Titel: Lingford's, Verbesserungen an den Maschinen, welche zur Verfertigung der Nezen-Spizen gebraucht werden.
Autor: Lingford, John
Fundstelle: 1826, Band 19, Nr. LXXIX. (S. 321–329)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj019/ar019079

LXXIX. Gewisse Verbesserungen an den Maschinen, welche gegenwärtig zur Verfertigung der sogenannten Nezen-Spizen (Bobbin-Net oder Buckinghamshire Lace-Net), gebraucht werden, und worauf Joh. Lingford, Spizen-Fabrikant zu Nottingham, sich am 20. März 1824 ein Patent geben ließ.121)

Aus dem London Journal of Arts. October. 1825. S. 180.

Mit Abbildungen auf Tab. VII.

Die Maschinen zur Verfertigung jener Art von Spizen-Nezen, die unter den Namen Bobbin-Net (d.h. auf Deutsch, Spulen-Nez), als Nachahmung der in Buckinghamshire und in der Nachbarschaft verfertigten Spizen fabricirt werden, indem nämlich die Faden einer Anzahl Spulen, um Stifte auf einem Kissen geschlungen werden, sind von verschiedener Art, und unterscheiden sich sowohl in den Grundzügen ihres Baues, als in ihren Bewegungen, obschon der Zwek bei allen derselbe ist, nämlich eine Reihe von Spulen in solchen Richtungen umher zu führen, daß die Faden umschlungen werden, und sechsekige Maschen bilden.

Die verschiedenen Arten dieser Maschinen zur Verfertigung der Spizen (welche alle während der lezten 15 Jahre erfunden, oder wenigstens eingeführt wurden), lassen sich unter folgende Abtheilungen bringen. Der alte Loughborough Doppel-Binder, Heathcoat's (The old Loughborough double tier, Heathcoat's); der einfache Binder nach Stevenson's Methode (The single tier on Stevenson's principle); verbesserter Doppel-Binder, Brailey's (improved double tier, Brailey's); einfacher Binder nach Lever's Methode (single tier on principle): der alte Loughborough, verbessert mit Pump-Schnüren (the old Lougborough improved with pumped |322| tackle); die Stoß-Methode (the pusher principle); die Querkette Brown and Freeman's, (the traverse warp, Frown and Freeman's); die Querkette in Umdrehung, Lindley and Lacy's (traverse warprotatory, Lindley and Lacy's); der gerade Bolzen, Kendal and Mauley's (the straight bolt, Kendal and Mauley's); der kreisförmige Bolzen, Mauley's (the circular bolt Mauley's); der kreisförmige Kamm, Hervey's (the circular comb, Hervey's); der verbesserte kreisförmige Kamm, Hervey's (the circular comb improved, Hervey's), und die verbesserten Hebel (the improved levers); dieß sind die verschiedenen Methoden, nach welchen die Spulen-Nezspizen-Maschinen eingerichtet sind. Die gegenwärtige Verbesserung besteht darin, daß einige der eben genannten Maschinen durch Räder in Thätigkeit gesezt werden, indem sie bisher durch Hebel mittelst der Hände und Füsse der Arbeiter in Gang gebracht wurden. Sie ist auf drei der obigen Maschinen anwendbar, auf die Hervey's oder kreisförmige Kamm-Maschine, auf die kreisförmige Bolzen-Maschine, und auf die gerade Bolzen-Maschine; alle diese beruhen auf der Doppel-Bindungs-Methode, d.i., sie haben eine doppelte Reihe von Spulen, die sich unter einander kreuzen und wechseln. Diese Verbesserungen betreffen nicht den inneren Mechanismus der Maschine, sondern bloß die Methode, dieselbe in Thätigkeit zu sezen.

Fig. 1. zeigt die Maschine nach der kreisförmigen Bolzen-Methode von der Vorderseite; Fig. 2. zeigt dieselbe von rükwärts. Fig. 3. ist ein Querdurchschnitt nach der Mitte der Maschine. Dieselben Buchstaben bezeichnen dieselben Gegenstände in allen drei Figuren.

Die in diesen Figuren dargestellte Maschine ist ohne die Griffe an den Kurbeln, und ohne die Hebel gezeichnet, durch welche sie gewöhnlich in Umtrieb gesezt wird, so, als wenn sie durch eine andere Triebkraft getrieben würde; sie kann aber auch durch die Hand in Thätigkeit gebracht werden, d.h., die umdrehende Bewegung kann in wenigen Minuten beseitigt werden; man kann wieder die gewöhnlichen Griffe und Hebel an derselben anbringen, und die Maschine auf die gewöhnliche Weise in Gang sezen.

Um die Maschine in Umtrieb zu bringen, läßt man einen Laufriemen von der Trommel einer Dampfmaschine, oder irgend einer anderen Triebkraft über den kegelförmigen Läufer, A, streichen, welcher, mittelst einer Vorrichtung um denselben in und |323| außer Umlauf zu sezen (die wir später erklären werden), die Seiten-Spindel an dem Ende der Maschine dreht, und diese treibt mittelst eines Centripetal-Triebstokes und eines Zahnrades die Hauptachse der Maschine. B, ist dieser Centripetal-Triebstok von einem besonderen Baue, der in den Umfang eines schiefzähnigen Rades, a, eingreift, das an der Hauptachse, DDD befestigt ist. Auf dieser Hauptachse befindet sich ein Centralklopfrad, E, welches die Sperr-Stangen (locker bars) treibt, nebst zwei Zapfenrädern, F und G, die die Stoßstangen treiben, wie wir unten zeigen werden. An dem Ende der Hauptachse ist ein Zahnrad, H, welches, so wie Achse sich dreht, als Spornrad wirkt, und ein anderes Zahnrad, I, oben dreht. Auf der Achse dieses lezt erwähnten Rades, und an demselben, ist ein besonders gebildetes Rad, K, welches eine Reihe von schiefen Flächen führt, deren Kanten in ein Zahnrad, L, eingreifen, und so wie eine Schraube ohne Ende wirken. Mittelst dieses Rades, K, mit den schiefen Flächen wird das Zahnrad, L, mit seiner horizontalen Achse, M, in Umtrieb gesezt, und durch die verschiedenen Zahnräder und die an dieser Achse, M, befindlichen schiefen Flächen werden die verschiedenen Seitenbewegungen der Stangen durch Schieben oder Rüken derselben auf die unten anzugebende Weise hervorgebracht.

Nachdem die Hauptachse, D, auf die oben angegebene Weise in eine umdrehende Bewegung gebracht wurde, wird das Klopfrad, E, nach der Richtung des Pfeiles, Fig. 3., in Umtrieb gesezt, indem die hervorragenden Theile an dem Umfange desselben gegen das Reibungsrad am Ende des Hebels, N, anschlagen, welcher Hebel sich auf dem Zapfen seines Stüzpunctes, J, schwingt. Da er oben mittelst eines sich schiebenden Gefüges mit dem Hebel der Sperr-Stange, a, verbunden ist, so veranläßt er diese Stange jedes Mahl zu schlagen, wann einer der hervorragenden Theile des Klopfrades, E, auf das Ende des Hebels schlägt. Da nun die Sperr-Stange, a, mit der Sperr-Stange, b, mittelst zweier kleinen hervorstehenden Stüke, die man die Wickler (lappers), nennt, verbunden sind (die Stüke sind aber hier nicht angedeutet, da man voraussezt, daß ihr Spiel ohnedieß bekannt ist), so bewegt die Wirkung der Stange, a, die Stange, b, und auf diese Weise wird das sogenannte Sperren (locking) bewirkt, d.h., die Blätter der Sperrstangen, die gegen den Schweif der Spulen-Schlitten, cc, drüken, machen, |324| daß diese in den gekrümmten Furchen zwischen den kreisförmigen Bolzen, dd, sich schieben. Da indessen diese Sperr-Stangen in ihren Wirkungen beschränkt sind, sind zwei andere Stangen, ee, die man die Stoß-Stangen (pusher bars) nennt, angebracht, die die Schlitten in den kreisförmigen Furchen von einem Ende ihres Laufes nach dem anderen hin- und herstoßen. Diese Stoß-Stangen sind an Viertel-Kreisen, ff, an den Enden der Maschinen befestigt, und diese Viertel-Kreise, die die Stangen führen, werden oben auf ihrem Mittelpuncte mittelst der Stangen, g, in eine schwingende Bewegung gesezt, welche Stangen mittelst Gefügen mit den Armen, h, verbunden sind, deren lezter an der Spindel, i, rükwärts auf der Maschine befestigt ist. Die Spindel, i, wird mittelst der zwei gekrümmten Hebel, O und P, die daran befestigt sind, in eine schwingende Bewegung gebracht, indem ihre Enden gegen den Umfang der beiden Zapfen-Räder, F und G, während der Umdrehung laufen, und dadurch gehoben und gesenkt werden.

