wohnung die Lüftung zu vermehren und zu vergrößern.

Ich habe bereits bemerkt, daß die bei dem Athemholen ausgestoßene Luft, bei gleicher Temperatur, leichter ist, als die atmosphärische Luft, und daß sie, bei ihrer höheren Temperatur, alsogleich in die Höhe steigt, sobald sie aus den Lungen kommt. Sie kann also nur oben in dem Zimmer auf eine |397| geeignete Weise ausgelassen werden. Allein, es wird in einigen Fällen durch eben diese Oeffnung ein Strom kalter Luft hereintreten, wenn diesem Nachtheile nicht durch eine besondere Vorrichtung an derselben vorgebeugt wird. Um diesem Nachtheile zu entgehen, muß an dem unteren Theile des Zimmers frische Luft reichlich eintreten können, und die Oeffnungen, durch welche dieses geschieht, müssen so eingerichtet seyn, daß ihre Wirkung durch keinen Wind unterbrochen werden kann. Man wird es vortheilhaft finden, wenn die aufsteigende Luft in den Hohlraum zwischen der Deke und dem Dachstuhle sich ergießen kann. Wir wollen ein Gehäuse annehmen, durch welches die verdorbene Luft unmittelbar durch die Deke in den Raum unter dem Dache treten kann, wo in Fig. 3. Tab. IX. die punctirten Linien den Weg andeuten, welchen die verdorbene Luft unter dem Dache nimmt: die Oeffnungen, durch welche die Luft aufsteigt, sind unter zierlichen Platten, AA, verstekt, welche etwas unter denselben zu sieben kommen. Wenn kalte Luft von oben oder anderswo her Hereingetrieben wird, so nimmt sie den unteren Theil des Raumes, wie bei BBB, ein, und kann nicht eher in die Röhren, DD, gelangen, bis sie nicht in größerer Menge vorhanden ist, als der Raum unter dem Niveau dieser Röhren nicht mehr zu fassen vermag. Der oberste Ausgang, C, sollte nicht langer seyn, als zu dem verlangten Zweke nothwendig ist; je höher er ist, desto besser; in keinem Falle darf er aber höher als die benachbarten Schornsteine seyn, welche er sonst rauchen machen könnte. Wo ein Zimmer, das nicht unmittelbar unter dem Dache liegt, ventilirt werden sollte, muß die Luftröhre in der zwekmäßigsten Richtung in den Raum unter dem Dache geführt werden. In jedem Falle müssen die Oeffnungen mit Schiebern (Registern) versehen seyn, damit man sie nach Belieben öffnen oder schliessen kann. Die einfachste Vorrichtung hierbei ist jene, die man an den Drossel-Klappen der Dampfmaschinen hat: eine Platte, A, (Fig. 1.) irgendwo in der Lüftungs-Röhre auf einer Achse befestigt. Sie darf sich nicht zu leicht bewegen, damit sie unter jeder Oeffnung stehen bleibt, die man ihr gibt.

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Die Oeffnungen, durch welche die frische Luft hereingelassen wird, müssen sehr weit und mit Draht-Geweben versehen seyn, damit jede zu rasche Strömung vermieden wird. Die neueste Methode, Zimmer zu bauen, ist nicht geeignet, frische Luft in dieselben gelangen zu lassen; man scheint vielmehr sich's zur Aufgabe gemacht zu haben, frische Luft aus denselben auszuschließen. Man darf aber nur dafür sorgen, die frische Luft im Winter zu wärmen, ehe man sie in das Zimmer läßt; dann bleibt jede Ursache der Luft-Ausschließung weg, und derselbe Canal, welcher im Winter warme Luft zuführt, wird im Sommer kühle Luft herbeiführen, wo diese eben so angenehm als nothwendig ist.

Wenn unsere Arbeiter nicht so geschikt wären, so würden unsere Zimmer eine reichliche Menge Luft immer nachgefüllt erhalten, und der Mangel an Lüftung würde nie fühlbar seyn; nun sind aber unsere Wände durch den Mörtel undurchdringbar für alle Luft geworden; die Fußboden und die Deken sind doppelt; Thüren und Fenster schließen mit der größten Genauigkeit; es kann daher keine frische Luft in die Zimmer, und deßwegen wird jezt Lüftung, derselben nöthig, für welche man ehevor wenig Ursache zu sorgen hatte. Man wird indessen gestehen, daß, bei einer Ventilation, die man nach Belieben verstärken und vermindern kann, der Aufenthalt in Zimmern weit angenehmer seyn muß, als wenn der Wind von allen Seiten hereinpfeift, und nicht abgehalten werden kann. Sobald aber einmahl eine Verbesserung angebracht ist, werden auch andere wieder höchst wünschenswerth, und dadurch machten die Künste in den lezteren Jahren so rasche Fortschritte: nur die Baukunst blieb im Vergleiche mit den übrigen Künsten zurük, und die nachtheilige Wirkung geschlossener Stuben auf die Gesundheit wurde weder so bald noch so kräftig gefühlt, als man hätte erwarten sollen. Die Annehmlichkeit einer warmen Stube wird mehr gesucht, als die Wohlthat einer reinen und gesunden Luft.

Wir haben gezeigt, daß nicht weniger als 4 Kubikfuß Luft für jedes Individuum in einem Zimmer in einer Minute durch |399| Ventilation weggeschafft werden müssen, und in demselben Werke118) ist auch folgende Regel für die Fläche der Ventilatoren, durch welche die erhizte Luft aufzusteigen hat, gegeben worden. Es sey N, die Zahl der Menschen, welche im einem Zimmer sich aufhalten sollen; h, die Höhe von dem Boden des Zimmers bis an den obersten Theil der Lüftungs-Röhre in Fuß; T, die Temperatur der inneren Luft, t, die Temperatur der äußeren; so ist

Textabbildung Bd. 17, S. 399

der Fläche des Ventilators in Fuß.

