Titel: Harris's, Maschine, um allen Notizen, Proclamationen, gesezlichen Verkündigungen, die größte Publicität zu ertheilen.
Autor: Harris, Georg Sam.
Fundstelle: 1825, Band 17, Nr. XCIV. (S. 443–445)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj017/ar017094

XCIV. Maschine, um allen Notizen, Proclamationen, gesezlichen Verkündigungen, und Allem, was öffentlich bekannt gemacht werden soll, die möglich größte Publicität bei Tag und Nacht zu ertheilen, wodurch künftig die Entstellung der Häuser und Wände in der Hauptstadt und in der Nähe derselben durch Anhäftung von Ankündigungen, Placaten etc., wie durch Anschreiben mit Kreide oder Schwärze, wodurch ganze Gebäude entstellt werden, vermieden werden kann; und worauf Georg Sam. Harris, Gentleman, Caroline Place, Trevor-square, Knightsbridge, Middlesex, am 21. Oct. 1824 sich ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem Repertory of Arts Manufactures etc. Jun. 1825. S. 401.

Mit Abbildungen auf Tab. X. (Im Auszuge.)124)

Diese Maschine besteht aus einer Laterne von walzenförmiger, oder achtekiger oder irgend einer anderen schiklichen Form, und |444| von hinlänglicher Größe. Die Fassung derselben ist aus Metall oder Holz, leicht und fest, und so eingerichtet, daß sie eine bestimmte Zahl von Fächern oder Oeffnungen hat, in welche man die Anzeigen oder Zettel hineinsteken kann, welche man verkünden oder bekannt machen soll. Diese Maschine oder Laterne nennt der Patent-Träger den „königl. Patent ambulatorischen Verkünder“ (The royal Patent Ambulatory Advertiser) und stellt sie auf einen Wagen von schiklicher Form, damit man sie leicht aus einer Gasse in die andere bringen kann. Sie ist an ihrem Boden so auf diesem Wagen befestigt, daß sie sich um eine Achse dreht, damit sie nach und nach jede Seite ihrer Oberfläche dem Publicum darbieten kann. Die Laterne ist so groß, daß die darin angebrachten Ankündigungen am lichten Tage in einer bedeutenden Entfernung leserlich sind: bei trübem oder dunklem Wetter oder Nachts kommen Lampen oder Kerzen in die Laterne, so daß die Ankündigungen als Transparenten erscheinen, indem sie auf öhlgetränktem und gefirnißten Papiere geschrieben sind, wodurch sie zugleich auch der Witterung besser widerstehen.

Der Patent-Träger beschränkt sich nicht auf irgend eine besondere Form bei seiner Laterne; diejenige, deren er sich bedient, ist folgende:

Fig. 3. zeigt sie im Aufrisse, in achtekiger Form und auf einem kleinen Wagen. Sie besteht aus acht senkrechten Stangen, wie man im Grundrisse, Fig. 4. sieht. Zwei achtekige Rahmen, B und C, die eine oben, die andere unten, halten dieselben. Die Schienen oder Stangen, D, welche die Krone dieser Maschine bilden, neigen sich nach allen acht Richtungen, etwas über, und tragen den obersten Rahmen, FF, auf welchem die Kuppel ruht: E. Der Patent-Träger schlägt vor, diese Kuppel aus verzinntem Kupfer zu machen, oder aus irgend einem leichten und dauerhaften Materiale, und dieselbe an ihrem unteren Rande mit einer Rinne zu versehen, damit das Regenwasser aufgefangen werden kann, welches dann durch eine eigene Röhre, die an irgend einer Stange, A, angebracht ist, auf die Straße herabgeleitet wird. Die Kuppel kann auf |445| irgend eine Art verziert werden, und muß zugleich mit Oeffnungen versehen seyn, damit die frische Luft zu den Lichtern dringen, und die erhizte Luft hinausziehen kann. Der Raum zwischen den Stangen, A, wird durch Querstangen, G, in drei oder mehrere Abtheilungen gebracht, so daß sie mehrere Oeffnungen oder Felder bilden, in welche Rahmen passen, die durch kleine Knöpfe, welche man umdrehen kann, oder auf irgend eine andere Weise so fest gehalten werden, daß sie nach Belieben wieder herausgenommen werden können. Einer dieser beweglichen Rahmen ist in Fig. 5. dargestellt, H. Diese Rahmen werden mit einem sehr feinen weiten Drahtgewebe, oder mit irgend einem anderen Materiale, welches das Licht durchläßt, überzogen, so daß sie dem Papiere als Stüze dienen, und dieses nicht durch den Wind bei schlechtem Wetter zerrissen wird. Das Papier wird auf die Rahmen, H, aufgeklebt, oder auf irgend eine Weise befestigt, und dann in Oehl getränkt, oder überfirnißt. Für Ankündigungen, die alsogleich bekannt gemacht werden müssen, sind immer vorräthige Rahmen vorhanden, welche an die Stelle derjenigen eingesezt werden können, die weniger wichtig sind. Auch die Felder, welche durch die Stangen, D, gebildet werden, dienen zur Aufnahme solcher beweglicher Rahmen mit Ankündigungen: sie neigen sich über, damit man dieselben leichter lesen kann, indem sie etwas höher stehen. Damit sich die Laterne leichter um ihre Achse dreht, ist der untere Rahmen mit einer gewissen Anzahl Rollen (Castors) versehen, die in einer eigenen Schiene laufen. „Der Wagen kann“, sagt der Patent-Träger, „von einem Pferde oder einem anderen Thiele durch die Straßen gefahren werden“ und wird so, meynt er, bei Tage und bei Nacht einer Ankündigung mehr Publicität geben, als das gewöhnliche Ankleben der Zettel in allen Farben, wodurch Straßen und Häuser so sehr entstellt werden.

Vergl. polytechn. Journ. Bd. XV. S. 489. A. d. Ueb.

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