Die Vorrichtung um diese Stangen endwärts zu schieben, damit die Lage der Spulen gewechselt wird, und diese sich seitwärts bewegen können, um, wenn sie wieder durch die Maschine gestoßen werden, in anderen Furchen sich zu schieben, und dadurch die Faden zu umschlingen, ist folgende: an dem Ende der Hauptachse ist, wie bemerkt wurde, ein Zahn- oder Spornrad, H, (Fig. 1.) angebracht, welches ein anderes Zahnrad, I, über demselben treibt, und auf der Achse dieses lezteren Rades ist das Rad mit den schiefen Flächen, K, welches, indem es in das Zahnrad, L, eingreift, die Seitenspindel, M, umdreht. Auf dieser Spindel sind zwei Zapfen- oder Muschel-Räder, jj (Fig. 2.) die man gewöhnlich Dawson's Räder nennt, und die, so wie sie sich drehen, die beiden Leitungs-Stangen, rr, nach der Seite schieben oder rüken. K, ist gleichfalls ein Rad von derselben Form; um die Vorder-Bolzenstangen, ss, zu rüken. QQ, sind zwei sich drehende schiefe Flächen, die abwechselnd gegen die Reibungs-Walzen am Ende der kleinen Hebel, RR, wirken, welche Hebel an den Zapfen, U, angebracht sind, die die Hinteren und vorderen Spizen-Stangen, mm, stüzen. Auf diese Weise treiben die schiefen Flächen, QQ, so wie die Spindel, M, sich dreht, die Spizen-Stange abwechselnd bei jenen Theilen der Operation aus, wo das Aufnehmen des umwundenen Fadens bewirkt werden muß. Und da es nothwendig ist, daß die Spizen aus dem |325| Neze alle in einer vollkommen gleich hohen Lage herausgezogen werden, so geschieht dieß mittelst der Reibungs-Walze an dem kürzeren Ende des Hebels, S, der auf einen Arm, T, drükt, welcher an dem Rüken der Spizen-Stange hervorsteht. Dieser Hebel, S, wird mittelst einer kleinen Reibungs-Walze am Ende seines längeren Armes gleichhoch gehalten, welche auf dem kreisförmigen Theile des Zapfens, U, (Fig. 1.) läuft. Wenn aber diese Reibungs-Walze in den untersten Theil des Zapfens, U, herabsteigt, was geschieht, wie der Zapfen um das kürzere Ende des Hebels, S, herum kommt, steigt er auf, und gestattet den Spizen durch ihre eigene Schwere aus der gleichförmigen Höhe hinabzusinken, um den umwundenen Faden aufzunehmen. In dieser Periode verlaßt aber die sich drehende schiefe Fläche, Q, den Hebel, R, und die Spizen-Stange wird unmittelbar durch die Gewalt der gebogenen Feder, V, durch die Faden vorwärts gedrükt, wo ein Sperrkegel, W, sie fest hält. Wenn nun die Reibungs-Walze an dem längeren Ende des Hebels auf den kreisförmigen Theil des Zapfens, U, kommt, drükt sie das kürzere Ende dieses Hebels auf den Arm, T, nieder, wie vorher, und hebt die Spizen in gleicher Höhe hinauf.

