Titel: Church's Verbesserung an Maschinen zum Druken.
Autor: Church, William
Fundstelle: 1826, Band 19, Nr. VIII. (S. 31–40)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj019/ar019008

VIII. Verbesserung an Maschinen zum Druken, worauf Wilh. Church, Esq. zu Birmingham, Warwikshire, sich am 19. Februar 1824 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem London Journal of Arts. October 1824.

Mit Abbildungen auf Tab. I.

Wir haben, sagt das London Journal a. a. O., im VI. B.4) Zeichnung und Beschreibung des sehr sinnreichen Apparates des Dr. Churchs zum Lettern-Gusse, zum Sezen der Lettern in Wörter und Säze, und zum Abdruken derselben mitgetheilt. Die Sonderbarkeit dieser Vorrichtung hat eine Menge Bemerkungen hervorgerufen und die öffentlichen Blätter haben nicht wenig Lob und Satyre hierüber laut werden lassen, welche beide in vielen Fällen lediglich von der äußersten Unwissenheit und von gänzlichem Mangel an Kenntniß der Wichtigkeit dieses Gegenstandes herrühren. Ein langer Aufschub, den die öffentliche Bekanntmachung dieser Erfindung erlitten hat, ließ sie nun einige Zeit über ruhen (und wie einige meinten, „in einer ewigen Ruhe“), so wie manches andere ruht, was wir vielleicht in Kurzem wieder erweken und an das Tageslicht bringen werden. Man darf sich indessen nicht wundern, daß während der Beseitigung von Hindernissen, die sich bei Ausführung und Vollendung einer Maschine von einem so großen Umfange darbieten, eine bedeutend lange Zeit verstreichen mußte. Die Annalen der mechanischen Künste liefern mehrere Beispiele, daß Erfindungen, die auf den unbestreitbarsten Grundsäzen beruhten, während der Lebzeiten ihrer Urheber nicht ausgeführt wurden. Watt's Dampfmaschine ward erst vollkommen vollendet, nachdem der Termin des Patent-Rechtes bereits verlaufen war! Es ist daher Pflicht des Publikums, solchen Aufschub als das Resultat unvorgesehener Hindernisse, mit welchen beinahe jeder Erfinder zu kämpfen hat, bis sein Werk zur Vollendung gebracht ist, mit Geduld zu ertragen, und die Periode, so weit sie auch hinaus gesezt werden mag, abzuwarten, in welcher die glänzenden Hoffnungen des sich entwikelnden Genies endlich zur vollen Reife gedeihen.

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Das verächtliche und lächerliche Licht, welches man auf der einen Seite auf Hrn. Church's Erfindungs-Talente geworfen, und die ekelhaften Lobreden, mit welchen man sie auf der anderen Seite überhäuft hat, haben uns, ohne daß wir diesen Bemerkungen persönliche Anwendung geschenkt wissen wollen, zu diesen allgemeinen Bemerkungen veranlaßt, die hier als Vorrede gelten mögen.

Gegenwärtiges Patent beschränkt sich auf die Drukerpresse. Die Bekanntmachung der hier patentirten Verbesserungen wurde verschoben, weil wir uns von der Brauchbarkeit derselben praktisch überzeugen wollten. Wir haben nun diese Drukerpresse in Thätigkeit gesehen, und sie drukt so gut als die beste Drukerpresse mit einer wahrlich bewundernswerthen Schnelligkeit. Wir beobachteten sie sorgfältig einige Zeit über selbst unter dem nachtheiligen Einflusse unerfahrner Hände, und wir besizen einige Abdrüke von den achtzehn Hunderten, die in einer Stunde abgezogen wurden. Wir nehmen keinen Anstand zu behaupten, daß, unter günstigen Umständen, 3000 Abdrüke in einer Stunde auf dieser Presse gemacht werden können, ohne die Maschine im Mindesten anzustrengen, und daß diese Abdrüke zu den vorzüglicheren in der Drukerkunst gehören.

Die Maschine wird von einem Menschen in Thätigkeit gesezt, der das Flugrad treibt, und von zwei Jungen bedient, die das Papier auflegen. Das Auftragen der Schwärze, das Einlassen des Rähmchens, das Steigen und Fallen des Tisches und der Form, um den Abdruk zu erhalten, das Ablegen der bedrukten Blätter auf einen Haufen über der Presse, alles dies geschieht durch die Entwikelung des Mechanismus dieser Maschine, die in allen ihren Theilen so stark und fest ist, daß wenig Gefahr dabei ist, daß sie so leicht in Unordnung gerathen könnte; die Bewegungen geschehen so sanft, daß man sie in einem Nebenzimmer oder in einer Entfernung von einigen Ellen nicht arbeiten hört.

