Titel: Ueber Branntwein-Brennerei, nebst den dazu gehörigen Dampf-, Zermalmungs-, Destillations- und Entfuselungs-Apparaten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1826, Band 20, Nr. XIII. (S. 41–52)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj020/ar020013

XIII. Ueber Branntwein-Brennerei, nebst den dazu gehörigen Dampf-, Zermalmungs-, Destillations- und Entfuselungs-Apparaten.

Mit Abbildungen auf Tab. I.

Die Annales de l'Industrie nationale et étrangére, ou Mercure technologique, theilen im October- und November-Hefte des vorigen Jahres den Artikel Destillateur mit, welchen einer ihrer Mitarbeiter für den Dictionnaire technologique bearbeitet hat. Da dieses sehr brauchbare Werk ohnedieß in den Händen der meisten Techniker sich befindet, und die Branntwein-Brennerei aus Wein in Deutschland wohl nie ein Gegenstand von Belang werden kann (Zwetschgen-Branntwein- und Kirschen-Wasser, welche mehr Aufmerksamkeit verdienten, |42| werden zu sehr bei uns vernachläßigt); die Branntwein-Brennerei aus Roken und Erdäpfeln aber bei uns in Deutschland, wenigstens im nördlichen, in einem vollkommneren Zustande sich befindet, als in Frankreich; wollen wir unseren Lesern hier nur den Anhang zu obigem Artikel mittheilen, welcher die Beschreibung einiger gegenwärtig in Frankreich gebräuchlichen Instrumente zur Destillation enthält.

„Probe-Helm. (Alambic d'essai). Die Franz-Branntweinbrenner müssen die Eigenschaft der Weine kennen, die sie zum Brennen kaufen wollen, damit sie den Preis derselben nach der Menge Alkohols reguliren können, den sie enthalten. Man kennt bisher noch kein einfaches Instrument, wie z.B. die Aräometer, durch welche man sich hierüber mit aller Genauigkeit unterrichten könnte. Man muß daher nothwendig zur Destillation seine Zuflucht nehmen, und hierzu hat Hr. Descroizilles einen äußerst sinnreichen kleinen Taschenhelm ausgedacht, der diesem Zweke ziemlich gut entspricht.11) Ich habe jedoch beobachtet, daß die Verdichtung der Dämpfe mittelst der in Wasser eingetauchten Leinwand nicht vollkommen genug geschieht, so zwar, daß die Flüßigkeit beinahe noch immer warm heraustritt, wodurch die Producte unzuverläßig werden. Ich habe diesem Nachtheile durch einen liegenden Gedda'schen Verdichter abgeholfen. Ich habe zugleich auch dem oberen Theile des Kessels eine andere Form gegeben, den man nur dann aufsezt, wann man Pflanzen, Blumen und dergl. destillirt.“

„Der Kessel, A, (Tab. I. Fig. 14.) ist aus Zinn; sein Boden aus verzinntem Kupfer ist nach außen convex; er hat 3 Zoll 6 Linien im Durchmesser, und ist 3 Zoll 9 Linien hoch; er ruht auf einem Ofen, N, aus Eisenblech von gleicher Höhe und von gleichem Durchmesser, mit ihm selbst, der sich einhäkeln läßt. In diesem Ofen befindet sich eine Weingeist-Lampe, die den Apparat erhizt. Der Ofen selbst wird von einer blechernen Büchse, R, getragen, die mit ihm gleiche Hohe und gleichen Durchmesser hat; nur ist sie um Blechdike weiter, damit sie den Ofen in ihrem Inneren aufnehmen kann, und für die Tasche nicht zu groß wird.“

Das Stük, B, (Fig. 16.) ist aus Zinn, und läßt sich auf dem Kessel anbringen, wenn man Pflanzen und Blumen |43| destilliren will. Man hat demselben eine kugelförmige Form gegeben, damit es mehr von den Materialien aufzunehmen vermag. Unter diesem Stüke und über dem Kessel bringt man eine mit vielen Löchern versehene zinnerne Scheidewand an, damit die Pflanzentheile oder Blumen nicht in den Kessel fallen, und keine andere Verbindung mit der Flüßigkeit in demselben haben können, als durch die Dämpfe, welche die Hize daraus entwikelt.“

