Titel: Ananasse unter Glas in bloßem Laube zu ziehen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1826, Band 19, Nr. XXI./Miszelle 31 (S. 111–112)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj019/mi019021_31

Ananasse unter Glas in bloßem Laube zu ziehen.

Hr. Gibson, Gärtner bei Hrn. Heinr. Peters zu Betchworth Castle beschreibt im V. B. der London Horticultural-Society seine, auch in Gill's technical Repository, November 1825, S. 288. mitgetheilte Methode, Ananasse zu ziehen, auf folgende Weise: Er richtet im Februar sein Bett für die fruchttragenden Stöke her, nachdem er die Blätter von gemeinen Eichen- und (guten) Kastanien-Bäumen im Herbste hierzu sammelte. Der Kasten, den er hierzu vorrichtet, ist 13 Fuß lang, 6 1/2 Fuß breit, rükwärts 3 1/2, vorne 2 1/2 Fuß hoch. Das Bett wird an der Basis 8 Fuß breit angelegt, und nach oben zu auf 7 Fuß verschmälert, wenn es 4 1/2 Fuß hoch aufgeschüttet wurde. Auf dieser Höhe werden die Blätter eingeebnet, gut niedergetreten, und ringsumher um das Bett eine 10 Zoll dike Lage von Blättern angelegt, so daß auch große Pflanzen tief genug eingesenkt werden können. Die Stöke werden in die verwitterten Blätter so tief eingesenkt, daß der Rand der Topfe drei Zoll tief unter die Blätter kommt, wo dann bald Wurzeln zwischen den Blättern zum Vorscheine kommen, wodurch der Wachsthum der Frucht verstärkt wird, und, da diese dann vielweniger Wasser fordert, als bei dem Einsenken in Lohe nöthig ist, einen viel feinern Geschmak bekommt.46). Für die Stöke, die den Winter über aufbehalten werden müssen, muß ein frisches Bett gemacht werden; wo es aber an Blättern fehlt, kann durch Ausfütterung nachgeholfen werden, bis zum nächsten Frühjahre. Den Nachwuchs behält Hr. Gibson in Lohe, in welche er |112| aber die Töpfe nicht so tief einsenkt, damit die Wurzeln nicht über die Töpfe auslaufen.

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Ein gewöhnlicher Fehler unserer Gärtner ist, die Ananasse zu stark zu gießen, wodurch sie fad werden.

A. d. Ueb.

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