Titel: Stahl von Hrn. Heyder zu Ronsdorf bei Elberfeld.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1826, Band 19, Nr. LXXVIII./Miszelle 4 (S. 315–316)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj019/mi019078_4

Stahl von Hrn. Heyder zu Ronsdorf bei Elberfeld.

Nach dem Bericht der Abtheilung für Manufacturen und Handel (Verhandl. des Vereins zur Beförderung des Gewerbfleißes in Preußen, Decemberheft 1825. S. 199.) hat dieser Stahl folgende wesentliche Eigenschaften: 1) läßt sich der Heyder'sche Stahl leicht schmieden, und zeigt eine größere Dehnbarkeit unter dem Hammer, als der englische; 2) läßt sich derselbe in seinem kalten Zustande biegen, ohne zu brechen, was mit dem englischen Stahle nicht vorgenommen werden kann; 3) rothwarm geschmiedet und gehärtet, ist er im Bruche dem englischen ganz gleich; 4) rothwarm abgekühlt, gelb, braun und blau angelassen, greift ihn die Feile mehr an, als den eben so gehärteten englischen Stahl; 5) er läßt sich gut schweißen. – Zwei damit verstählte, und dann mit Wasser rothwarm abgehämmerte, wie gewöhnlich gehärtete, Meißel, standen eben so gut als ungeschweißte; 6) die daraus verfertigten Drehhacken, Schlichteisen und Bohrer hielten ihre Schneide auf Guß- und Schmiedeeisen, wie |316| auf zähen und härteren Metall, eben so gut, wie die englischen. Sie brachen nicht so leicht aus, man mußte sie aber etwas weniger anlassen, als die aus englischem Stahle verfertigten. Wenn dieser nähmlich gelbbraun, so muß jener nur gelb angelassen werden. 7) Ein aus dem Heyder'schen Stahle verfertigter Polirstahl ersezte durchaus den englischen nicht, er zeigte beim vorsichtigsten Hämmern ungleiche Härte, und blieb flinzig. Es wird bei demselben die besondere Dichtigkeit des englischen vermißt. Was die Feilen betrifft, so sind sie nicht so hart, als die englischen, jedoch härter, als andere; der Hieb ist gut.

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