Das Aufrollen des Nezes auf dem Werkbaume, so wie es nach und nach verfertigt wird, geschieht mittelst des Rades, X, auf der Achse, M, welches halbkreisförmige Ausschnitte an seiner Peripherie hat, über welche, so wie es sich dreht, eine Reibungs-Walze am Ende eines Hebels, Y, steigt und fällt, und macht, daß ein an dem Hebel, Y, angebrachter Stoßer, t, das Zahnrad, o, um Einen Zahn treibt. Auf der Achse dieses Zahn- oder Schieb-Rades ist eine Schraube ohne Ende, p, welche in ein Zahnrad, q, eingreift, das auf der Achse des Werkbaumes befindlich ist, und so wird, wie die Achse, M, sich dreht, das Nez sehr langsam auf dem Werkbaume aufgerollt.

Die Mittel, durch welche die Maschine in ihrem Gange aufgehalten, oder aus der Ruhe in Gang gebracht werden kann, sind in Fig. 4. besonders dargestellt, wo der oben erwähnte kegelförmige Läufer, A, in horizontalem Durchschnitte gezeichnet ist. Dieser Läufer läuft loker auf der Spindel, a, kann aber mittelst eines Reibungskegels, b, darauf befestigt werden. Der Kegel schiebt sich längs dem Schafte, dreht sich aber mit demselben mittelst Rippen, die auf dem Schafte senkrecht stehen, und in Furchen in der Höhlung des Kegels eintreten. An dem Rüken |326| des Kegels ist eine gefurchte Rolle, c, befestigt, und der Kegel wird in den Läufer mittelst der Feder, d, gedrükt, welche an dem Rüken der Rolle wirkt. Auf diese Weise wird der Kegel in die Höhlung des Läufers getrieben, in die er genau paßt, und die Adhäsion dieser beiden Flächen erzeugt Reibung genug, um den Kegel in dem Läufer einzusperren, und die Achse zugleich mit umher zu treiben.

Man wird nun einsehen, daß das Sperren des Kegels und der Achse an den sich drehenden Läufer, A, den Centripetal-Triebstok, B, welcher an dem Ende der Achse befestigt ist, veranläßt sich mit zu drehen, und da dieser Triebstok in die Zähne des stumpfzähnigen Rades, C, eingreift, gibt er der Haupt-Achse, DDD, eine umdrehende Bewegung, welche diese auf die übrigen Theile der Maschine fortpflanzt.

Eine Stange, uu, (die man auch an Fig. 1. sieht) hat an ihrem Ende eine schiefe Fläche, e, welche dadurch, daß die Stange, u, sich nach der Seite schiebt, gegen die Seite der gefurchten Walze, c, gebracht wird, und wenn der Gang der Maschine unterbrochen werden soll, so schiebt der Arbeiter die Stange, u, auf die linke Seite, wo dann die schiefe Fläche, e, gegen die Seite der gefurchten Rolle drükt, und dadurch den Kegel von dem Läufer weg zurük treibt, und so die Reibung beseitigt, welche die Umdrehung veranlaßt. Der Läufer schiebt sich nun frei auf der Achse, und die Achse und die übrigen Theile der Maschine bleiben still stehen.

