Titel: Gladwell's, verbesserte Zimmermanns-Hobel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1826, Band 20, Nr. X. (S. 35–37)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj020/ar020010

X. Verbesserter Zimmermanns-Hobel, von Hrn. G. Gladwell, Lower Garden Street, Vauxhall.

Aus den Transactions of the Society of Arts. XLII B. im Repertory of Patent Inventions. Januar. 1826. S. 47.

(Mit Abbildungen auf Tab. II.)

Der Zwek des Hrn. Gladwell, welcher Zimmermann von Profession ist, war, aus einem und demselben Hobel einen Harthobel, Schrothobel, Schlichthobel und Kehlhobel (jack-plane, pannel-plane, smoothing-plane, moulding-plane) zu machen. Dieß bewirkt er dadurch, daß er die Sohle des Hobels beweglich macht, und mittelst einer schwalbenschweifförmigen Furche an dem Körper oder Kasten desselben befestigt.

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Wenn also ein Arbeiter acht Sohlen, flache, convexe, concave, nach verschiedenen Graden und Richtungen, und fünf Eisen, nebst Einem Kasten besizt, so hat er eben so viel, als wenn er acht Hobel hätte, erspart dabei Geld, und hat diese Instrumente leicht tragbar gemacht. Es ist wahr, daß, wenn er oft in der Arbeit wechseln muß, er durch das Wechseln der Sohle Zeit verliert; allein, auch diesen Nachtheil mit in Anschlag gebracht, bleibt noch immer Vortheil bei dieser neuen Einrichtung übrig. Das zur Sohle bestimmte Holz muß gehörig ausgereift und ausgetroknet seyn, damit es sich nicht wirft.

Die Sohle soll, wie Hr. Gladwell sagt, Ein Drittel der Höhe des ganzen Hobels betragen, und mit einer schwalbenschweifförmigen Leiste, (die entweder massiv, oder aufgeleimt oder aufgeschraubt ist) versehen seyn, welche ungefähr drei Achtel Zoll dik, und zwei Zoll breit ist. In den oberen Theil des Hobels ist eine Furche eingelassen, in welcher die Leiste sich schieben läßt. Die Sohle wird am Vordertheile des Hobels eingeschoben, und befestigt sich selbst mittelst zwei messingener Hälter oder Platten, deren eine an dem Rüken des Hobels, die andere vorne an der Sohle angemacht ist. Die am Rüken dient für alle darauf zu befestigenden Sohlen; jede Sohle muß aber vorne ihre eigene Platte haben.

Erklärung der Figuren.

Dieselben Buchstaben bezeichnen dieselben Gegenstände in allen Figuren.

Fig. 13. ist eine Seiten-Ansicht des Hobels. kk, ist die Sohle, oder das Bodenstük des Hobels, welches an den oberen Theil desselben angepaßt ist, mittelst des der Länge nach laufenden Schwalbenschweifes, mm, der hier in punctirten Linien angedeutet ist. n, ist eine Messingplatte, die an die Sohle, k, angeschraubt ist, damit sie nicht zu weit läuft, und, o, eine ähnliche in das obere Stük, ll, eingeschraubte Platte, um das Ende des Schwalben-Schweifes zu halten.

Fig. 14. zeigt die oberen und unteren Stüke einzeln, um den Schwalbeltschweif und die Furche deutlich darzustellen.

Fig. 15. ist eine ausgehöhlte Sohle.

Fig. 16. ist eine convexe Sohle, auf welcher die Kupferplatte, n, aufgeschraubt ist.

Fig. 17. ist eine der Länge nach convexe Sohle.

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Hr. Gladwell erhielt für diese Mittheilung 5 Guineen von der Gesellschaft.9)

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Wenn man weiß, wie oft der Zimmermann bei gewissen Arbeiten mit dem Hobel wechseln muß, und den Zeitverlust bedenkt, der mit dem Wechseln der Sohle nach obiger Erfindung verbunden ist, so wird man diese Erfindung oder Verbesserung nach Werth zu schäzen wissen. Ein Zimmermann.

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