Die Erklärung dieses Patentes sagt: „daß diese Verbesserungen an der Drukerpresse in Abänderungen und Zusäzen zu einem Druk-Apparate bestehen, welcher in einem am 21. März 1822 (VI. B. Polytechn. Journ. B. XII S. 444) genommenen Patente beschrieben wurde.“ Die Verbesserungen lassen sich unter folgende Gesichtspunkte bringen: 1. eine Methode, die Lettern-Formen auf den Tisch zu stellen und zu befestigen, dieselben |33| wieder zu entfernen, und andere Formen mit der größten Schnelligkeit dafür einzuheben. 2. eine feststehende Oberfläche vorzurichten, auf welche das zu bedrukende Papier gelegt, und auf das Rähmchen abgezogen wird. 3. eine Art, mit der vollkommensten Genauigkeit Register zu ziehen. 4. eine Art und Vorrichtung, den Bogen Papier auf dem Rähmchen einzuschließen. 5. eine unterbrochene Kreisbewegung, oder mechanische Vorrichtung zu einer abwechselnden Wirkung, wodurch gewisse Theile wechselweise in Bewegung gesezt oder in Ruhe gestellt werden, während andere sich bewegen. 6. eine Art die Papier-Bogen abzunehmen, nachdem sie bedrukt wurden, und nach und nach regelmäßig auf einen Haufen zu legen. 7. eine Art nach Belieben die Menge Schwarze zu reguliren, die den Vertheilungs-Walzen mitgetheilt werden soll.

Nach der verbesserten Methode, die Formen auf den Tisch zu stellen und darauf zu befestigen, werden, (statt daß man, wie bisher, den eisernen Rahmen mittelst Keilen verengt, die gegen emporstehende Eken des Tisches eingetrieben werden) Metall-Stüke mit ekigen Kanten als Zwingen, an zwei gegenüberstehenden Seiten des Tisches angebracht; diese Zwingen sind dadurch beweglich gemacht, daß man eine Spindel mit Schrauben-Enden durch sie und durch den Tisch laufen läßt: die Schraubengänge ziehen rechts und links, und lassen die Zwingen, wenn die Spindel gedreht wird, einander sich nähern, oder sich von einander entfernen, und auf diese Weise den Rahmen festhalten oder auslassen. Tabul. I. Fig. 13 ist eine horizontale Ansicht eines Theiles der Maschine, die das Rähmchen zeigt, das sich auf den Leisten derselben hinschiebt, und den Tisch mit dem darauf liegenden Stellrahmen, aa, sind die Zwingen, die mittelst der Spindel, bb, verbunden sind, wie die punctirten Linien zeigen. Wenn diese Spindel mittelst einer Kurbel gedreht wird, die man an dem einen oder an dem anderen vierekigen Ende derselben aufsezt, öffnen oder schließen sich die Zwingen, und lassen entweder den Nahmen von dem Tische los, oder befestigen ihn auf demselben: es sind nämlich kleine Einschnitte in den Seiten des Stellrahmens angebracht, in welche die Zwingen einfallen, und diese Einschnitte müssen so vorgerichtet seyn, daß, wenn der Rahmen festgeschraubt ist, die Form genau gestellt wird.

Die feststehende Oberfläche, auf welche das zu bedrukende |34| Papier gelegt wird (der Nachschuß-Tisch, feeding table) besteht aus vierekigen Rahmen, die, wie Trommeln, mit Tuch oder Pergament überzogen sind. Man steht diese Rahmen von der Kante in Fig. 14, bei c 1, und, c 2, und in Fig. 13, an c c c. Sie können auf Zapfen sich etwas heben und senken, und werden durch die Doppelhebel, zz, in Fig. 14, gehoben, damit die Rähmchen durchlaufen können, ohne auf das Papier zu wirken. Diese Doppelhebel werden mittelst eines Zapfen-Rades auf der Spindel, x, in Thätigkeit gesezt, welches Rad, indem es gegen die langen Hebel, yy, drükt, diese mittelst der Schnüre, ww , die Doppelhebel, zz, abwechselnd ziehen läßt, und dadurch den Nachschuß-Tisch hebt, wie bei, c 1, welcher dann bei der Rükkehr des langen Hebels durch seine eigene Schwere niederfällt, wie bei c 2.