Es ist offenbar, daß die stärkste Ventilation nothwendig wird, wo der Unterschied zwischen der Temperatur der äußeren und der inneren Luft sehr gering ist. Wenn dieser Unterschied nicht 10° F.119) übersteigt, und die Temperatur der inneren Luft = 60° (+ 12°, 44 N.) ist; so ist 0,95N/√h die Fläche des Ventilators in Fuß, oder N/√h = der Fläche mit hinlänglicher Genauigkeit.

Man wird viele Vortheile gewinnen, wenn man diese Fläche so theilt, daß die Luft durch mehrere Löcher, statt durch eines, aufsteigt, und folglich das Zimmer auf eine mehr gleichförmige Weise ventilirt wird. Wenn die kalte Luft eintritt, sollten die Oeffnungen nicht weniger als das Doppelte der Fläche für die Ausgänge der wannen Luft betragen.

Eben diese Regel paßt auch auf Lüftung der Kirchen, Gerichtshöfe u. d. gl.; sie ist höchst einfach und leicht anwendbar.

Es hält gar nicht schwer, die Ventilatoren in dem Verhältnisse der Temperatur des Zimmers zu öffnen oder zu schliessen. Der Unterschied der Ausdehnung zwischen Eisen- und |400| Zink-Stangen kann als Mittel dienen, die Schieber (Register) zu öffnen und zu schließen, sobald die Temperatur über den gewünschten Grad steigt. Eben dasselbe kann auch durch Ausdehnung des Queksilbers, und vielleicht noch leichter durch Ausdehnung der Luft geschehen. Die Dienstleute denken selten, daß es nöthig ist, die Ventilatoren zu öffnen, bis die Hize erstikend geworden ist, und dann ist der Einfluß der kalten Luft gefährlich. Es ist daher höchst wünschenswerth, daß der Ventilator für sich selbst geht. Er sollte anfangen sich zu öffnen, sobald die Temperatur 54° Fahrenh. (+ 9,78 R.) übersteigt, und bei 70° F. (+ 16,89) ganz offen stehen.

In Fällen, wo es wahrscheinlich ist, daß die Ventilation durch den Wind unterbrochen werden könnte, kann dieselbe dadurch sehr gefördert werden, daß man eine Lampe in dem oberen Theile der Röhre anbringt, deren Hize sehr viel dazu beitragen wird, das Aufsteigen der Luftströmung zu unterhalten; in den meisten Fällen wird es jedoch hinreichend seyn, wenn man sich, auf jene Hize verläßt, die von den in dem Zimmer befindlichen Individuen erzeugt wird, welche wenigstens hinreichen wird, die Temperatur von 4 Kubik-Fuß Luft um 10° in Einer Minute für jedes Individuum zu erhöhen.120) Der Vortheil, den man von der Anwendung einer Lampe erhält, besteht darin, daß dadurch zuerst eine Luftströmung hergestellt, und zugleich verhindert wird, daß, wo viele Leute in einem Zimmer, welches seit langer Zeit nicht bewohnt wurde, bei einander sind, die kühlen Wände die Dampfe nicht verdichten.

Ueber das Heizen der Zimmer.

Die Grundsäze, nach welchen Zimmer gewärmt werden, hängen von den Gesezen ab, nach welchen erhizte Körper Wärme |401| mittheilen, jedoch unter der Beschränkung, daß die Luft, welche eingeathmet werden muß, durch die erhizende Oberfläche nicht verdorben wird. Es ist offenbar, daß die Menge der erforderlichen Wärme sehr viel von der Genauigkeit abhängt, mit welcher die Fenster und Thüren schließen, von der Art der Wände, und von den Verhältnissen der Fenster. Der Einfluß des verschiedenen Baues der Wände zeigt sich am deutlichsten durch die Zeit, die man nöthig hat, um irgend ein Zimmer zu der gehörigen Temperatur zu heizen, wobei übrigens das Entweichen der Wärme durch die Thüren und Fenster immer statt haben wird. Es läßt sich beweisen, daß jeder Fuß Glasfläche ungefähr 1 1/2 Kubikfuß Luft in jeder Minute von der Temperatur der Luft des Zimmers zu jener der äußeren Luft abkühlt: hiernach läßt sich der Verlust der Wärme durch die Fenster leicht schäzen. Zu diesem Verluste der Wärme durch die Fenster muß man auch noch die zur Ventilation nöthige Menge Luft rechnen, und die übrigen Ursachen des Verlustes der Wärme mit in Anschlag bringen. Dann wird man keine Schwierigkeiten bei dem Auffinden des Verhältnisses der Große der Wärme, und bei dem Zurükführen derselben auf ein regelmäßiges System finden, während man sie bisher nur errathen konnte. Eine Minute ist das Zeit-Maß für beide Fälle, und Eilt Kubik-Fuß das Maß für die Menge der durch Heizung erhizten und der abgekühlten Luft; d.h., wenn 150 Kubikfuß Luft in Einer Minute durch die Fenster abgekühlt, 400 Kubikfuß in Einer Minute durch die Ventilation gewechselt, und 50 Kubikfuß für Verlust durch die Oeffnungen gerechnet werden; so muß 150 + 400 + 50 = 600 Kubikfuß warme Luft in einer Minute herbeigeschaft werden, wenn das Zimmer in der verlangten Temperatur erhalten werden soll.

