Titel: Verbesserung an den Pumpen-Vorrichtungen.
Autor: Spiller, Joel
Fundstelle: 1826, Band 20, Nr. LXVIII. (S. 252–254)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj020/ar020068

LXVIII. Verbesserung an den Pumpen-Vorrichtungen, worauf Joel Spiller, Mechaniker zu Chelsea, sich am 6. März 1824 ein Patent ertheilen ließ.

Alls dem London Journal of Arts. N. 63. S. 357.64)

Diese Verbesserung besteht darin, „die Bewegungen oder Züge der Stämpel zweier Pumpen so zu reguliren, daß die Menge |253| der gehobenen oder ausgestoßenen Flüßigkeit beständig sich verändert.“

Es sind dieser Patent-Erklärung keine Zeichnungen beigefügt; der Patent-Träger erklärt seine Erfindung nur dadurch, daß er zuerst den Bau und die Wirkung der gewöhnlichen Drukpumpen, und vorzüglich derjenigen erklärt, welche zum Eintreiben des Wassers in eine hydraulische Presse angewendet werden, zu welchem Zweke seine Erfindung vorzüglich bestimmt ist.

Man seze, zwei gewöhnliche Pumpen-Stiefel, mit Fußklappen in der Hauptröhre, wären durch eine Seitenröhre mit einander vereint, und aus dieser Vereinigungs-Röhre entspränge die Entladungs- oder Einsprizungs-Röhre, welche das Wasser zu der Presse führt. Wenn nun die Stämpel in beiden Pumpen mit einander aufsteigen, so füllen sich die Stiefel beider zugleich mit Wasser aus ihren aufsteigenden Hauptröhren, und wenn die Stämpel mit einander niedersteigen (die Fußklappen schließen sich), wird Alles in beiden Stiefeln enthaltene Wasser aus- und in die Entladungs-Röhre hinaufgetrieben. Wenn diese beiden Stämpel abwechselnd auf und niedersteigen, d.h., wenn der eine Stämpel aufsteigt, während der andere niedersteigt, so wird das in einem Stiefel enthaltene Wasser durch die Seiten-Röhre in den anderen Stiefel getrieben, ohne daß etwas davon in die Entladungs- oder Einsprizungs-Röhre gelangt. Wenn nun das Spiel der Stämpel der beiden Pumpen gegenseitig so vorgerichtet ist, daß, wenn ein Stämpel zur Hälfte hinabgedrükt ist, der andere anfängt niederzusteigen, so wird jeder Stoß der Pumpen eine Menge Wassers einsprizen, die der Menge des in Einem der beiden Stiefel enthaltenen Wassers gleich ist.

Der Patent-Träger hat nun die Absicht, das Pumpen damit anzufangen, daß er die beiden Stämpel zugleich auf- und niedersteigen läßt, wodurch bei jedem Stoße eine Menge Wassers entleert wird, die dem gesammten Inhalte der beiden Stämpel gleich ist, und so mit dem Pumpen fortzufahren, daß die bei jedem Stoße eingesprizte Menge Wassers so lang immerdar vermindert wird, bis die Kurbeln der Pumpen-Stangen in entgegengesezte Lage kommen, wodurch dann die Stämpel abwechselnd steigen und fallen, und das Wasser durch die |254| Vereinigungs-Röhre hin und herläuft, ohne daß irgend ein Theil desselben in die Entladungs-Röhre getrieben wird.

Die Art und Weise, wie er diesen Zwek erreicht, besteht darin, daß er die Kurbel-Spindeln der beiden Pumpen durch Zahnräder treiben läßt, welche eine ungleiche Anzahl von Zähnen besizen; diese Räder werden beide durch die gleichförmige Umdrehung eines Zahnrades gedreht, und bringen die Kurbeln immer in verschiedene Lagen gegen einander, indem eine Kurbel schneller läuft als die andere.

Wenn man nun eine hydraulische Presse mittelst dieser verbesserten Vorrichtung ladet, müssen die Kurbeln, welche die Pumpen-Stangen treiben, im Anfange der Arbeit in einer solchen Lage sich befinden, daß sie die Stämpel zugleich steigen und fallen machen, und dadurch so viel Wasser bei jedem Stoße austreiben, als in beiden Stiefeln zugleich enthalten ist. So, wie die Arbeit fortschreitet, wird, da die Kurbeln sich mit verschiedener Geschwindigkeit bewegen, einer der beiden Stämpel schneller laufen, als der andere, und so wird endlich der eine bereits in die Mitte seines Stiefels gelangt seyn, während der andere erst oben an seinem Stiefel anfängt niederzusteigen. In diesem lezteren Falle wird die Menge des bei jedem Stoße in die Entladungs-Röhre eingetriebenen Wassers nur so viel betragen, als in Einem der beiden Stiefel allein enthalten ist, und, wenn dieß so fortgeht, und eine Kurbel immer schneller läuft als die andere, werden sie sich endlich in ganz entgegengesezten Lagen befinden, und die Stämpel werden abwechselnd auf und niedersteigen; das Wasser wird dann nicht mehr in die Entladungs-Röhre getrieben, und das Pumpen wird, wenn es fortgesezt wird, keine Wirkung mehr hervorbringen.

Der Zwek des Patent-Trägers bei dieser Vorrichtung ist, eine gleichförmige Kraft bei dem Treiben der Druk-Pumpe einer hydraulischen Presse hervorzubringen. Bisher war nämlich die Menge Wassers, welche bei jedem Pumpen-Stoße eingetrieben wurde, dieselbe. Da aber der Widerstand der Presse immer größer wurde, nahm auch die Kraft, die zum Treiben der Maschine nothwendig ist, immer zu. Durch die gegenwärtige Vorrichtung wird aber die erforderliche Kraft gleichförmig, und die bei jedem Stoße eingetriebene Menge Wassers wird fortschreitend vermindert.

Wir haben bereits, nach Hrn. Tredgold, von dieser Verbesserung Nachsicht gegeben, wollen indessen Hrn. Spiller's Patent auch noch nach dem London Journal mittheilen. A. d. Ueb.

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