Die Art Register zu halten, besteht darin, daß man vier Linien Lettern in Löcher stellt, die zu diesem Zweke in der Kante des Stellrahmens oder an einem anderen Theile der Form in einer solchen Lage angebracht sind, daß, wenn sie quer verlängert würden, sie in der Mitte der Form sich durchschneiden würden. Auf diese Weise werden an den vier Kanten des Papieres Linien unter rechten Winkeln abgedrukt, und diese Linien müssen, wenn der Bogen auf den Nachschuß-Tisch kommt, um auch auf der Rükseite bedrukt zu werden, genau mit correspondirenden Linien auf diesem Tische zusammentreffen. Auf diese Weise befindet sich dann der Bogen in einer Zage, in welcher er auf die Form gebracht werden kann, wo er nun genau Register halten wird.

Die Art, den Bogen Papier auf dem Rähmchen einzuschließen, ist folgende: nachdem der Bogen auf den Nachschuß-Tisch, ccc, gelegt und gehörig nach den Kanten des Papiers gestellt wurde, wird er darüber hinausreichen, so daß er zwischen dem Rähmchen, dd, und den gehobenen Fingern, ee, gefaßt werden kann. Nachdem das Rähmchen zurükgekommen und der Augenblik eingetreten ist, um den Bogen vorwärts zu führen auf die Form, werden die Finger, ee, niedergebracht, so daß sie die Kante des Bogens auf das Rähmchen auf folgende Weise halten. Eine Stange, ff, Fig. 13, an welcher zwei Schlitten, g, und, j, angebracht sind, schwingt sich mittelst eines Klopfers, der gegen einen gegliederten Arm drükt, welcher von dem unteren Ende eines Hebels ausläuft, der mit |35| der Stange, f, Fig. 14, verbunden ist. Auf dem Schlitten, g, befinden sich zwei kleine schiefe Flächen, hh, welche durch die Bewegung des Schlittens darunter hineingezogen werden, und die Finger, ee, heben. Man seze nun, daß die Stange, f, die Schlitten zurükgeschoben habe, und daß folglich die schiefen Flächen, h, h, unten hineingekommen sind, und die Finger, ee, gehoben haben, was der Fall seyn wird, wenn sie auf dem Puncte sind, den Bogen zu ergreifen. Wenn der Klopfer auf den Hebel geschlagen hat, so daß er die Stange, f, wieder zurük treibt, wird der Schlitten, g, vorwärts gebracht, und die schiefen Flächen, hh, werden unter den Fingern weggezogen seyn: da man die Federn, kk, aufwärts gegen den hinteren Theil der Finger, ee, drüken, so lassen sie dieselben mit solcher Kraft herabkommen, daß sie die Kante des Bogens auf dem Rähmchen vollkommen festhalten. In dieser Lage wird nun das Rähmchen mit seinen Rahmen längs der Maschine hingeführt, und der Bogen über die Form gebracht, um auf derselben bedrukt zu werden.

Der Klopfer, welcher die Stange und den Hebel, f, in Thätigkeit sezt, ist auf dem Zahnrade, l, Fig. 14, befestigt, und mit, m, bezeichnet. So wie dieses Rad sich dreht, schlägt er gegen das Ende des gegliederten Armes des Hebels, f, und macht, daß die Stange, oben, und die Schieber, g, und, j, sich auf die oben beschriebene Weise bewegen. Da es aber, um die Schlitten, g, und, j, rükwärts und vorwärts zu bewegen, nothwendig ist, daß der Hebel, f, abwechselnd auswärts und einwärts bewegt wird, so ist eine Stange, n, welche mit einem excentrischen Rade auf der Achse, o, verbunden ist, so angebracht, daß sie den gegliederten Arm des Endes des Hebels f, in der Art wechseln läßt, daß er in jenen Lagen mit dem Klopfer in Berührung kommt, in welchen dieser abwechselnd den Hebel und seine Stange aus- und einwärts drüken kann, wodurch dann die Schlitten so gewechselt und die Finger so gehoben werden, daß diese Bewegungen mit den übrigen Bewegungen der Maschine correspondiren. Da das Rad, o, eine volle Umdrehung bei jedem Wechsel der Stange, f, macht, so ist klar, daß die Klopfer, welche dieselbe aus- und einwärts treiben, auf verschiedenen Kreisen des Rades liegen müssen, und damit das Ende des gegliederten Armes, f, in diese verschiedenen Kreise gebracht wird, muß auf obige Weise gewechselt werden.