Auf die Menge der Luft in einem Zimmer kommt es bei diesen Berechnungen nicht an, indessen gelangt man immer langsamer zu der verlangten Temperatur, nachdem der Wärmungs-Apparat in Thätigkeit gesezt wurde, wenn ein Zimmer groß ist, sowohl wegen der größeren Menge der zu erwärmenden Luft, als wegen der größeren Ausdehnung der |402| Wände, Fußböden etc., die erwärmt werden müssen. Welche ungeheure Zeit würde nicht erfordert werden, um die Wände und die Luft einer großen Cathedral-Kirche zu erwärmen, während die Höhe derselben es beinahe unmöglich macht, sie mit warmer Luft zu heizen! Das einzige Mittel, zu welchem man in einem solchen Falle seine Zuflucht nehmen könnte, wäre dieses, die Wärme so unmittelbar als möglich, dem festen Stoffe der Size etc. mitzutheilen, statt sie an die Luft zu verschwenden, die in die oberen Regionen des Gebäudes hinaufsteigt.

Wir haben aber noch zu betrachten, wie ein heißer Körper seine Hize mittheilt, und in wie fern die Temperatur seiner Oberfläche beschränkt seyn muß, wenn die Luft an dieser Oberfläche gewärmt werden soll.

Ein erhizter Körper strahlt oder wirft seine Hize von seiner Oberfläche durch die Luft aus, und theilt dieselbe auch allen flüßigen und festen Körpern mit, welche mit ihm in Berührung kommen. Man bedient sich dieser beiden Methoden, Wärme mitzutheilen, um Gebäude dadurch zu heizen. Es gibt Fälle, in welchen es unklug wäre, strahlende Hize anzuwenden; allein in allen Fällen, wo sie mit Sicherheit angebracht werden kann, ist die Verbindung dieser beiden Methoden das sicherste Mittel, den geheizten Ort sehr gesund und zugleich angenehm zu machen.

Wo man strahlende Hize mittheilen will, hat man ein Feuer auf einem offenen Herde, (sogenannten Kamine) welcher so gebaut ist, daß er eine bedeutende Oberfläche darbiethet, um Hize auszuwerfen. Alle anderen Theile dieses Feuerherdes, welche mit dem Feuer in Berührung stehen, sollen schlechte Wärmeleiter seyn, wie Ziegel, u. d. gl. Um den Grund von dieser Vorsichts-Maßregel einzusehen, dürfen wir nur bedenken, daß das Feuer nicht eher strahlende Hize auswirft, als bis seine Temperatur auf ungefähr 800° F. (+ 340 R.) Hize gestiegen ist; und da eine gegebene Menge Brenn-Material während einer gegebenen Zeit nur eine gewisse Menge Hize liefert, so ist es offenbar, daß, wenn man |403| bei einer Temperatur von 800° eine zu große Oberfläche darbiethet, mehr Hize ausgeworfen wird, als das Brenn-Material nachzuliefern vermag, die Temperatur des Feuers also vermindert werden, oder das Feuer, wie man sagt, todt brennen muß. Wenn die hintere Wand des Herdes, auf welchem das Brenn-Material brennt, Eisen ist, so muß die Oberfläche des heißen Feuers kleiner seyn, als wenn man schlechte Leiter dazu braucht, weil mehr Hize durch die eiserne Rükseite verloren geht. Man hat oft versucht, die Hize, welche von einer eisernen Rükseite ausgeworfen wird, zur Erwärmung der Luft zu benüzen; allein, eine Luft, die auf diese Weise erwärmt wird, ist verbrannt und untauglich zum Athemholen. Sie erzeugt auch vielen Staub, und der Verlust an strahlender Hize, den man dadurch erleidet, ist beinahe derjenigen Menge gleich, welche die Luft auf diese Weise erhielt. Es gehört zu den Vortheilen, die man bei einem offenen Feuerherde (oder Kamine) wenn er gehörig gebaut ist, hat, daß alle verbrannte Luft mit den schädlichen gasartigen Stoffen, welche sich aus dem Brenn-Materiale entwikeln, so wie sie sich erzeugten, durch den Schornstein entweichen; allein, diese wünschenswerthe Eigenschaft hat nicht bei allen Feuerherden oder Kaminen Statt, selbst wenn die Schornsteine gut, und nicht dem Rauchen unterworfen sind. Wenn diese Wirkung bei einem solchen Herde Staat haben soll, so muß der Eingang in den Schornstein unmittelbar über dem Feuer stehen, und weit genug seyn, um der verbranten Luft und dem Rauche etc. des Feuers Durchgang zu gewahren: er darf aber auch nicht weiter seyn, indem, in diesem Falle, dem Zimmer zuviel Luft entzogen, und viele Hize verloren gehen würde. Diese Betrachtung veranläßt mich auf den Fehler einer Art von Kamin aufmerksam zu machen, die in der neuesten Zeit in die Mode kam, und in welcher die Oeffnung für den Rauch rükwärts und nur wenig über der Feuerhöhe angebracht ist, wie Fig. 3. auf Tab. IX. zeigt: der Rauch zieht hier durch eine lange schmale Oeffnung, AB. Ein Schornstein dieser Art wich nicht wirken, außer wenn er einen mächtigen Zug hat; |404| und je stärker der Zug, desto schwächer wird die Wirkung des Feuers seyn. Der Zug mag aber auch noch so stark seyn, so wird doch immer eine gewisse Menge schwefeliger Dämpfe und verbrannter Luft bei A, abgeschnitten (und zwar durch die dünne Kante der Platte, in welcher sich diese Oeffnung befindet), und in das Zimmer zurükgeworfen werden. Gemeine eiserne Oefen mit offenem Feuer und niedersteigendem Zuge haben denselben Fehler: man findet sie häufig in London, um Kaufläden und Wechselstuben zu heizen; man fühlt aber nur zu bald Drüken auf der Brust davon, wenn die Thüren nicht oft genug aufgemacht werden, um die Luft in denselben oft genug zu wechseln.

Die Luft braucht nicht im Mindesten durch das Feuer verdorben, sie darf nur erhizt worden seyn, und sie wird drükend werden: denn, sobald das Volumen der Luft durch die Wärme vergrößert wird, muß man entweder bei jedem Athemzuge eine größere Menge Luft zu sich in die Lungen nehmen, oder man muß während derselben Zeit öfter athmen, um dieselbe Menge Sauerstoffes zu erhalten, an welche unser Körper gewohnt ist. Es ist aber nicht diese verminderte Menge Sauerstoffes allein in einem gewissen Volumen von Luft, die in uns ein Gefühl von Drüken erregt, wenn wir uns in warmer Luft befinden; denn je mehr wir die Luft erhizen, desto mehr vermehren wir die Kraft derselben, unserem Körper Feuchtigkeit zu entziehen,121) Wenn aber ein Zimmer durch strahlende Wärme allein geheizt wird, so wärmt diese die festen Körper in demselben ohne die Luft in einem so hohen Grade zu erhizen: denn strahlende Wärme erhöht die Temperatur der Luft während ihres Durchganges durch dieselbe nicht auf eine materielle Weise.

Die Eindrüke der strahlenden Hize vermindern sich, wie die Quadrate der Entfernungen von dem Feuer, und erstreken |405| sich also in ihrer Wirkung nur auf eine geringe Weite. Dadurch kam man auf die Idee eines beweglichen Schirmes (einer spanischen Wand), um die Eindrüke der Wärme aufzufangen, und den Familienkreis vor dem Einflusse der kalten Luft aus den entfernteren Theilen des Zimmers zu schüzen. Ein solcher Schirm kann zusammengeschoben oder auseinander gezogen werden, je nachdem die Witterung mehr oder minder rauh ist, und im Sommer gänzlich bei Seite gethan werden. Man bedient sich vorzüglich der chinesischen und japanesischen Schirme zu diesem Zweke; unsere Landsmänninnen besizen aber Geschmak genug, um diesen Schirmen zwekmäßigere Verzierungen zu ertheilen, und sie eben so interessant als nüzlich zu machen.

Die lebendige und angenehme Flamme und die freundliche Wärme eines offenen Feuers am Kamine kann indessen nicht ohne großen Aufwand genossen werden; dasselbe Zimmer kann auf andere Arten mit einem Drittel des Brenn-Materiales geheizt werden, welches ein offener Feuerherd, (ein sogenanntes Kamin) fordert. Diese Methoden will ich hier erklären, und jede Abart derselben, die der Gesundheit nicht nachtheilig ist, angeben.

Bei den verschiedenen Methoden, welche ich gegenwärtig beschreibe, wird die Wärme durch Berührung mitgetheilt, und da die Hize zulezt auch der Luft des Zimmers, welches geheizt werden soll, mitgetheilt wird; so ist es von der höchsten Wichtigkeit, daß diese Luft nicht durch die Hize der Oberfläche verdorben wird, von welcher sie ihre Wärme erhält. Es ist eine erwiesene Thatsache, daß die Luft von einer Oberfläche, deren Temperatur jene des siebenden Wassers ist, nichts Nachtheiliges zu erfahren hat; vielleicht kann sie sogar über eine Oberfläche, die 300° F. (+ 130° R.) heiß ist, ohne allen materiellen Nachtheil hinlaufen: nur wird die Temperatur nie höher seyn dürfen. Luft, die über rothglühendes Eisen oder rothglühende Ziegel hinstreicht, bekommt einen unangenehmen Geruch, und erzeugt beim Athmen ein Gefühl von trokener Rauhigkeit in den Organen, und verursacht eine Neigung zum |406| Hüsteln. Luft, welche unter einer Temperatur von 300° F. über dieselben Oberflächen hinstreicht, ist mild und angenehm. Die eigentliche Natur der Veränderung, welche eine übermässige Hize in der Luft erzeugt, hat man vielleicht bis jezt noch nicht gehörig gekannt; man vermuthet, daß sie in einer theilweisen Verbrennung thierischer und vegetabilischer Theilchen besteht, welche in der Luft schwebend erhalten werden. Sie mag übrigens bestehen, worin sie wolle; soviel ist gewiß, daß sie eine sehr merkliche Wirkung auf diejenigen hervorbringt, welche eine bedeutende Zeit über in einer Luft leben, die diese Veränderung erlitten hat.

Wenn man daher unter den verschiedenen Methoden, durch welche die Luft eines Zimmers erwärmt werden soll, zu wählen hat; so ist es höchst wünschenswerth, daß man diejenige vermeidet, bei welcher die Luft mit Flächen in Berührung kommt, die heißer als 300° sind; und selbst dieser Grad sollte als die äußerste Gränze der Hize betrachtet werden, welche eine Fläche besizen darf, die die Luft warmen soll. Diese Schwierigkeit aber, eine heizende Oberfläche auf diesem Grade von Hize zu erhalten, schließt allein schon eine Menge von Heiz-Methoden aus, so daß wir nur noch einige wenige hier zu betrachten übrig haben.

