Titel: Chinesische Methode große Papierbogen mit einer glatten Oberfläche zu machen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1825, Band 17, Nr. LXXXII./Miszelle 7 (S. 383–384)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj017/mi017082_7

Chinesische Methode große Papierbogen mit einer glatten Oberfläche zu machen.

In Europa müssen die Papierbogen wiederholt gepreßt und getroknet werden, und endlich werden sie mit dem Glättstein geglättet. Soll aber in China ein Bogen 4 1/2 Elle lang und 1 1/2 breit gemacht werden, so hat man zwei lange Bütten von Ziegelsteinen jede 5 Ellen lang, 2 breit, und von Innen mit wasserdichtem Mörtel bekleidet. Hierin wird das fertige Zeug gethan. Zwischen den beiden Bütten ist ein Ofen gebaut, mit zwei abschüssigen Seiten, deren jede etwas breiter ist, als der Papierbogen. Diese Oberflächen sind mit einem Stüke überzogen, welches Politur annimmt; das Innere des Ofens hat Züge, und wird durch ein schwaches Feuer wohl erwärmt. – Die Papierform hat dünne, aber hohe Seiten, damit sie steif und zugleich leicht sey; sie hängt an jedem Ende an Leinen, die über Rollen laufen, welche an der Deke befestigt sind, und an deren Enden sich ein Gewicht befindet, das fast so schwer ist, als die Form. Zwei Männer an jedem Ende der Form heben diese, mit Hülfe des Gegengewichts aus dem Zeuge, kehren sie hierauf um, so daß der Bogen sich auf die glatte Oberfläche des Ofens legt, und drüken die Form an, wodurch ein großer Theil des Wassers zwischen dem Drathgewebe |384| abläuft. Durch die Hize des Ofens verdunstet das Uebrige schnell, und ein Knabe nimmt den troknen Bogen fort, indem er ihn aufrollt. Die Seite des Bogens zunächst dem Ofen nimmt die Glätte und Politur des Stüks an, und ist dadurch für den Kupferdruk besser geeignet. Wird ein Leimen des Papiers erfordert, so wird eine Abkochung von Reis mit der Papiermasse in der Bütte gemischt. Auf diese Weise wird ein großer Bogen mit glatter Oberfläche erhalten, ohne eine so große Zahl von Operationen, wie in Europa. (Aus dem Glasgow Mechanic's Magazine in d. Verh. des Vereins zur Beförd. d. Gewerbf. in Preußen Juni 1825. S. 128.)

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