Die unterbrochene Kreisbewegung ist eine mechanische |36| Vorrichtung, um eine Wechselwirkung zu erzeugen, wodurch gewisse Theile der Maschine abwechselnd in Thätigkeit oder in Ruhe gesezt werden, während die übrigen Theile der Maschine sich fortbewegen. Diese Vorrichtung ist in Fig. 15, 16, und 17, dargestellt, in welchem die Räder in verschiedenen Perioden ihrer Umdrehung gezeichnet sind. A, ist das Rad, welches in stäter Umdrehung erhalten wird. B, das Rad, welches in unterbrochener Bewegung sich dreht. C, ist ein Leiter mit zwei Furchen, in welchen bewegliche Zähne des Rades, A, der Länge nach hingleiten. Diese beweglichen Zähne sind bei, a, b, am Umfange des Zahnrades, A, gezeichnet. Die Art, diese Zähne an dem Rade anzubringen, besteht darin, daß man sie an den Enden von Hebeln bildet, welche Hebel auf ihren Zapfen bei, cc, steigen und fallen. Diese Hebel sind in der Höhlung des Radels mittelst eines Dekel-Blattes eingeschlossen (welches hier abgenommen ist, um den inneren Bau zu zeigen), und auf diesem Dekel-Blatte sind gewisse schiefe Flächen, welche auf den Klopfer oder die erhabenen Theile des Hebels bei, d, und, e, wirken. Da das Rad, A, sich in ununterbrochener Bewegung dreht, so werden seine Zähne in den gezähnten Theil des kleineren Rades, B, so lange wirken, bis der ungezähnte Theil dieses Rades herumkommt; in diesem Augenblike fällt aber der bewegliche Zahn, b, in die Furche des Leiters, und der gekrümmte Theil dieses Leiters kommt gegen ein kreisförmiges Knöpfchen an dem Rüken des Rades, A, das kleinere Rad, B, steht still, und das größere Rad, A, fährt in seiner Umdrehung fort.

Wenn man nun sezt, daß in Fig. 15, das kleinere Rad B, einige Zeit über still stand, und das größere Rad, A, sich in der Richtung des Pfeiles5) fort dreht, so wird in dem Augenblike, wo der Zahn, a, in die hier gezeichnete Lage kommt, die schiefe Fläche auf dem Dekel-Blatte, wie oben bemerkt wurde, auf den Klopfer, d, wirken, und, indem sie den Hebel niederdrükt, den Zahn, a, in die Furche des Leiters werfen, und so, wie das Rad, A, fortfährt, sich zu drehen, wird es den Leiter in die Lage von Fig. 16, bringen, wo dann eine andere schiefe Fläche auf den Klopfer, e, wirkt, und den Zahn aus der Furche hebt. Man wird nun sehen, daß die Zähne |37| des größeren und kleineren Rades in einander eingreifen, und daß beide Räder sich mit einander drehen, was sie so lang fort thun werden, bis das Rad, B, in die bei Fig. 17, gezeichnete Lage kommt. In dieser Zeit wird eine schiefe Fläche auf dem Dekel-Blatte, wie oben angegeben wurde, auf den Klopfer, d, wirken, den Hebel niederdrüken, und den Zahn, b, in die andere Furche des Leiters werfen, wodurch, so wie das Rad, A, sich dreht, der Leiter und das Rad, B, in die Lage kommen werden, welche in Fig. 15, gezeichnet ist, und wenn der Zahn aus dem Ende der Furche kommt, wird er das Rad B, still stehen lassen, indem ein Ausschnitt des Randes an dem Umfange des größeren Rades rükwärts, wie die punctirten Linien zeigen,6) gegen den gekrümmten Theil des Leiters streift, und dadurch das Rad, B, fest hält. Die Zähne von A, laufen solang über den ungezähnten Theil von, B, bis der Zahn, a, wieder in die in Fig. 15, gezeichnete Lage kommt, wo dann das Rad, B, wieder anfängt, sich zu drehen.

Man wird bemerken, daß diese sehr sinnreiche Vorrichtung eine unterbrochene umdrehende Bewegung zu erhalten (die, wie es uns scheint, durchaus neu in der Mechanik ist), sich auch auf eine Menge anderer Maschinen, nicht blos auf die Druker-Presse allein anwenden läßt. Es ist sehr zu bedauern, daß der Erfinder sich dieselbe nicht durch ein besonderes Patent als sein Eigenthum sicherte; so wie es hier steht, kann das Publikum dieselbe nach Belieben, nur nicht bei einer Druker-Presse,7) benüzen und wie wir hören, wird es bereits wirklich zu einer verbesserten Sprizen-Maschine mit umdrehender Bewegung, |38| die durch Dampf- oder Wasser getrieben werden soll, angewendet.

Die Art, wie der Bogen Papier, nachdem er bedrukt wurde, abgenommen, und auf einen Haufen gelegt wird, ist folgende: Man seze, der Bogen, der zum Druken bereit liegt, soll eingeführt werden. Eine Stange mit zwei oder mehreren Finger-Paaren wird unter die Kante der Platte gebracht, wo sie den Rand des Papieres faßt beinahe auf dieselbe Weise, wie in der oben erwähnten Patent-Erklärung. Diese Stange ist in Fig. 18, einzeln dargestellt. aa, ist der befestigte Theil der Stange, an welchem die Finger oder Fänge, bb, angebracht sind. Diese Finger werden durch Federn offen gehalten, aber alsogleich geschlossen, nachdem sie das Papier gefaßt haben, und zwar durch die sich schiebende Zange, cc . Auf dieser Stange befinden sich schiefe Flächen, welche, so wie die Stange sich schiebt, unter die Schweife der Finger kommen, und diese schließen. Nachdem das Papier bedrukt wurde, wird der Bogen durch die Umdrehung der Räder weggezogen, welche die Ketten führen, an welchem die Finger-Stange befestigt ist, und wird, wie Fig. 7, zeigt, über den Haufen gebracht, wo dann eine schiefe Fläche gegen das Ende der sich schiebenden Stange, c, drükt, die oben beschrieben wurde, dadurch die Finger öffnet, und den Bogen fallen läßt. Der Bogen Papier wird dadurch gehindert, zu weit vorwärts zu kommen, oder von der Luft weggeweht zu werden, daß man ein Schirm-Tuch darüber aufhängt, wie Fig. 19 zeigt. Dieses Tuch wird, sammt den Hebeln und der Stange, welche es aufgehängt erhalten, dadurch niedergelassen, daß man eine Stange und Kurbeln mit der Achse des Ketten-Rades verbindet, wie Fig. 14, und Fig. 20. Durch das Niedersteigen dieser Hebel und der Stange wird der Haufen gedrukt, so daß er nach und nach niedersinkt, und sich an seinen Stüzen herabsenkt.

Bei Regulirung der Menge Drukerschwärze, welche von der Führungs-Walze auf die Vertheilungs-Walzen gebracht wird, bedient man sich einer Stell-Stange, die durch das Drehen einer Schrauben-Büchse verlängert und verkürzt werden kann. Diese Stell-Stange zeigt sich in Fig. 19, wo ein Ende mit der Führungs-Walze und das andere mit einem excentrischen Rade auf der Achse des Wechsel-Rades verbunden ist, wodurch, so |39| wie das excentrische um den Führer läuft, es gelegentlich gegen die Vertheilungs-Walzen hinaufgedrükt, und einige Zeit über, solang es nämlich zur Aufnahme der Schwärze nöthig ist, nach der Länge der Stell-Stange, festgehalten wird.