Die nüzlichste für kleine Wohnungen ist diese, nach welcher das Brenn-Material in eine solche dike Hülle eingeschlossen wird, daß die äußere Oberfläche nimmermehr über 300° F. erhizt werden kann. Ein Ofen dieser Art sollte soviel möglich isolirt dastehen, damit die Hize des Feuers, des Rauches, und der heißen Luft, die durch die Züge entweicht, der zu heizenden Luft reichlich mitgetheilt werden kann. Die Züge wärmen noch, bei einem guten Schornsteine, in einer horizontalen Entfernung von 40 Fuß von dem Feuer; wenn der Zug aber gerade oder stufenweise aufsteigt, noch in einer Entfernung von 50 bis 60 Fuß. Zuweilen wird es nothwendig, die Züge wieder niedersteigen zu lassen, ehe der Rauch in den Schornstein aufsteigt; dadurch werden sie aber der Gefahr der Explosion ausgesezt, sobald das Feuer nicht gehörig |407| geleitet wird, und die Züge sich mit Gas füllen. In Glas-Häusern läßt man die Züge in einer und derselben Richtung fortlaufen, damit sie eine, so viel möglich gleichförmige Hize in einer bedeutenden Länge des Hauses verbreiten; in anderen Fällen hingegen läßt man dieselben sich rükwärts und vorwärts winden, so daß sie bloß einen kleinen horizontalen Raum einnehmen, wie dieß bei den schwedischen Oefen der Fall ist. Das Material, aus welchem diese Oefen verfertigt werden, muß von der Art seyn, daß die Luft sich an der Oberfläche desselben wärmen kann, ohne sich mit Staub zu überladen. Alle Durchgänge, durch welche die Luft durchzieht, müssen hart, glatt, rein und dauerhaft seyn. Weiche Ziegel, Mörtel etc. werden von der durchziehenden Luft weit mehr abgerieben, als diejenigen, welche diese Sache nicht mit Aufmerksamkeit beobachtet haben, sich nicht vorstellen können; und, außer der Unbequemlichkeit bestäubte Zimmer zu haben, ist es nichts weniger, als wünschenswerth, eine Luft einzuathmen, welche mit Ziegel- und Mörtel-Theilchen überladen ist. Wenn der Ofen dik genug ist, um seine Temperatur auf den verlangten Grad zu beschränken, so wäre es nichts weniger als wirthschaftlich, denselben noch diker zu machen, außer wenn das Feuer nur eine bestimmte Zeit über unterhalten wird: dann muß aber der Dämpfer und das Aschenloch genau geschlossen werden, so daß keine Luft durch die Züge durchstreichen kann: denn eine bedeutende Masse, als Ofen-Dike, wird noch eine lange Zeit über, nachdem das Feuer bereits ausgegangen ist, Wärme regelmäßig nachliefern; läßt man den Ofen ganz kalt werden, so hat man beinahe eben so lang zu warten, bis man von demselben wieder einige Wärme erhält. Es gehört eine regelmäßige und systematische Aufmerksamkeit dazu, einen solchen Ofen gehörig zu leiten, und daher taugt er auch für unser wandelbares Klima nicht, in welchem das Wetter sich sehr oft ändert, ehe ein solcher Ofen in den Stand gesezt werden kann, Wärme fahren zu lassen. Es ist folglich ein einleuchtender Vortheil mit dem Umstande verbunden, daß die Theile des Ofens nicht diker sind, als nothwendig ist, um die Temperatur |408| der Oberfläche desselben auf den gehörigen Punct zu beschränken, indem er dann schnell Hize gibt, und es nicht nothwendig wird, auf das Schließen der Dämpfer und Klappen besondere Aufmerksamkeit zu haben, da die Masse um das Feuer umher bedeutend genug ist, und daher nicht so leicht erkühlt, wenn man auch das Nachlegen vernachläßigt. Da die Länge eines horizontalen Zuges ihre Gränze hat, und es nicht leicht thunlich ist, irgend eine materielle Veränderung in der Größe der Züge anzubringen, so wird die Kraft des Ofens gewöhnlich nach der Größe des Feuerherdes bestimmt; es wäre aber besser, wenn dieses nach der Größe der Fläche der Oeffnung in den Schornstein geschehe; denn auf diese Weise kann man auch ein stilles Feuer benüzen, welches weniger Aufmerksamkeit fordert. Durch ein schnelles Feuer gewinnt man allerdings die größte Hize, die man von einer gewissen Menge Brenn-Material erhalten kann; allein dasselbe erfordert auch stete Aufmerksamkeit; wo also Taglohn theurer ist, als Brenn-Material, wird ein langsames stilles Feuer vorzuziehen seyn. Die Fläche der Oeffnung in den Schornstein kann nach der Regel 10c/√h = a, bestimmt werden, wo c, die Zahl der Pfunde der Steinkohlen, die in einer Stunde verbrannt werden, h, die verticale Höhe des Schornsteines in Fuß, und a, die Fläche der Oeffnung in Zoll ist. Wenn die Menge der in Einer Minute zu wärmenden Luft in Kubikfuß mit 0,00472 multiplicirt wird, so zeigt das Resultat die Pfunde Steinkohlen, welche der zu heizende Ofen in einer Stunde verzehren wird.

Wo man eine größere Menge Brenn-Materiales, als 10 Pfund Kohlen in einer Stunde, nöthig hat, um eine gewisse Temperatur zu unterhalten, werden zwei Oefen nochwendig werden; was besser ist, als die Oberfläche der Züge zu vergrößern.

In diesen Formeln wird angenommen, daß das Feuer im Stande ist, die Temperatur des Zimmers 30° F. (14° R.) über der Temperatur der äußeren Luft zu erhalten, wenn es |409| mit Newcastler-Steinkohlen angeschürt wird.122) Da das Feuer mittelst eines Dämpfers im Schornsteine und eines Registers in der Aschengrube regulirt werden kann, so kann man leicht jeden Grad unter der obigen Gränze durch dasselbe erhalten.

In Kirchen und großen Gebäuden kann die ganze, oder beinahe die ganze, Luft innerhalb des Gebäudes dem Ofen zur Erwärmung mitgetheilt werden; in kleineren Gebäuden aber, die häufiger gebraucht werden, muß ein Theil der Luft von außen zugeführt, und das Uebrige von der inneren Luft hergenommen werden: das Verhältniß dieser beiden Theile gegen einander kann nach den Grundsäzen bestimmt werden, welche wir oben bei der Ventilation aufgestellt haben.

Ueber die Eigenschaften und das Wärmungs-Vermögen dieser Art von Oefen haben wir nun vielleicht genug gesprochen.

|410|

Wenn man die Wichtigkeit des Grundsazes, daß die Temperatur der Oberfläche des Ofens beschränkt werden, und daß man verhindern muß, daß die erhizte Luft sich nicht mit Staubtheilchen überladet, gelten lassen muß; so wird man auch zugeben müssen, daß nur wenige von jenen Heizungs-Maschinen, die man Oefen nennt, (stoves), die geeigneten Werkzeuge zur Erwärmung unserer Zimmer sind.