„Der Helm, C, hat an der Seite eine Dille, welche sich mit dem Kühler oder Verdichter, D, verbindet. Der untere Theil dieses Verdichters ruht auf der Höhe einer Stüze, E, die einem Leuchter etwas ähnlich ist; diese Stüze hat in ihrem Inneren eine Röhre, welche bei, G, heraustritt. Durch das Ende dieser Röhre fließt der Liqueur in den Recipienten, S.“

„Dieser Verdichter wird von einer kegelförmigen Röhre gebildet, die 12 Zoll lang und 2 Zoll an seiner größeren Basis in der Nähe des Helmes, und 18 Linien an seiner kleineren weit ist. Er trägt in seinem Inneren einen Gedda'schen Verdichter, den Fig. 15. im Durchschnitte zeigt. Er ist gegen die Stüze, E, so geneigt, daß das obere Ende des senkrechten Durchmessers seiner kleineren Basis sich in derselben horizontalen Linie mit dem unteren Ende des verticalen Durchmessers der größeren Basis befindet. Außer der großen Oeffnung, die sich im Mittelpuncte der großen Basis des Kühlers befindet, die zur Aufnahme der Dille des Helmes dient, führt er noch drei Röhren, H, I, K, wovon zwei sich auf demselben Grade des abgestuzten Kegels befinden, und die dritte, I, gegenüber auf dem entgegengesezten Ende des Durchmessers steht. Die Röhre, K, welche vier Zoll lang ist, nimmt in ihrem Inneren die Röhre des Trichters, M, auf, der der Behälter des kalten Wassers ist. Die Röhre, H, an dem anderen Ende ist Ein Zoll lang, und von einer anderen Röhre, L, P, umhüllt, die man nach Belieben verlängern kann, um das Wasser in einen darunter gestellten Behälter ablaufen zu lassen. Diese beiden Röhren stehen nur mit dem Kühler in Verbindung. Die Röhre, I, läuft durch das untere Wasser des Kühlers, und steht mit dem Verdichter in Verbindung; durch diese Röhre fließt das Product der Destillation ab.“

„Alle Stüke dieses Apparates sind aus feinem Zinne, und alle Theile derselben, die in einander passen müssen, sind mit |44| einer Kehle versehen, auf welcher in der Drehebank einige Furchen eingeschnitten werden, damit das Werk, mit welchem man dieselben umhüllt, desto besser darauf hält.“

„Dieser Apparat wird auf folgende Weise aufgestellt. Wenn man Wein destillirt, braucht man nur den Kessel, A, den Helm, C, und den Ofen, N; das Stük, B, dient bloß zur Destillation der Blumen; wenn man es aber wegläßt, würde der Apparat in Hinsicht auf die Stüze, E, deren man sich in jedem Falle bedienen muß, zu niedrig ausfallen. Man kehrt dann die blecherne Büchse, R, so um, daß ihre Mündung auf den Tisch kommt, stellt den Ofen, N, auf den Boden derselben, und darauf den Kessel, in welchen man drei Deciliter Wein gießt. Man sezt ferner den Helm, C, darauf, und befeuchtet das Werk an demselben mit etwas Wasser, um es aufschwellen zu machen, drükt dasselbe etwas während des Drehens, und diese Verschließung dient statt alles Verkittens. Man verbindet die Dille des Helmes, dessen Werk man befeuchtet hat, mit dem Halse des Kühlers, und stüzt denselben, indem man ihn oben auf den Halter, E, legt, nachdem man die kleine Röhre, I, in die untere Röhre eingestekt hat. Man zündet endlich die Lampe an, die man mit Weingeist gefüllt hat.“