Die Weise, wie diese Maschine wirkt, ist folgende: Fig. 14, zeigt die Maschine von der Seite; das äußere Gestell und das Flugrad ist abgenommen, um die inneren Theile der Maschine deutlicher zu zeigen. Fig. 19, zeigt die Maschine von der Kehrseite, wo das äußere Gestell weggenommen, und ein Theil des inneren beseitigt ist, um das Innere der Maschine darzustellen. Fig. 20, zeigt die Maschine von dem Ende her gesehen. Dieselben Buchstaben zeigen dieselben Gegenstände in allen drei Figuren. Das Flugrad auf der Achse, a, wird mittelst einer Kurbel, oder auf eine andere Weise in Bewegung gesezt. Dadurch wird das kleine Zahnrad, b, auf derselben Achse in Bewegung gebracht. Dieses theilt seine Bewegung dem größeren Zahnrade, c, und dieses dem Rade d, mit, so daß hier ein Zug von drei Rädern entsteht, die durch die Spindel, a, getrieben werden. Eine Kurbel an der Achse des Rades, d, treibt mittelst ihrer Verbindungs-Stangen einen gezähnten Sector, e, welcher in einen Triebstok, k, f, eingreift, und in ein Zahnrad, g, auf derselben Achse, und so den Schlitten des Rahmens h, in Bewegung sezt. Durch diese Bewegung des Schlittens werden die Schwärz-Walzen, iii, über die Lettern-Formen geführt, und die Farbe wird zum Druke fertig aufgetragen. Nachdem das Papier vorläufig auf den Nachschuß-Tisch, c 1, gehörig aufgelegt wurde, und die Finger, k, den Bogen an seinem Rande gefaßt haben, bringt das Fortschreiten des Schlittens das Rähmchen mit dem Bogen auf die Form, der Tisch wird mittelst der Hebel und der Stangen, p, und, q, die von einem kleinen Rade, r, hinter dem Rade, b, in Thätigkeit gesezt werden, gehoben: das Rad, r, wird nämlich mit dem Rade, b, durch die in Fig. 15, 16, 17, beschriebene Weise in Umtrieb gebracht.

Ehe ein Bogen abgedrukt wird, werden die Finger, s, unter die Platte gebracht, und fassen dadurch den Bogen mittelst einer schiefen Fläche an der Seite des Tisches, indem diese gegen den Schweif eines Hebels, t, schlägt, welcher die Schiebstange, Fig. 18, bewegt. Auf diese Weise wird das Papier zwischen den Fingern gehalten, hinauf geführt, und |40| abgelegt durch Umdrehung der Räder, u, und, u 2. Diese Räder werden durch einen Zahnstok, v, an der Seite des Schlittens des Rähmchens in Umtrieb gesezt, welcher Zahnstok in die Glieder einer Laufkette eingreift, und dadurch die Räder dreht, so wie das Rähmchen sich hin und her bewegt.

Bei der Rükkehr des Schlittens des Rähmchens wird ein Bogen, der auf dem Nachschuß-Tische, j 2, liegt, über die drukfertige Form gebracht; was, während der vorherige Bogen weggezogen wird, durch Umdrehung des Rades, d, und des gezähnten Sectors desselben geschieht. Dieses Rad, d, steht still, während das Rad, b, sich bewegt, da beide durch das Rad, c, verbunden sind mittelst des oben erwähnten Apparates zur unterbrochenen Umdrehung. Die damit verbundenen Schwärzungs-Walzen, iii, bewegen sich mit dem Schlitten des Rähmchens bei jedem Rüklaufe desselben, ruhen auf den Vertheilungswalzen, w 1, w 2, die sich ohne Unterlaß drehen, und theilen diesen die Schwärze mit, deren Menge auf obige Weise regulirt wird.

Das Uebrige findet sich in dem oben angeführten Patente erklärt.

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Wir im polytechn. Journ. B. XIII. S. 17.

A. d. Ueb.

|36|

Der im Originale fehlt.

A. d. U.

|37|

Die im Originale fehlen.

A. d. U.

|37|

Da sieht man den wahren Engländer, der es bedauert, daß er nicht allein Magen und Hände hat, und daß auch andere Leute essen müssen und arbeiten können. Wir können übrigens hier die Bemerkung nicht unterdrüken, daß man bei mancher Maschine, die übrigens ihrem Zweke nicht entspricht, gewisse Vorrichtungen findet, die zu anderen Zweken trefflich taugen. Es ist daher in der Mechanik vielleicht mehr, als irgendwo, nöthig, nichts zu verachten, und, wie der Apostel sagt: „Alles zu prüfen, und das Gute zu behalten.“ Daher nehmen wir Manches auf, was an sich nichts taugt, wohl aber durch eine neue Anwendung einer alten Sache, oder durch irgend eine besondere Vorrichtung, oder selbst durch Fehler, die es vermeiden lehrt, nüzlich werden kann.

A. d. Ueb.

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