Titel: Neue (amerikanische) Dampfmaschine ohne Kessel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1825, Band 17, Nr. XXIX./Miszelle 8 (S. 122–123)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj017/mi017029_8

Neue (amerikanische) Dampfmaschine ohne Kessel.

Der Newport-Mercury (verein. Staaten N. Amer.) berichtet, daß man die Bristol-Fuhrt mit einem Dampfbothe befährt, in welchem die Dampfmaschine keinen Kessel hat. Diese neue Dampfmaschine |123| des Hrn. Joh. Badcock wird daselbst auf folgende Weise beschrieben.

„Statt des Kessels für eine Dampfmaschine von der Kraft von zehn Pferden sind zwei Sektionen von Röhren aus Gußeisen angebracht, die 1 Zoll dik, 16 Fuß lang sind, jede, (in Längenstücken von 3 1/2 Fuß) und im Durchschnitte 1 3/4 Zoll im Lichten halten. Sie fassen ungefähr 3 Gallons (1 Gallons, 3,246 Wien. Maß) und liegen horizontal in einem Ofen von 3 1/2 bis 4 1/2 Fuß Länge und 3 Fuß Höhe. Das eine Ende der Röhre tritt oben in einem Cylinder, der 6 1/4 Zoll im Durchmesser hält; das andere Ende tritt im Grunde desselben ein. Die übrigen Enden gehen an entgegengesezten Seiten des Ofens hinaus, und an jedem derselben ist eine kleine Drukpumpe von 1 Zoll im Durchmesser, die abwechselnd durch ein an dem Kreuzhaupte angebrachtes Triebwerk in Thätigkeit gesezt wird. Auch der Cylinder befindet sich in dem Ofen, und die Lange eines jeden Stängel-Schlages beträgt 2 Fuß, 2 Zoll. Die Bewegung geschieht mittelst des gewöhnlichen Gestänges, wie an den gemeinen Dampfmaschinen mit hohem Druke. Wenige Scheiter kleinen Holzes, oder ein halber Bushel Steinkohlen, reichen hin die Röhren zu Hetzen, in welche sodann nur 3 Kubik Zolle Wasser durch die Drukpumpe eingelassen und sogleich auf dem glühenden Eisen in Dampf verwandelt werden. Eine Klappe steht in dem Cylinder offen, und der Stämpel wird niedergedrückt. Eine andere Pumpe treibt dieselbe Menge Wassers in die Röhre; eine andere Klappe öffnet sich, und der Stämpel steigt in die Höhe; auf diese Weise geht die Arbeit fort, so lang neues Wasser zuströmt. Der Stämpel schlägt 40 Mal in Einer Minute, und 4 Gallons Wasser reichen auf 4 Minuten hin. Man darf kein gesalzenes oder unreines Wasser anwenden, da sonst die Röhren sich verstopfen würden: wo man aber einen Verdichter anbringt, erhält man beinahe die ganze Wassermenge wieder. Die Maschine ist wohlfeil, einfach, stark und brauchbar. Sie braucht nicht viel mehr Raum, als ein kleiner Theetisch, macht man sie nur etwas größer, so kann man ihr jede beliebige Stärke geben.“ (Mechanic's Magaz. N. 81. S. 398.)

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