„Während der Wein sich erhizt, richtet man die Röhre, LP, vor, nachdem man das Werk des Halses, H, befeuchtet hat, und leitet das Ende, P, rechts oder links, je nachdem die Umstände es erfordern; stellt den Trichter, M, an seine Stelle, und öffnet den Hahn desselben, Q. In den Trichter gießt man so lang kaltes Wasser, bis es durch die Röhre, P, in ein darunter gestelltes Gefäß abfließt. Wenn der Helm anfängt sich zu erhizen, wird man bald die ersten Producte der Destillation übergehen sehen. Unter die Röhre, G, stellt man einen Recipienten, welcher entweder eine Flasche mit umgekrümmtem Halse, oder Descroizilles's Röhre seyn kann, die man immer mit Vortheil bei sich haben wird. Wenn man sich dieser lezteren bediente, so hat man, nachdem die Flüßigkeit bis oben an dem graduirten Maßstabe hinaufgestiegen seyn wird, ein halbes Deciliter aufgesammelt. Man nimmt nun die Röhre weg, stellt eine Flasche unter die Röhre, G, und schüttelt den erhaltenen Alkohol, um ihn gehörig zu mengen, worauf man ihn mit dem Aräometer prüft. Er muß mehr |45| als 18 Grade zeigen. Man gießt ihn in eine Flasche, die man verstopft, und stellt die Röhre an ihren Plaz, nachdem man die Flüßigkeit, welche während dieser Operation überlief, in dieselbe gegossen hat.“

„Man prüft das zweite Product; wenn es wenigstens 18° zeigt, mengt man es mit ersterem, mischt es genau mit demselben, und prüft es neuerdings mit dem Aräometer. Auf diese Weise fährt man so lang fort, bis alle Flüßigkeiten zusammengemengt 18° zeigen. Alles was man später sammelt, und was weniger als 18° gibt, muß bei Seite gestellt werden; diese Producte sind zu schwach. Aus der Zahl der erlittenen Deciliter sieht man bald; wie viel der Wein an 18 grädigem Alkohol enthält.“

„Eben dieser Apparat kann auch zur Destillation der Blumen dienen; man nimmt dann die blecherne Büchse in Fig. 14. weg, die sich unter dem Ofen befindet, und gießt Wasser, Weingeist oder Wein, nach Umständen, in den Kessel; sezt den Aufsaz, B, Fig. 16. auf eine Scheidewand an seinem Boden; streut auf diese die Blumen, ohne sie anzuhäufen, und legt eine zweite Scheidewand darüber, und dann den Helm etc., wie wir oben angezeigt haben. Dieser Apparat wird dadurch eben so hoch, wie vorher, indem die blecherne Büchse eben so hoch ist, wie der Aufsaz, B.“

Fig. 15. stellt den Kühler im Durchschnitte dar. Man sieht hier den Verdichter, aa; die Röhren, H, I, K; die Röhre, b, welche das Wasser mit jenem des Kühlers in Verbindung bringt, damit ununterbrochener Umlauf Statt hat, und eine Verbindung zwischen, c und d.

Von dem Dampfkessel.

Fig. 17. zeigt den auf seinem Ofen aufgestellten Dampfkessel im Durchschnitte. Der Kessel, A, ist aus Kupfer, mit seinem Dekel, B, versehen, welcher auf den Hals des ersteren mittelst des Moulfarine-Seharnier-Reifes angepaßt wird.“

„Der Dekel, B, hat eine umgebogene Röhre, CD, welche den Dampf überall hinleitet, wo man desselben bedarf. Diese Röhre hat in dieser Absicht an ihrem Ende, D, eine Vorrichtung mit einer Schraube, die wir, so wie das Moulfarine-Gewinde, in einem anderen Hefte beschreiben werden, und hier mit dem Nahmen Knopf (noeud) bezeichnen. Diese Art von Zusammenstellung ist die bequemste. Die Sicherheits-Röhre, |46| EF, dient zugleich zur Erneuerung des Wassers in dem Kessel, und läßt das Wasser durch die Oeffnung, E, entweichen, wenn der Druk in dem Kessel zu groß wird. Sie senkt sich in den Kessel bis auf 5 Centimeter über dem Boden. Eben diese Röhre gibt auch dem Dampfe Ausweg, und zeigt dadurch, daß der Kessel Wasser nöthig hat.“

