Titel: Weingeist aus Attich (Sambucus Ebulus).
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1826, Band 19, Nr. CXII./Miszelle 4 (S. 506–507)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj019/mi019112_4

Weingeist aus Attich (Sambucus Ebulus).

Die treffliche Bibliotheca italiana gibt uns in ihrem neuesten Hefte, November 1825, (ausgegeben am 10. Januar 1826), S. 202. in einem Auszuge aus den bei uns zu wenig bekannten Continuazione degli Atti dell' J. R. Academia economico-agraria dei Georgofili di |507| Firenze, T. IV. 8. Firenze 1825. p. p. Piatti,“ eine gedrängte Notiz über die Weise des Hrn. Dr. Giuli, aus Attich-Beeren Weingeist, so gut wie aus Wein, zu bereiten. Dr. Giuli hat sein Verfahren umständlich in einer Abhandlung dieser Continuazione beschrieben. Den Geruch nach Attich benimmt er den Beeren mittelst Kohlenpulvers, mit welchem er den erhaltenen Attich-Branntwein noch ein Mahl destillirt. Der auf diese Weise erhaltene Branntwein dient zu medicinischem und ökonomischen Gebrauche gleich gut, und trefflich zu Tincturen und Rosoli. Er berechnet den Alkohol-Gehalt einer Florentiner-Flasche (fiasco fiorentino), (die beiläufig 3 1/4 Pfd. hält) Attich-Saftes zu 2 Unzen, und den Ertrag einer mit Attich bewachsenen Flache von 660 □ Ruthen, (pertiche quadrate) zu 220 Lire. Wenn man in Italien, wo der Wein so wenig Werth hat, aus Attich-Beeren Branntwein brennen kann; warum lassen wir bei uns, wo wir in mancher Gegend alle Chausseegräben damit gefüllt sehen, diese Pflanze gänzlich unbenüzt? Warum vermehren wir dieselbe nicht auf den unwirthbaren Inseln unserer Flüsse?

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: