Titel: Ueber die Gefahr der Dampfbothe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1826, Band 19, Nr. XXI./Miszelle 6 (S. 103)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj019/mi019021_6

Ueber die Gefahr der Dampfbothe.

Wir dürfen uns nicht schämen, wenn unsere deutschen Landsleute, die mit der Wohlthat der Dampfbothe noch so wenig bekannt sind, den Unfall, der dem Dampfbothe, the Comet, zu Greenock begegnete, so hoch erheben, daß sie dadurch die Dampfschifffahrt gefährdet glauben. Selbst in England gibt es Leute, die die Mühe „ruhig zu denken“ scheuen, und das London Journal fand im November-Hefte es der Mühe werth, selbst das englische Publikum zu erinnern: daß es bei der Nacht finster ist, und daß die Ursache dieses Unfalles keine andere, als die Faulheit oder Filzigkeit des Patrones war, der keine Lampe ausstekte. Das London Journal macht seine Leser aufmerksam, daß Segel-Schiffe sich ebenso in Grund segeln, wie Dampfbothe sich in den Grund dampfen; daß aber Dampfbothe vor den Segel-Schiffen den unendlichen Vortheil voraus haben, daß, während nichts ein Schiff im rollen Segeln aufzuhalten vermag, ein Dampfboth nicht bloß augenbliklich gestellt, sondern sogar zurückgetrieben werden kann. Ein Dampfboth kann dort schiffen, wo kein anderes Schiff sich zu halten, oder wie der englische Seemann spricht, „zu leben“ vermag. Ein erfahrner Schiffer, „der die bekanntlich gefährlichsten Meere, den Canal, das deutsche und irländische Meer wiederholt in Stürmen befahren hat, bedauert hier die Geistesschwäche derjenigen, die die Dampfbothe auch jezt noch nicht jedem anderen Schiffe vorziehen.“

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