„Der Hahn, G, dient zur Bestimmung der Höhe des Wassers in dem Kessel, wann man ihn füllt. Man öffnet ihn immer, wann man bei anhaltender Arbeit den Kessel füllt. Er hat hier einen doppelten Dienst: einmahl denjenigen, den wir angedeutet haben, und dann Luft einzulassen, und dadurch die Gefahr des Einsaugens zu beseitigen.“

Fig. 18. zeigt den Durchschnitt dieses Ofens. Man sieht hier den Rost, AB; die Stüzen aus Mauerwerk, C, D, E, F, G, H, I, J, welche den Kessel tragen müssen; die ungleichen Räume, a, b, c, d, e, f, g, welche sie zwischen sich lassen, gewähren der Flamme freien Durchgang, welche auf diese Weise in einen kreisförmigen Gang um die Seitenwände des Kessels gelangt, wie man in dem Durchschnitte Fig. 17. sieht, und von da um den Kessel.“

„Dieser Kessel ist für eine Dampf-Erzeugung von 84 Kilogrammen Dampf in Einer Stunde berechnet, unter der Voraussezung, daß er mit siedendem Wasser gespeist wird; denn, wenn man Zeit mit dem Heizen des Wassers verlieren müßte, würde er eine geringere Menge Dampfes liefern. Bis zur punctirten Linie, aa, hält er 230 Liter, und 306 bis zur Füllungs-Linie, bb.“

„Es würde sehr leicht seyn, den Kessel immer mit siedendem Wasser zu speisen, wenn man über demselben einen anderen kleinen kupfernen Kessel anbringt, den man mit Wasser füllt, welches durch die aus dem unteren Kessel entweichende Hize geheizt wird. Auf diese Weise könnte man viel Brenn-Material ersparen.“

Kufe zum Kochen der Erdäpfel mittelst Dampfes.

Fig. 19. stellt eine kegelförmige Kufe, A, aus eichenen Dauben vor, welche mit eisernen Reifen und an ihren beiden Enden mit eingesezten Böden versehen ist. Die ganze innere Fläche muß mit Kupfer oder Blei ausgefüttert seyn, um ihr |47| die gehörige Festigkeit zu geben.12) Sie ist für 900 bis 1000 Kilogramme Erdäpfel, oder 1280 Liter berechnet; darf aber nothwendiger Weise nicht ganz gefüllt werden, weil die Erdäpfel sich während des Siedens aufblähen.“

Fig. 20. zeigt den oberen Boden. Er ist mit einem Falldekel, A, versehen, der sich in einem Gewinde dreht, und nach Belieben öffnen oder schließen läßt. Dieser Falldekel wird mittelst der Hälter, B und C, auf dem Boden befestigt.“

„Die Röhre, F, Fig. 19., ist zur Einführung des Dampfes bestimmt, und ihre innere Oeffnung ist mit einer durchlöcherten schiefen Fläche geschüzt. Dadurch werden die Erdäpfel gehindert, die Röhre, F, zu verlegen, und dem Dampfe den Zutritt zu verwehren. Sie dient ferner, so wie die schiefe Fläche, H, an der gegenüberstehenden Seite, dazu, daß keine Erdäpfel bei dem Ausleeren in den Winkeln der Kufe zurükbleiben.“

Maschine, die in Dampf gekochten Erdäpfel in einen Brei zu verwandeln.