Ungefähr im Jahre 1796 haben die HHrn. Strutt zu Derby eine neue Methode entdekt, die Temperatur einer wärmenden Oberfläche gehörig zu beschränken. Sie besteht darin, die Oberfläche in einer solchen Entfernung von dem Feuer anzubringen, daß die Temperatur derselben niemahls 300° F. übersteigen kann; und da, nach der Natur dieser Vorrichtung, diese Fläche nur eine sehr geringe Ausdehnung haben kann, so fand man es nothwendig, die Luft in kleinen Strömen mit |411| großer Schnelligkeit auf diese gehizte Oberfläche hinzuleiten, damit sie eine größere Menge Hize verschlingen, und dadurch für die Kleinheit der Oberfläche einige Entschädigung geben kann.

Es ist offenbar, daß bei dieser Vorrichtung, das Feuer entweder auf einem offenen Herde in dem Mittelpuncte einer Muschel (cockle, wie man das Gefäß nennt, welches geheizt wird), angeschürt werden muß, oder daß das Feuer seine Hize durch Wände eines langsam leitenden Stoffes abgeben muß: lezteres war der Plan der HHrn. Strutt. Es ist ferner einleuchtend, daß der Rauch in dem Schornsteine nicht auf eine niedrigere Temperatur herabgebracht werden kann, als jene ist, welche die heizende Oberfläche besizt, außer er steigt durch die Seiten der Züge, welche in den Schornstein leiten. Man kann folglich nicht die ganze Menge Hize erhalten, ohne zum Theile jenen Grundsaz anzuwenden, welchen wir bereits erörtert haben. Wir haben ferner bereits bemerkt, daß, bei der Anwendung der Muschel, wir nur eine sehr beschränkte Oberfläche zur Heizung erhalten; um aber diese kleine Oberfläche so kräftig als möglich wirken zu machen, bedienten sich die HHrn. Strutt einer sehr sinnreichen Vorrichtung, um die Luft in kleinen Strömen mit bedeutender Geschwindigkeit gegen die heißesten Theile der Muschel hinzuführen, und es kann wieder nur jene Luft in die Luftkammer aufsteigen, die in genaue Berührung mit der heizenden Oberfläche auf dem oberen Theile der Muschel gelangt ist.

Die Heizungs-Methode mittelst der Muschel ist in ihrer Anwendung mehr beschränkt, als jene mittelst langsamer Leiter, indem, um Kraft zur Bewegung der Luft mit gehöriger Schnelligkeit zu gewinnen, die Muschel ungefähr 20 Fuß tief unter den Zimmern angebracht seyn muß, welche man heizen will.

Ich habe etwas am unrechten Orte das Heizen mittelst der Muschel als eine Erfindung aufgestellt, indem ihr eine mehr sichere und bequemere Heizungs-Methode bereits vorausging. Ich meyne die Heizung mit Dampf, welche Oberst |412| Wilh. Cook in den Philosophical Transactions bereits im J. 1745 vorschlug, die aber erst im J. 1799 zu Glasgow in Baumwollen-Spinnmühlen ihre Anwendung fand.

Der große Werth des Dampfes, als Mittel zur Verbreitung der Wärme, besteht vorzüglich in der Leichtigkeit, mit welcher derselbe von irgend einem Feuer an jeden Ort des Gebäudes, welches gehizt werden soll, hingeleitet werden kann; in der Temperatur der Oberfläche, indem er eine Hize mittheilt, welche niemahls jenen der Luft nachtheiligen Grad der Höhe erreichen kann; endlich noch in der vollkommnen Sicherheit gegen Feuersgefahr. Man kann und soll zum Heizen sich immer nur des Dampfes unter niedrigem Druke bedienen; denn, wenn das gehörige Maß der wärmenden Oberfläche getroffen wurde, bedarf es durchaus nicht der erhöhten Temperatur eines Dampfes von hohem Druke, und es läßt sich beweisen, daß sogar keine Wirthschaft dabei wäre, und man sich desto größeren Gefahren aussezen würde, je höheren Druk man anwenden würde: denn es läßt sich wohl nicht erwarten, daß man zu jedem Kessel, der ein Haus heizen soll, einen erfahrnen Mechaniker stellen wird. Wo man nur einen einfachen Dampfkessel mit niedrigem Druke und mit einer Sicherheits-Klappe anwendet, die dem Heizer unzugängig ist, und nicht leicht in Unordnung gerathen kann, hat man nicht nur volle Sicherheit, sondern auch die möglich größte Wärme von der möglich kleinsten Menge Brenn-Materiales.

