Titel: Gancel's, neue Feuersprize mit doppelter Wirkung und ununterbrochenem Strahle.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1826, Band 19, Nr. LXXXVII. (S. 346–349)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj019/ar019087

LXXXVII. Neue Feuersprize mit doppelter Wirkung und ununterbrochenem Strahle, von Hrn. Gancel, Mechaniker zu Cambray.

Aus dem Mercure technologique. N. 63. S. 274.

Mit Abbildungen auf Tab. VIII. (Im Auszuge.)

Diese Sprize, die sammt dem Troge nur 280 Franken kostet, wurde von der Société d'Encouragement beifällig aufgenommen, und ihr Erfinder, Hr. Gancel, erhielt dafür die Bronze-Medaille; zu Cambray erhielt er die goldene. Er theilt im Mercure a. a. O. folgende Beschreibung und Abbildung derselben mit.

In Fig. 20. ist, ABCD, eine Art Kiste, welche den Körper der Pumpe sammt Zugehör enthält. Alles ist gehörig an den Wänden eines Troges aus Eichenholz, der mit Eisen beschlagen, und beinahe kubisch ist, befestigt. Dieser Trog faßt, außer der Pumpe, 135 Litres. Der Körper der Pumpe, EFGH, ist bei, EH, geschlossen, und gestattet nur der Eisenstange |347| ab, die den Stämpel, d, bewegt, den Durchgang durch die Lederbüchse, UV. Ein Behälter, c, der immer mit Oehl gefüllt ist, erleichtert die Bewegung dieser Stange. Dieser Oehl-Behälter ist an dem Dekel des Körpers der Pumpe angeschraubt, so daß, je nachdem man denselben mehr oder minder in diesen Dekel einsenkt, man die Leder, ee, mehr oder minder zusammendrüken kann, um der Stange, ab, mehr oder minder Freiheit zu geben.

Der Stämpel, d, hat keine Klappe, und füllt den ganzen Umfang des Körpers der Pumpe aus.

Der Körper der Pumpe, E, F, G, H, ist mit 3 Klappen versehen, deren eine, bei I, das Wasser aus dem Troge einströmen läßt. Das Wasser tritt durch die Löcher, f, welche unten an dem Körper der Pumpe angebracht sind, ein, sobald der Stämpel in die Höhe gezogen wird, und saugt. Eine zweite Klappe befindet sich bei, L; sie gestattet dem Wasser; welches in den Körper der Pumpe unter dem Stämpel eingetreten ist, den Austritt in die Seitenröhre, CB, sobald der Stämpel niedersteigt. Die dritte Klappe bei, M, dient zur Einführung des Wassers über dem Stämpel, d, in dieselbe Seitenröhre, CB.

Auf der anderen Seite des Körpers der Pumpe befindet sich eine andere Röhre, NO, welche an ihrem unteren Ende mit einer Klappe, O, versehen ist, durch welche das Wasser des Troges durch die kleinen Löcher bei, I), in diese Röhre eintritt.

Wenn der Stämpel, d, niedersteigt, erzeugt er einen leeren Raum in der Röhre, NO, wo dann das Wasser durch die Klappe, 0, eintritt, und bald die ganze Höhlung derselben erfüllt, bei N, austritt, und den Körper der Pumpe über dem Stämpel füllt. Wie dieser sich hebt, treibt er dieses Wasser in die Röhre, BC, welche es nach den Ort hinführt, wo man dasselbe hinleitet.

Man begreift leicht, daß, wenn die Pumpe in Thätigkeit ist, der ganze Körper derselben mit Wasser gefüllt ist: das Wasser unter dem Stämpel wird durch die Klappe, L, in die Röhre, BC, getrieben, sobald der Stämpel niedersteigt, und während dieser Bewegung wird das Wasser von der Röhre, NO, aufgezogen, und durch die Klappe, M, in die Röhre, BC, gejagt, sobald der Stämpel aufsteigt; während dieser zweiten Bewegung wird das Wasser durch die Klappe, I, in den Körper der Pumpe eingezogen.

|348|

Das Wasser wird auf folgende Weise gegen das Feuer gesprizt, welches man löschen will. Um diese Feuersprize im größeren Maßstabe darstellen zu können, wurde die Sprizröhre, Q, T, Y, Q, besonders dargestellt. Q' gehört auf Q, über der Röhre, BM, und S, Q, Q', bildet Eine Röhre.

Der Ansaz, Y, Q, läßt sich nach Belieben wechseln, je nachdem der Strahl mehr oder minder stark werden soll.

Wenn die Röhre, BC, voll ist, und die Pumpe fortfährt zu spielen, tritt das Wasser in die Röhre mit der doppelten Krümmung, P, R, S, Q, und sprizt bei dem Ende, Q, mit einer Geschwindigkeit hinaus, welche mit jener, die ein Mensch zur Bewegung des Hebels, g, g, anwenden kann, im Gleichgewichte ist.

Bei R, ist ein Gewinde, welches die Röhre, RS, horizontal um den Punct, R, drehen läßt, und bei, S, ist ein anderes Gewinde, welches die Röhre, ST, vertical im Kreise sich zu drehen erlaubt, so daß man durch Combination dieser Bewegungen das Wasser leicht auf alle Puncte hinsprizen kann, wo dasselbe nöthig ist.

Um allen Zufällen vorzubeugen, die an den Klappen, L und M, durch Unreinigkeiten, die das Wasser mit sich führt, und die die Sprize verstopfen könnten. Statt haben möchten, hat Hr. Gancel zwei Vorrichtungen angebracht, die dieselben leichr beseitigen können. Sie bestehen aus zwei Schrauben-Pfropfen, B und X, die man leicht wegnehmen kann: man führt den Arm in die Röhren, und nimmt dasjenige weg, was an den Klappen vorliegt.

An beiden Seiten des Troges sind zwei Handgriffe, hh, gehörig befestigt, mittelst welcher man denselben überall hintragen kann, und auf welche sich abwechselnd die Arbeiter stellen, die die Sprize zu bedienen haben.

Größen der Haupt-Bestandtheile dieser Sprizen.

Der Durchmesser des Körpers, E, F, G, H, beträgt 68 Millimeter (3 Zoll)
Des Leiters, PT – 27
Der Röhre, TY in T 27
Derselben Röhre in Y 19
Der Stämpel-Stange 20
Der Lauf des Stämpels könnte betragen 38 Centimeter (I Fuß)
Es ist aber besser, um die Stöße zu beschleunigen,
nur demselben zu erlauben
8–9

Wirkung. Mit einem Aufsaze, dessen Mündung 12 I/2 Millimeter im |349| Durchmesser hat, hebt ein Mann 80 Liter Wasser 13 Meter hoch in Einer Minute;

2 Arbeiter heben 90 – – 17 –
3 – – 110 – – 20 –
Mit einem Aufsaze von 16 Millimeter
3 – – 130 – – 13 –

Ohne Aufsaz können 3 Arbeiter 220 Liter in einer Minute aussprizen, wenn das Wasser bei, Y, aussprizt.

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