Titel: Ueber die Veränderungen, welche einige alte Kupferlegierungen erlitten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1826, Band 19, Nr. CXXXII./Miszelle 10 (S. 589)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj019/mi019132_10

Ueber die Veränderungen, welche einige alte Kupferlegierungen erlitten.

Sir Humphry Davy, Bar. Pres. RS., legte in der am 17. Novbr. 1825 gehaltenen Sizung der Royal-Society einen an ihn gerichteten Brief von Hrn. Dr. John Davy, FRS., über die Veränderungen vor, welche einige alte Kupferlegierungen erlitten. In diesem Briefe beschreibt Dr. Davy, der eine Reihe wissenschaftlicher Nachforschungen am mittelländischen Meere anstellt, die Wirkungen, welche Zeit und Witterung an verschiedenen griechischen Alterthümern hervorbrachten. Das erste Stük, welches er untersuchte, war ein Helm von antiker Form, der in einer seichten Stelle der See zwischen der Citadalle von Corfu und dem Dorfe Castrartis gefunden wurde, und zum Theile mit Muscheln und einem Ueberzuge von kohlensaurem Kalke bedekt war. Die ganze Oberfläche desselben, sowohl jene Stellen, wo sich diese Körper befanden, als jene, an welchen keine zugegen waren, war grün, weiß und roth geflekt. Die grünen Stellen bestanden aus Kupfer-Submuriat und Kupfer-Carbonat; die weißen vorzüglich aus Zinn-Oxid, und die rothen aus oktaëdrischen Krystallen von Kupfer-Protoxid mit Oktaëdern von reinem metallischen Kupfer gemengt. Unter diesen Substanzen war das Metall vollkommen glänzend, und bei der Analyse zeigte es sich, daß es aus Kupfer und 18,5 per Cent Zinn bestand. Ein Nagel aus einer ähnlichen Mischung von einem Grabe bei Ithaca, und ein Spiegel aus einem Grabe bei Samos in Cephalonien besaßen dasselbe Aussehen, die Krystallisation war aber minder ausgesprochen; der Spiegel bestand aus Kupfer mit etwas mehr als 6 per Cent Zinn und geringen Mengen Arsenik und Zink. Eine Sorte alter Münze aus dem Cabinette des berühmten Sammlers von Santa Maura sah eben so aus, und gab ähnliche Resultate; die weißen Incrustationen bestanden aus Zinn-Oxid, die grünen aus Kupfer-Submuriat und Carbonat, und die rothen aus Kupfer-Protoxid; einige der lezteren sahen etwas dunkel aus, was davon herrührte, daß etwas schwarzes Kupfer-Oxid mit dem Protoxide vermischt war. Dr. Davy war nicht im Stande, irgend eine Verbindung zwischen der Composition dieser Münzen und dem Zustande ihrer Erhaltung zu entdeken, indem die Verschiedenheit, welche dieselben in dieser Hinsicht zeigen, vielmehr von den Umständen herzurühren scheint, unter welchen sie den mineralisirenden Kräften ausgesezt waren. Am Schlusse bemerkt Dr. Davy, daß, da es sich nicht voraussezen läßt, daß die Substanz, an welcher sich diese krystallinischen Verbindungen bildeten, aufgelost gewesen sey, die Entstehung derselben einer innigen Bewegung ihrer Theilchen zugeschrieben werden müsse, welche durch die vereinte Wirkung der chemischen Verwandtschaften, der electrochemischen Attraction und der Aggregations-Attraction hervorgebracht wird. Er meint, daß die Anwendung dieses Falles zur Erklärung verschiedener Erscheinungen in der Mineralogie und Geologie dienen könnte. (Aus den Annals of Philosophy. 1825. December. S. 466.)

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