Titel: Hrn. Walter Foreman's Dampfmaschine.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1826, Band 19, Nr. CXXXII./Miszelle 3 (S. 586–587)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj019/mi019132_3

Hrn. Walter Foreman's Dampfmaschine.

Hr. W. Foreman, Commander in the Royal Navy, ließ sich am 7. October 1824 ein Patent auf eine verbesserte Dampf-Maschine ertheilen. Diese Maschine gehört zu den sich drehenden (rotary). Ein senkrechter Cylinder dreht sich in einem feststehenden ringförmigen Gehäuse, welches denselben mittelst des Drukes des Dampfes auf Klappen umfaßt, die mittelst Angeln an dem Cylinder befestigt sind, und welche mittelst eines an einem Hälter in dem oberen Theile des Gehäuses hervorstehenden Rades dicht an denselben angedrükt werden, und durch ihre eigene Schwere aber |587| von demselben sich wieder entfernen, wenn ihre Angeln über den horizontalen Durchmesser hinaus sind. Der Dampf tritt durch eine Rohre an einer Seite des Gefäßes ein, und durch eine ähnliche Röhre an der entgegengesezten Seite heraus, nachdem er auf die Klappen gewirkt hat.

Der Querdurchschnitt des ringförmigen Gehäuses wird ein Trapez geben, dessen Basis zunächst an dem Cylinder länger seyn wird, als sein Scheitel, gegen welchen die beiden Seiten unter gleichen Winkeln sich schief neigen. Die ganze Figur dieses Gehäuses ist also, streng genommen, zu jeder Seite ein sehr flach abgestuzter Kegel, dessen Figur hier nicht so umständlich angegeben werden würde, da sie so wenig merklich, und der Nuzen hiervon so wenig einleuchtend ist, wenn nicht der Patent-Träger dieselbe als eine Hauptverbesserung in Anspruch nähme. Die Klappen müssen daher an ihren Seiten nothwendig nach dem so eben angegebenen Durchschnitte des Gehäuses gebildet seyn, welche Form der Patent-Träger wieder als sein Recht in Anspruch nimmt; diese Klappen sind auch in der die Patent-Erklärung begleitenden Zeichnung als in der anderen Richtung gekrümmt, oder flach gezeichnet, so daß sie dicht an dem Cylinder anliegen, wenn sie durch den oben angebrachten Hälter niedergedrükt werden. Dieser Klappen sind sechs vorhanden, die durch schmale, an dem Cylinder angeschraubte, Kreuzstüke, woran ihre Angeln befestigt sind, von einander getrennt werden. Der Hälter ist hohl, und besteht aus zwei Stüken, von welchen sich eines innerhalb des anderen nach abwärts schiebt, und beide mittelst Schrauben innenwendig in dem Gehäuse luftdicht befestigt sind. Durch diese Einrichtung der einzelnen Theile läßt die ganze Vorrichtung sich nach der Richtung des Halbmessers verlängern, wodurch dem Abnüzen an der Seite nächst den Klappen abgeholfen werden kann. Von diesem Hälter steigt in dem Gehäuse ein Federstük bis nahe an den horizontalen Durchmesser hinab, wo es ein senkrechtes Rad hält, dessen Durchmesser beinahe dem Durchschnitte des Gehäuses gleich kommt. Der Umfang dieses Rades rollt über die Klappen, wie sie unter dasselbe durch die Gewalt des Dampfes hinabgedrükt werden, und drükt sie nach und nach an den Cylinder. Dieses Rad und dieser Cylinder sind das Dritte, worauf der Patent-Träger Anspruch macht.

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Das Repertory of Patent-Inventions bemerkt in Supplement to the I. Volume, daß, da keine Methode beschrieben ist, wie die hier angegebenen Theile luftdicht umhüllt werden können, das luftdichte Zuschleifen derselben, so wie das Aufsezen und die Ausbesserungen, Ausgaben veranlassen werden, die zu beträchtlich sind, als daß diese Maschine mit den gewöhnlichen Dampfmaschinen in Concurrenz kommen könnte.

Vor 30 Jahren hat ein Hr. Cook ein im 3. Bande des Repertory of Arts I. Series beschriebenes Patent auf eine ähnliche Vorrichtung sich ertheilen lassen; allein, auch die daselbst angegebene Verbesserung ward nie in Ausführung gebracht, obschon sie weit einfacher und leichter ausführbar ist, als diese.

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