Titel: Broadmeadow's, Vorrichtung um Luft, Rauch, Gas, oder andere luftförmige Producte auszuziehen.
Autor: Broadmeadow, Simeon
Fundstelle: 1826, Band 19, Nr. XXXVIII. (S. 164–167)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj019/ar019038

XXXVIII. Vorrichtung um Luft, Rauch, Gas, oder andere luftförmige Producte auszuziehen, zu verdichten, oder fortzutreiben, worauf Sim. Broadmeadow, Baumeister zu Abergaveny- Monmouthshire, am 2. April 1825 sich ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem Repertory of Patent-Inventions, November, 1825. S. 305.

Mit Abbildungen auf Tab. III.59)

Der Patent-Träger bemerkt, daß dieses gegenwärtige Patent durchaus nicht mit einem früheren collidirt, welches er sich am |165| 19. Januar 1824 ertheilen ließ. Gegenwärtige Erfindung beschränkt sich auf eine besondere Vorrichtung, Luft, Rauch, Gas oder andere luftförmige Producte, die entweder bei der Destillation oder auf irgend eine andere Weise erzeugt werden, auszuziehen, oder auf andere schikliche Weise zu benüzen. Es wird nämlich dadurch der Druck aus dem Inneren des Apparates nach irgend einem mit dem Feuerherde in Verbindung stehenden Zuge oder Schornsteine geschaft, dadurch der zum Verbrennen des Feuers gehörige Luftzug erzeugt, und nachdem das Product in Rauch oder in irgend eine elastische Flüchtigkeit verwandelt wurde, entweder durch Züge unter der Erde oder auf irgend eine andere Weise abgeleitet. Dieß geschieht durch ein umgekehrtes Gefäß, oder durch mehrere umgekehrte Gefäße, die in Wasser oder in irgend einer dem Gase, der Luft oder dem Rauche, worauf gewirkt werden soll, angemessenen Flüssigkeit arbeiten.

Fig. 15, zeigt den Aufriß eines Apparates im Durchschnitte, in welchem zwei umgekehrte Gefäße durch die abwechselnde Bewegung eines Hebels in Thätigkeit gesezt werden, an welchem sie in gleichen Entfernungen von dem Stüzpuncte aufgehängt sind. aa, ist der Hebel, an welchem die Gefäße hängen, und der sich um den Stüzpunct, a, dreht. Diesem Hebel wird durch eine Dampfmaschine, oder durch irgend eine Triebkraft eine abwechselnde Bewegung mitgetheilt. bbbb und cccc, sind die beiden obenerwähnten umgekehrten Gefäße, die vollkommen luftdicht und nur unten offen sind.

dddd und eeee, sind zwei größere Gefäße oder Sümpfe, die bis zur Linie, ff, mit Wasser, oder mit irgend einer anderen Flüssigkeit gefüllt sind, und in welchen die umgekehrten Gefäße, bbbb , cccc, abwechselnd auf- und nieder steigen durch die Einwirkung des Hebels, aa. g, h, i, ist eine Röhre, die durch den Boden oder durch irgend einen schiklichen Theil der Gefäße, dddd und eeee, läuft, und über die Oberfläche der Wasserlinie, ff, reicht. An den Enden, g und i, sind Klappen, die sich jede in das Innere der Gefäße, bbbb und cccc, öffnen, und bei h, wo die Ausziehung geschehen soll, mit dem Zuge oder mit dem Ofen verbunden sind. kl, und mn, sind einzelne Röhren, die durch den Boden oder durch irgend einen anderen Theil der Gefäße, dddd und eeee, laufen, und gleichfalls etwas über die Oberfläche des Wassers, ff, hinaufsteigen. Diese Röhren sind offen, oder leiten in das größere Gefäß, cccc , sie haben Klappen |166| an den Enden, l und n, und öffnen sich in das Innere der Röhre, oooo, die, nach Umständen, in der bequemsten Lage läuft. Um diese Vorrichtung in Thätigkeit zu sezen, muß dem Hebel, aa, auf die oben bemerkte Weise eine Bewegung mitgetheilt werden, wodurch die umgekehrten Gefäße, bbbb und cccc, gehoben und gesenkt, und die Luft, der Rauch oder die Gase ausgezogen werden, während sie durch die Röhre, ghi, aus dem Ofen aufsteigen, und, wenn die Gefäße wieder herabsteigen durch die Röhren, kl und mn, in die Röhre, oooo, getrieben werden; denn die Klappen, g und i, öffnen sich während des Aufsteigens der obenangeführten umgekehrten Gefäße, und schließen sich während des Niedersteigens derselben, und die Ausgangs- oder Auslaßklappen bei, l und m, öffnen sich während jene umgekehrten Gefäße niedersteigen und schließen sich bei dem Aufsteigen derselben, und erzeugen dadurch einen regelmäßigen Zug, oder eine Exhaustion, bei dem Puncte, h, und dadurch einen beständigen Luftzug, oder einen Zug irgend einer elastischen Flüssigkeit, der in die Röhre, oooo, zufließt und aus derselben ausströmt.