Der Dampfkessel wird gewöhnlich auf dieselbe Weise und nach denselben Verhältnissen verfertigt, wie der Dampfkessel für eine Dampfmaschine. Er muß soviel Dampf enthalten, als nöthig ist alle Röhren und übrigen Gefäße, durch welche die Heizung bewirkt werden soll, zu füllen, und überdieß noch eben so viel Raum für das Wasser fassen. Aus dem Kessel tritt der Dampf in die Röhren, welche denselben an jene Stellen führen, wo Warme nöthig ist, und wo er in weitere Röhren oder in die gehörigen Gefäße tritt, welche Oberfläche genug darbiethen, um die Heizung zu bewirken. Aus diesen Röhren und Gefäßen läuft das verdichtete Wasser zurük in |413| den Kessel, insofern diese über dem Niveau des Wassers im Kessel sich befinden; wenn dieß nicht der Fall ist, läuft das Wasser durch einen umgekehrten Heber ab, wo eine Wasser-Säule von 9 Fuß Höhe der Kraft des Dampfes das Gleichgewicht hält. Zuweilen läßt sich derselbe Zwek durch eine Vorrichtung erreichen, die man eine Dampf-Falle (steam-trop) nennt, die mittelst einer hohlen Kugel, auf eine ähnliche Weise, wie ein Kugel-Hahn, wirkt. Bei beiden dieser lezteren Arten ist es nothwendig einen kleinen Auslaß zu haben, um die Röhren von aller Luft zu reinigen, wenn sie mit Dampf gefüllt werden. Die Klappe, durch welche die Luft aus- und zugelassen wird, wenn die Röhren dampfleer sind, ist öfters so eingerichtet, daß sie von selbst spielt, so daß die Bewegung durch die Ausdehnung und Zusammenziehung der Röhren bewirkt wird. Wenn die Röhren kühl sind, steht die Klappe offen; wenn sie aber durch den eingelassenen Dampf erhizt werden, dehnen sie sich ihrer Länge nach aus, und schließen die Klappe.

In einigen Fällen kann das verdichtete Wasser durch einen gemeinschaftlichen Hahn abgelassen werden, welcher, wenn der Apparat im Gange ist, nur so geöffnet werden darf, daß er das verdichtete Wasser entweichen läßt. Bei Glashäusern kommt dieß sehr gut zu Statten, fordert auch nicht mehr Aufmerksamkeit, als die übrigen Methoden. Die Leitungs-Röhre sollte von dem Kessel aus soviel möglich in gerader Richtung aufsteigen, und dann in die Gefäße herab sich neigen, welche zur Aufnahme des heizenden Dampfes bestimmt sind; auf diese Weise wird der Dampf bei seinem Aufsteigen nicht durch das zurükfließende, aus seiner Verdichtung entstandene, Wasser gehindert. Es ist offenbar, daß das verdichtete Wasser an dem untersten Theile der Röhren oder Gefäße ausgelassen werden muß; es wird aber nicht so sehr einleuchtend seyn, daß die Luft in den Röhren gleichfalls an derselben Stelle ausgelassen werden müsse, und es ist zuweilen durch Unaufmerksamkeit auf diesen Umstand einige Schwierigkeit bei dem Austreiben der Luft aus diesen Röhren entstanden. Die gewöhnliche |414| atmosphärische Luft ist indessen immer schwerer, als Dampf, und muß bei dem untersten Theile der Röhre ausgelassen werden.

Die heizende Oberfläche kann auf verschiedene Weise erhalten werden. In gewöhnlichen Fällen bedient man sich der gewöhnlichen Ranft-Röhren (flange-pipes) von 3 bis 4 Zoll im inneren Durchmesser, so dünn, zugleich aber auch so vollkommen und gesund als möglich gegossen. Doppelte Cylinder, deren einer in Fig. 5. Tab. IX. dargestellt ist, im Durchschnitte in Fig. 4. können, in anderen Fällen, mit Vortheil angewendet werden, indem sie eine große Oberfläche darbiethen. Wenn man bei A, eine Röhre für frische Luft in der Mitte des Cylinders einmünden läßt, wärmt diese die Luft, wie sie in das Zimmer eintritt.

Der obere Theil und die Basis passen an den Cylinder. Der Dampf wird durch die Röhre aus geschlagenem Eisen, B, zugeführt, und die Luft und das Wasser werden durch die Röhre, C, ausgeführt. Der Zutritt der frischen Luft wird durch den Griff, D, regulirt. Der Dampf nimmt den Raum zwischen den beiden Cylindern, bei aa, im Durchschnitte, ein. Es ist nothwendig, daß der Cylinder oben einen offenen Dekel hat, wie E, zeigt, und da seine Höhe nicht über 3 Fuß betragen soll, so ist es nöthig, an dem oberen Theile desselben Verzierungen anzubringen.

In anderen Fällen brauchte ich Röhren, die ich aus kurzen Stüken zusammenfügte, beinahe in Gestalt der Schlangenröhre der Branntweinbrenner, und legte ein offenes Gitter über dieselben.

Das nothwendige Verhältniß einer Röhre, um eine gewisse Menge Luft während einer gegebenen Zeit zu erwärmen, läßt sich leicht nach folgender Formel berechnen: [0,48 C (Tt)]/(200 – T)= dem Flächen-Inhalte der Oberfläche des Dampfgefäßes, welches C Kubikfuß-Luft von der Temperatur t auf T, in einer Minute erhöht. Die Menge der Ventilation und der Verlust an Hize in Einer Minute läßt sich, nach den für die |415| Ventilation bereits angegebenen Grundsäzen, bestimmen, wornach sich auch der Ersaz an Wärme leicht berechnen läßt. Man sezt hier voraus, daß die Röhren aus Gußeisen sind, indem dieses, die kleinen Leitungs-Röhren ausgenommen, welche aus geschlagenem Eisen seyn können, das beste Material hierzu ist. Andere Oberflächen geben ungefähr eben soviel Wärme von sich, wenn sie von dunkler Farbe sind, und ihre Oberfläche etwas rauh und schwammig ist. Auch die Bronze-Farbe taugt sehr gut, um Wärme zu verbreiten.

Bei Anwendung der Dampfhize muß jener Theil der Luft, welcher zur Ventilation hereingelassen wird, ehe er in das Zimmer kommt, vorher immer erwärmt werden; jedoch immer nur etwas weniger, als die mittlere Wärme des Zimmers. Das Verhältniß der Röhre hierzu zeigt unsere Formel: ein Register zur Regulirug der Menge, welche eintreten soll, sezt jeden in den Stand, soviel davon einzulassen, als er will.

Wo man Dampf-Hize in einem Wohn-Hause anwendet, wird man auch das destillirte Wasser zu manchem Gebrauche benüzen können. Wenn man dasselbe in den Kessel zurükfließen läßt, erspart man weit weniger Brenn-Material, als man glaubt, kaum Ein Zwölftel, wofür man allerdings destillirtes Wasser haben kann.

Es ist unmöglich in die engen Gränzen eines Aufsazes dieser Art alle Kleinlichkeiten der Kunst zu Heizen und zu Ventiliren zusammen zu drängen; ich hoffe aber bei aller dieser Kürze einige Winke gegeben zu haben, die nüzlich werden, und diejenigen, die diesen wichtigen Gegenstand gründlicher zu untersuchen im Stande sind, zu mancherlei Nachforschungen über denselben veranlassen können.

|390|

„Die Luft ist eine Schüssel, aus welcher man in jeder Minute zwanzig Mahl ißt“, sagt der alte Evelyn zu denjenigen, die mehr durch den Magen, als mit dem Kopfe lernen. A. d. Ueb.

|390|

Der höchst ehrenwerthe Herr Tredgold thut den Aerzten hier Unrecht, daß er denselben so grob über die Nase fährt; Aerzte waren es, die zuerst auf Lüftung in Wohnungen, wie in Spitälern, Kerkern und auf Schiffen drangen, und sie auch ausführten. Beweise hiervon liefert auch unser liebes Vaterland Baiern, wo die beiden HHrn. v. Häberl, die ersten Aerzte dieses Landes, in dem von ihnen erbauten Hospitale zu München in Hinsicht auf Reinigung der Luft nichts zu wünschen übrig ließen; Schade nur, daß man aus diesem herrlichen Gebäude in neueren Zeiten wieder eine Arche Noah's gemacht hat. A. d. Ueb.

|395|

Ein Chaldron ist 36 Bushel, deren 8 = 4 5/8 Wiener-Mezen sind. A. d. Ueb.

|399|

Principles of Warming and Venttilating Buildings, 8. Lond. 1824. S. 72.

Von diesem wichtigen Werke erscheint bekanntlich eine Uebersezung in der Cotta'schen Buchhandlung. A. d. Ueb.

|399|

Ungefähr 4° Reaum. A. d. Ueb.

|400|

In dem oben angeführten Werke: Principles of Warming etc.“ wurde S. 161. erwiesen, daß der Athem allein vermag 2 1/2 Kubik-Fuß Luft in Einer Minute um 5° Fahrenh. zu wärmen; die Wärme, welche von der übrigen Oberfläche des Körpers ausströmt, wird für die noch übrigen 5° wohl hinreichen. A. d. O.

|404|

Der Hr. Verfasser ist nicht Arzt; sonst würde er noch viele andere Gründe anführen können, warum warme Luft Drüken erzeugen muß. A. d. Ueb.

|409|

Da die englischen Pyrotechniker alle ihre Versuche und alle ihre Heizungs-Methoden nach englischen Steinkohlen, und sogar, wie hier, nach Steinkohlen bestimmter Gruben berechnet haben; die Franzosen aber theils andere Steinkohlen, theils Holzkohlen bei ihrer Pyrotechnik anwendeten, und wir in Deutschland, namentlich aber in Baiern, weder die einen noch die anderen, sondern größtentheils bloß Holz in unseren Oefen brennen, so wäre es sehr zu wünschen, daß ein deutscher, und vorzüglich ein baierischer, Pyrotechniker die englische und französische Pyrotechnik auf unser gewöhnliches Brennholz anwendbar machte. Wenn man, angefangen von den ehernen Meeren auf unseren Salinen, durch die Tausende von Brauhäusern durch, bis zu dem lezten Kachelofen und Herde in der ärmlichsten Bauernhüte herab die Menge Holzes berechnet, welche jährlich in Baiern allein lediglich umsonst verbrannt wird, und, wie die Ideen der Philosophen und Staatswirthschäftler, sich oben im Blauen verliert; so wird man finden, daß in Baiern allein, jährlich wenigstens eine Million Gulden dadurch rein verloren geht, welche aus den benachbarten Staaten, in welchen das Holz einen weit höheren Werth hat, als in Baiern, rein gewonnen werden könnte. Die Holzverwüstung in unseren Kachelöfen und auf unseren Herden wirkt um so nachtheiliger selbst auf das Wohl der einzelnen Privaten, als |410| derjenige, welcher klug genug ist, das Verderbliche derselben einzusehen, und seinen Herd und seinen Ofen nach pyrotechnischen Grundsäzen verbessern will, selten nur irgendwo in großen Städten und öfters nicht einmahl selbst an den ex officio gelehrt seyn sollenden Universitäts-Städten, einen sogenannten Maurer-Meister oder Magister Figulus findet, der im Stande ist, einen Spar-Herd, oder einen Spar-Ofen, so wie man ihm denselben angibt, zu bauen. Unwissenheit, Eigendünkel, der, während er nichts weiß, alles besser wissen will, zuweilen sogar offenbare Bosheit, die nicht zugeben will, daß irgend etwas gelinge, was anders ist, als es vor 100 Jahren war, macht es vielen Privaten unmöglich, ihren eigenen Herd anders, als zur eigentlichen Forst-Devastation einzurichten. Wenn allenfalls irgendwo ein fremder Maurer oder Töpfer seine guten Dienste verständigeren Privaten anbiethet, jagt der, alles Gute im Keime erstikende, Zunftgeist den Wohlthäter für Stadt und Wald zum Thore hinaus. Es ist wohl nimmermehr an eine Abhülfe dieses kaum zu berechnenden Schadens, der jährlich mehr als alle Windbrüche und Raupenfraße unsere Förste verheert, zu denken, bis nicht für besseren und zwekmäßigeren Unterricht in den Bürgerschulen, und für zwekmäßigeren Unterricht in der Mathematik auf den höheren Lehranstalten gesorgt wird. A. d. Ueb.

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