„Diese Maschine ward im J. 1817 von Hrn. Thierry 13) erfunden. Die Haupttheile derselben sind zwei Cylinder, die wir in allen ihren Theilen genau beschreiben müssen. Innenwendig sind sie aus hartem Holze, und bilden zwei abgestuzte Kegel, welche an ihrer größeren Grundfläche mit einander verbunden sind; diese Grundflächen befinden sich in der Mitte der Länge des Cylinders, dessen Höhlung sie beinahe gänzlich ausfüllen. Sie sind auf eisernen Achsen aufgezogen, welche sowohl als Stüze als zur Bewegung derselben dienen. Mehrere eiserne Reife von gleichem Durchmesser mit demjenigen, der die große gemeinschaftliche Basis beider abgestuzter Kegel umfängt, bilden das Gerippe des Cylinders, und ein Geflecht aus Eisen-Draht, dessen Löcher eine halbe Linie im Gevierte haben, bedekt dieses Gerippe, und bildet die Hülle des Cylinders. Dreiekige Zink-Platten bilden Scheidewände zwischen den abgestuzten Kegeln und dem Cylinder, und dienen, der Maschine mehr Festigkeit zu geben.“

|48|

„Das Metall-Geflecht, welches die convexe Oberfläche der Cylinder bildet, ist mit den gehörigen Maschen oder Löchern versehen, fest aufgerollt, und an den Reifen aufgenäht und befestigt, welche die Oberfläche dieses Cylinders bilden.“

„Diese beiden vollkommen ähnlichen Cylinder von gleichem Durchmesser sind horizontal auf den oberen Querbalken des Gestelles neben einander angebracht, so daß sie sich beinahe berühren. Jeder derselben ist, wie gesagt, mit einer eisernen Achse versehen, welche beide Achsen an den Enden derselben Seite ein eisernes Rad führen. Diese Räder haben verschiedenen Durchmesser und eine verschiedene Anzahl von Zähnen. Beide Cylinder drehen sich nach entgegengesezten Seiten mit ungleichen Geschwindigkeiten, zerreißen die Erdäpfel, und treiben durch Druk den Brei durch das Metall-Geflecht, von welchem es auf die hölzernen Kegel fällt, deren Oberflächen sehr geneigt sind, und von welchen es dann in eine untergestellte Kufe fällt.“

„Diese Kufe ist mit einer Menge kleiner Löcher versehen, durch welche das in den Erdäpfeln enthaltene Wasser in eine andere darunter gestellte Kufe abtröpfelt.“

„Ueber diesen Cylindern ist ein Rumpf angebracht, in welchen die Erdäpfel unmittelbar aus der darüber angebrachten Dampf-Kufe geschüttet werden. Durch diese Stellung der Theile wird viele Arbeit erspart.“

Fig. 22. ist ein Seiten-Aufriß der Maschine von derjenigen Seite, an welcher sich die Räder befinden.“

Fig. 23. ist ein Grundriß der Maschine im Vogel-Perspective.“

„Dieselben Buchstaben bezeichnen dieselben Theile in beiden Figuren.“

„Das Gestell, AAAA, ist aus Eichen-Pfosten fest gezimmert.“

„Die beiden Cylinder, B, C, sind auf die oben angeführte Weise eingerichtet. Die beiden Räder sind von verschiedener Größe, und führen eine verschiedene Anzahl von Zähnen: das Rad, a, hat 18, das Rad, b, 21 Zähne. Ihre Geschwindigkeiten sind folglich ungleich.“

„Der bewegliche Rumpf, D, stüzt sich auf das Gestell bei, c und d, und dient zur Aufnahme der Erdäpfel, um diese auf die Cylinder zu übertragen, welchen er sich so viel möglich nähert, ohne sie jedoch zu berühren.“

|49|

„Die Kurbel, EE, ist auf der Achse des Cylinders, C, angebracht; sie dient dazu, die Maschine in Bewegung zu sezen.“

„Die beiden Bretter, F und G, dienen zur Leitung des Breies in die Kufe, H, die unten durchlöchert ist. Der Boden derselben kann aus Weidengeflecht verfertigt seyn. Diese Kufe steht auf einer zweiten Kufe, I, die zur Aufnahme des in den Erdäpfeln enthaltenen Wassers bestimmt ist.“

Kufe zur Umwandlung des Erdäpfel-Breies in Zukerstoff mittelst Schwefelsäure.14)

„Die Kufe, A, Fig. 24., muß fest, und mit Blei ausgefüttert seyn. Sie muß, bis zur punctirten Linie, ab, 1655 Liter fassen.“