Fig. 16, zeigt den Durchschnitt eines Aufrisses meines Apparates zu obigem Zweke unter solchen Umständen, wo man sich keiner besondern Triebkraft bedienen kann, oder wo die Arbeit langsam und regelmäßig vor sich geht. Man hängt ein Gefäß umgekehrt an einer Kette oder an einem Seile auf, welches entweder über eine Rolle läuft, oder mit einem Hebel verbunden ist, so daß ein Gegengewicht, welches etwas schwerer ist als das Gefäß, zu jeder Zeit während der Exhaustion als Kraft dienen kann, die das umgestürzte Gefäß hebt, und die oben beschriebene Wirkung hervorbringen kann. aaaa, ist das umgestürzte Gefäß; bbbb, ist der Sumpf, in welchem das Wasser oder irgend eine andere Flüssigkeit bis zur Linie, cc, emporsteigt. Die Auslaß-Röhre ist bei, df, dargestellt, und hat eine Klappe bei, f; die Einlaß-Röhre bei, gh, hat eine Klappe bei g, ii, sind Rollen, über welchen das Gefäß, aaaa, an einer Kette oder an einem Seile hängt; an dem andern Ende der Kette ist das Gegengewicht angebracht, welches schwerer ist als das Gefäß, dieses immer in die Höhe zu ziehen strebt, und dadurch bewirkt. Wenn, bei dieser Vorrichtung, das umgekehrte Gefäß voll Luft, Gas, oder anderer elastischer Flüssigkeit ist, muß das Gewicht, k, vermindert werden, und das Gewicht des Gefäßes selbst wird die Luft, oder was immer ist |167| demselben enthalten ist, durch den Auslaß, df, austreiben. Die Klappen, g und f, wirken dann nähmlich in verkehrter Richtung, wie oben bei Fig. 15, beschrieben wurde.

Fig. 17, stellt den Durchschnitts-Aufriß einer anderen Vorrichtung dieser Art vor, wo ein einziges umgestürztes Gefäß eine stätige Exhaustion hervorbringt, und die Luft oder jede andere elastische Flüssigkeit austreibt. aaaa, ist ein vollkommen geschlossenes und bis zur Linie, bb, mit Wasser oder irgend einer anderen schicklichen Flüssigkeit gefülltes Gefäß. cccc, ist ein umgestürztes Gefäß, welches an der Stange, dd, hängt, die durch eine Schlußbüchse oder durch ein ledernes Halsband bei dem Puncte, e, läuft. Durch diese Stange wird obiges Gefäß abwechselnd gehoben und gesenkt, wenn irgend eine gehörige Triebkraft an demselben angewendet wird. fh, ist eine Einlaß-Röhre mit einer Klappe bei, f, die sich gegen das Innere des Gefäßes aaaa, öffnet, und, ik, ist eine Auslaß-Röhre mit einer Klappe bei, k, die sich gegen das Innere der Röhre, llll, öffnet, welche die Luft oder das Gas an den Ort der Bestimmung führt. mn, ist die Auslaß-Röhre nach dem Inneren des umgestürzten Gefäßes, und, op, die Einlaß-Röhre: beide haben dieselbe Einrichtung, wie die Klappen in Fig. 15. Durch diese Einrichtung wird durch die abwechselnde Bewegung, die durch die Stange, dd, hervorgebracht wird, ein partielles Vacuum erzeugt sowohl innerhalb des Gefäßes, cccc, als in dem oberen Theile des geschlossenen Gefäßes, aaaa, wodurch eine ununterbrochene Exhaustion oder Neigung zu einem Vacuum in den damit verbundenen Röhren, die zu dem Ofen leiten, erzeugt wird; dadurch wird auch die Luft, der Rauch oder jede andere Gasart, die durch die Auslaß-Röhren, ik und mmm, herausgezogen wird, in die Röhre, llll, getrieben, und von da dorthin, wo man sie braucht.

Der Patent-Träger beschränkt sein Patent-Recht vorzüglich auf die Anwendung des umgekehrten Gefäßes: Form, Proportion, Material hängen von Umständen ab.

Dasselbe Patent findet sich auch im London Journal of Arts, N. 58. S. 136.

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