Der Druk des Kegels gegen die innere Seite des Läufers muß so stark seyn, daß er gerade so viel Reibung erzeugt, als nothwendig ist, um den Widerstand der Maschine, welche in Thätigkeit gesezt werden soll, zu überwinden. Aus diesem Grunde muß die Feder, d, sorgfältig temperirt und vorgerichtet seyn; wenn irgend einer der Schlitten in eine ungeeignete Lage käme, wird her dadurch vergrößerte Widerstand die Reibung des Kegels überwinden, und die Maschine augenbliklich still stehen machen. Man kann ein Flugrad an der Achse anbringen, wie bei, l, oder an dem Läufer, um die sogenannten todten Puncte der Zapfen zu überwinden, und die Maschine sanft sich bewegen zu lassen.

Der Centripetal-Triebstok, B, kann aus irgend einer Anzahl krummer Linien, die parallel mit einander wirken, gebildet werden, und diese Krummen können Zirkel-Abschnitte, von irgend einem Halbmesser gebildet, seyn, nach der erforderlichen Geschwindigkeit; das Zahnrad, in welches diese Ausschnitte eingreifen, |327| ist mit schiefen Zähnen versehen, welche in solcher Entfernung stehen, wie die Abschnitte, wenn man sie in der Richtung der Halbmesser von dem Mittelpuncte aus mißt. Der Centripetal-Triebstok, B, Fig. 1. hat vier Krumme, welche in ein Rad mit 20 Zähnen eingreifen; die Geschwindigkeit des Triebstokes ist also, in diesem Falle, Fünf zu Eins gegen das gezähnte Rad, und die Kraft, mit welcher die Hauptachse gedreht wird, sieht damit im Verhältnisse.

In der vorausgehenden Beschreibung ist die Verbesserung an einer Maschine mit kreisförmigem Bolzen angebracht: man kann aber auch, da die Bewegungen einer Hervey's oder einer kreisförmigen Kamm-Maschine auf demselben Grundsaze beruhen, eine solche Maschine durch ähnliche Vorrichtungen, wie hier in den Figuren angedeutet wurden, in Umtrieb sezen, nämlich ein Klopf- Rad (tappet-wheel), kann an einer sich umdrehenden Achse angebracht werden, um die Hebel zu bewegen, welche die Sperr-Stangen in Thätigkeit sezen, und Zapfen oder Muscheln, um die Stoß-Stangen zu bewegen: ähnliche Operationen, wie jene an der kreisförmigen Bolzen-Maschine, und mit derselben Wirkung. Die Enden-Bewegungen, d.h., das Wechseln und Rüken der Stangen kann an der kreisförmigen Kamm-Maschine durchaus auf dieselbe Weise, wie bei der kreisförmigen Bolzen-Maschine, bewirkt werden: die sich drehenden schiefen Flächen drüken gegen die Hebel, um die Spizen-Stangen herauszubringen; die sich drehenden Muscheln oder Zapfen drüken die Spizen hinauf; das Rad mit den halbkreisförmigen Ausschnitten bewegt den Hebel, welcher das Stük nach und nach um den Baum aufwindet: Alles ist hier so an der kreisförmigen Kamm-Maschine, wie es an der kreisförmigen Bolzen-Maschine beschrieben und abgebildet wurde.

Die gerade Bolzen-Maschine weicht jedoch in ihren Bewegungen bedeutend von der vorhergehenden ab, obschon ihre weitere Wirkung dieselbe ist. Die gegenwärtigen Verbesserungen, nämlich die Radbewegung statt der Hebel-Bewegung mittelst Händen und Füssen, wird an derselben auf folgende Weise angebracht. Fig. 5. zeigt eine gerade Bolzen-Maschine vom Ende gesehen; Fig. 6. zeigt dieselbe im Durchschnitte, a, ist eine horizontale Achse, die der ganzen Länge der Maschine nach hinläuft, und die sich mittelst eines kegelförmigen Läufers dreht, der von einem Centripetal-Triebstoke in Thätigkeit gesezt wird: |328| die gekrümmten Hervorragungen desselben greifen in ein Zahnrad auf dem Ende der Achse, a, auf die obige, in Fig. 1 und 4. erklärte, Weise. Nachdem die Hauptachse, a, auf diese Weise eine umdrehende Bewegung erhalten hat, schlagen die Hervorragungen an dem Klopfrade, b, auf den Hebel, c, der Sperr-Stangen, dd, sechs Mahl bei jeder Umdrehung, indem die arbeitenden Räder für zwölf Bewegungen zugeschnitten sind, um. die Masche zu vollenden, und die Zapfen- oder Muschelräder, e und f, so wie sie sich drehen, abwechselnd die Hebel, g und h, stoßen, welche, da sie an der Achse, i, befestigt sind, diese Achse veranlassen mittelst des Hebels, k, dem Körper der Maschine die querlaufende Bewegung zu ertheilen. An dem Ende der Achse, a, welches demjenigen, woran der Läufer wirkt, gegenüber steht, ist ein anderer Centripetal-Triebstok, l, angebracht, welcher in ein Rad, m, mit acht Zähnen auf der senkrechten Achse, n, eingreift, und dadurch macht, daß diese Achse sich ein Mahl dreht, während die Hauptachse sich zwei Mahl dreht. An dem oberen Ende dieser vermalen Achse, n, ist eine Schneke, o, befestigt, welche, so wie sie sich abwechselnd dreht, auf einen der Hebel, pp, schlägt, welche an den Spizen-Stangen, qq, befestigt sind, und auf diese Weise werden die Spizen aus den zum Aufnehmen fertigen Maschen gezogen. Die in Fig. 5 und 6. dargestellte Maschine ward für Hebelwirkung mittelst Händen und Füssen gebaut, und ist in keiner Hinsicht verändert, außer durch Anbringung der Vorrichtung zur Radbewegung, die man nach Belieben wegnehmen kann. Die senkrechte Achse sammt Zugehör kann auch an einigen anderen Artelt kreisförmiger Kamm- und Bolzen-Maschinen angewendet werden, nämlich an solchen, die die arbeitenden Räder vorne haben. Unter diesen Umständen schlagt der Patent-Träger vor diese Achse und ihre Schneke anzubringen, um die Spizen-Stangen zu bewegen, oder irgend eine andere Schneke, oder ein excentrisches Rad, wie es die besonderen Umstände an der Maschine erfordern. Die Klopf- Räder und die Zapfen- oder Muschel-Räder sind in den Figuren in solcher Form dargestellt, wie sie für die Maschine taugen, die sie bewegen sollen; diese Form muß indessen nach Umständen bei den verschiedenen vorkommenden Maschinen abgeändert werden. Es läßt sich keine allgemeine Regel hierüber geben. Wenn man diese Vorrichtung an irgend einer alten Maschine anbringen will, so befestigt man ein einfaches Rad auf der sich drehenden Achse, und bemerkt die Puncte an |329| dem Umfange, an welchen die Zapfen oder Muscheln eingeschnitten werden sollen.

Das, was der Patent-Träger hier als sein Patent-Recht in Anspruch nimmt, ist lediglich die Vorrichtung zur Radbewegung für die kreisförmige Bolzen-Maschine, für die kreisförmige Kamm-Maschine Hervey's und für die gerade Bolzen-Maschine; die Anwendung des kegelförmigen Läufers sammt Zugehör; der centripetale Triebstok und das Rad mit den schiefen Zähnen, in welches derselbe eingreift; das Rad mit den schiefen Flächen, um ein rechtwinkeliges Eingreifen zu erhalten; die sich drehenden schiefen Flächen auf der Seiten-Achse, um die Spizen-Stangen herauszuziehen; das sich drehende Schnekenrad auf der senkrechten Achse zu demselben Zweke, und endlich die Hebel, die durch Zapfenräder getrieben werden um die Spizen Stangen bei dem Aufnehmen der umschlungenen Faden heraufzudrüken, die auch bei Hand-Maschinen anwendbar sind.

Man vergleiche hiemit auch die Beschreibung und Abbildungen solcher Maschinen Bd. XVIII. 343, und diesen Band S. 140 und S. 252. D.

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