„In der Mitte derselben ist ein Rührer, BC, befestigt. Oben laufen 5 starke hölzerne Leisten durch denselben, um die in der Kufe enthaltene Flüßigkeit in Bewegung zu sezen.“

„Ein bleierner Schlauch, DE, dient, den Dampf in die Kufe, A, zu leiten. An der Mündung, D, ist der oben erwähnte Knopf, mittelst dessen man die Röhre, welche den Dampf von dem Kessel herbeiführt, verbinden kann.“

„In F, ist der Auslaß-Hahn.“

Fig. 25. zeigt dieselbe Kufe von oben. Eine bewegliche Fallthüre, A, läßt sich wegnehmen, wenn man die Flüßigkeit in die Kufe eingießen will; man schließt sie hierauf wieder mittelst der Hälter, B und C.“

„Man sieht in dieser Figur einen Hahn, D, den man in Fig. 24. nicht wahrnimmt. Dieser Hahn muß drei bis vier Centimeter von dem Boden der Kufe angebracht seyn; er dient zum Ablassen des Bodensazes, der sich bei dieser Arbeit erzeugt.“

Apparat zur Entfernung des üblen Nachgeschmakes der Branntweine.

„Dieser Apparat besteht aus mehreren Eimern, A, B, C, etc. (Fig. 26.) von Einem Fuß im Durchmesser, und von 2 Fuß |50| Höhe, die mit eisernen Reifen versehen und gehörig gebunden sind; über dem Boden derselben befindet sich in einer Höhe von zwei Zoll ein Doppel-Boden, welcher, wie der Quell-Bottich, mit vielen kegelförmigen Löchern durchbohrt ist. Auf diesen Doppel-Boden legt man, ungefähr Einen Zoll hoch, eine Lage kurzen Strohes, und, auf dieses Stroh, eine Lage kleiner Bach-Kiesel ungefähr von der Größe einer großen Erbse, welche man mit gestoßener und gewaschener Bäker-Löschkohle, die frei von allem Staube ist, belegt. Auf diese Lagen breitet man ein Stük dicht gewebter Hanf-Leinwand, auf welche eine Schichte sorgfältig gewaschenen Flußsandes gestreut wird.“

„Alle diese verschiedenen Substanzen müssen den Eimer bis auf zwei Zoll von seinem oberen Rande anfüllen. Unter diesem oberen Kreise befestigt man eine Ueberlaufs-Röhre, c, die wohl eingekittet ist, damit die Flüßigkeit nur durch diese Röhre entweichen kann. Auf dieser Röhre befestigt man noch eine andere, d, mittelst des oben erwähnten Knopfes. Diese Röhre, d, wird in eine andere gerade Röhre eingelöthet, die außen einen Trichter führt, und deren unterer Arm zwei oder drei Linien vom Boden des Eimers unter dem Doppel-Boden absteht. Der Eimer, B, hat, wie der Eimer, A, eine Ueberlaufs-Röhre, f.“

„In dem ersten Eimer wird diese Röhre, d, durch eine gerade Röhre, e, ersezt, welche an ihrem oberen Ende einen Trichter führt, in welchen man den zu reinigenden Weingeist einlaufen läßt. Alle übrigen Eimer, mögen deren noch so viele angewendet werden, sind genau, wie der Eimer, B, gebaut, und haben alle, wie dieser, in der Nähe ihres Bodens unter dem Doppel-Boden einen Hahn; der einzige Unterschied findet sich an dem lezten Eimer, der eine Ueberlaufs-Röhre, g, hat, welche nach abwärts gebogen ist, damit der geläuterte Branntwein leichter in den Kübel, und nicht an den Wänden desselben hinabläuft, was sonst leicht der Fall seyn könnte.“

„Man bringt das Faß, E, welches den verdorbenen Branntwein enthält, hinlänglich in die Höhe, damit derselbe frei in den Trichter einlaufen kann, wenn man den Hahn öffnet. Man richtet die Oeffnung des Trichters so ein, daß nur die zum Filtriren nöthige Menge Branntweines ausfließen kann. Der Branntwein läuft unter den Doppel-Boden des ersten Eimers, und steigt durch lezteren, durch die Lage Strohes, durch die |51| Lage der Bachkiesel, der Kohle und des Sandes empor, und sammelt sich über dem lezteren. Dort trifft er die Ueberlaufs-Röhre, und fließt durch diese in den zweiten Eimer u.s.f., bis er in den lezten Eimer, C, gelangt, wo er durch die Röhre, g, in den Kübel, D, fließt, aus welchem man ihn in ein reines Faß überfüllt.“

„Dieser lezte Eimer muß einen Hahn unter seinem Doppel-Boden führen, um alle Flüßigkeit ausleeren zu können, die er enthält, und die man dann nach abwärts filtrirt in einem Gefäße, welches auf eben diese Weise zugerichtet, und unten gleichfalls mit einem Hahne versehen ist, durch welchen man die Flüßigkeit abzieht. Man wäscht das Filtrum, wenn es schmuzig geworden ist.“

„Dieses Verfahren ist uns immer vollkommen gelungen; wir haben aber auch Fälle gehabt, in welchen wir, wenn der Branntwein einen sehr üblen Geschmak zeigte, selbst 8 Eimer anwenden mußten. Wir verfuhren hierbei auf folgende Weise:“

„Wir wendeten anfangs nur zwei Eimer an, und wenn der erste anfing in den zweiten überzulaufen, kosteten wir die Flüßigkeit, die sich oben in dem ersten anhäufte. Als wir den Geschmak desselben nicht rein fanden, brachten wir einen dritten Eimer an, wozu wir, bis der zweite Eimer sich füllte, Zeit genug hatten. Da der Branntwein in dem zweiten Eimer noch nicht rein schmekte, sezten wir einen vierten bei, und so fort, bis der Branntwein einen vollkommen reinen Geschmak darboth, was in dem siebenten Eimer der Fall war, wo wir dann den lezten, C, anbrachten, und dann einen excellenten Branntwein hatten.“

„Nachdem der Branntwein durch alle Eimer durchgelaufen war, und in jedem noch Branntwein war, stellten wir den ersten auf einem Tischchen neben dem zweiten, so daß sein Hahn den Branntwein in den Trichter des zweiten konnte laufen lassen, und stopften die Röhre, d, mit einem Korke zu. Bei Eröffnung des Hahnes Dritte sich dieser Branntwein auf die vorige Weise. Eben dieß geschah auch mit den übrigen Eimern. Was den lezteren betraf, so gab er bei Oeffnung seines Hahnes vollkommen guten Branntwein, und nichts ging verloren.“

„Dieses Verfahren scheint langweilig, und ist es wirklich, wenn man nur mit einem Fasse zu thun hat; in einer Brennerei aber, wo man im Großen arbeitet, darf man nur, wenn |52| alles vorüber ist, alle Eimer ausleeren. Dieses Verfahren ist das Beste, was wir zur Erreichung dieses Zwekes bisher noch kennen gelernt haben.“

|42|

Vergl. Polytechn. Journal Bd. XVIII. S. 340.

|47|

Wir wollen erwarten, daß diese der Gesundheit so gefährliche Fütterung gehörig verzinnt, oder besser, ganz weggelassen wird.

D. Ueb.

|47|

Polytechn. Journal Bd. XV. S. 161. D.

|49|

Das Verfahren zu dieser Operation findet man im polytechn. Journale Bd. XV. S. 240. in der Anmerkung 97 beschrieben. Auf 100 Gewichtstheile roher Kartoffeln werden, wenn sie gedämpft und zermalmt sind, 4 Theile konzentrirte Schwefelsäure in Anwendung gebracht. Die Kartoffeln vorher auf Stärkmehl zu bearbeiten, und dann das reine Starkmehl anzuwenden, ist zu kostspielig und ganz unnüz zu diesem Zweke. D.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Tafeln


Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: