Titel: Wie man auf Ceylon Perlen bleichen von den Vögeln gelernt hat.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1825, Band 17, Nr. XXIX./Miszelle 20 (S. 127)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj017/mi017029_20

Wie man auf Ceylon Perlen bleichen von den Vögeln gelernt hat.

Man sah, daß gelb gewordene Perlen, die von den Vögeln gefressen wurden, weiß von denselben wieder abgingen. Man mengt nun Hühnern unter das Futter, das sie von der Erde auflesen, solche gelb gewordene Perlen, und tödtet die Hühner ein paar Minuten darauf, damit sie nicht zuviel davon in ihrem Magen auflösen: die Perlen werden so weiß im Magen des Huhns, wie sie aus der Schale der Muschel kamen. Asiat. Journal. January. 1825. p. 51. im Journal de Pharmacie, Avril S. 176. – Wahrscheinlich veranlaßt diese Notiz einen unschuldigen Hühnermord in Europa, wie einst eine Posse den unschuldigen Kindermord unter Herodes: manche alte Coquette wird wenigstens die, mit ihr zugleich gelb gewordenen, Perlen wieder bleichen wollen. Um den armen Hühnern das Leben zu ersparen, darf man nur die Perlen in den Magensaft eines ohnehin geschlachteten Huhnes legen, oder in eine dem Magensafte dieser Thiere, dessen Bestandtheile bekannt sind, ähnliche Flüssigkeit bringen, und sie werden darin mit weniger Gefahr bleichen. Unsere Apotheker sollen sich auf das Perlenbleichen legen; sie werden dabei bald besser stehen, als bei der Pillenfabrication: noch mehr aber würden sie gewinnen, wenn sie die Kunst erfänden, die alten Coquetten wieder weiß zu sieden, und den grauen Geken ihre Haare dauerhaft schwarz zu färben.

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