Titel: Hölzerne Stuccadur.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1826, Band 20, Nr. XXII./Miszelle 13 (S. 105–106)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj020/mi020022_12

Hölzerne Stuccadur.

Man löst 5 Theile Flanderschen Leim und einen Theil Hausenblase, |106| beide für sich allein, auf, seiht sie durch, und mengt sie. Die Menge Wassers läßt sich im Allgemeinen nicht bestimmen, indem nicht jeder Leim gleich stark ist: man nimmt überhaupt soviel Wasser, als nöthig ist, daß aus obiger Mischung beim Erkalten eine Gallerte wird. Diese Gallerte hizt man bis auf jenen Grad, bei welchem man nicht mehr vermag den Finger in derselben zu halten, und sezt dann den Staub von jenem Holze zu, aus welchem man das Stucco bereiten will.

Dieser Staub wird entweder aus Raspel- oder feinen Hobelspänen des verlangten Holzes, welche man in einem Ofen troknet, und dann pülvert, oder aus durchgesiebtem Sagemehle verfertigt. Nachdem er auf obige Weise zu einem Teige geknotet wurde, trägt man ihn zwei oder drei Zehntel Zoll dik in einem Model aus Gyps oder Schwefel auf, welchen man, so wie bei gewöhnlichen Abgüssen, mit Lein-Oehl oder mit anderem Oehle bestreicht. Während dieser Teig troknet, rührt man einen zweiten aus gröberem Holzmehle an, und füllt den Model mit diesem lezteren aus, drükt ihn fest ein, und läßt ihn darin troken werden, wo er dann leicht heraus genommen werden kann. Man schneidet die Unebenheiten mit einem Messer weg. Dieses Stucco wird dann dort, wo man es anbringen will, aufgenagelt, und überfirnißt, oder vergoldet. Diese Arbeit geht viel leichter, als Bildhauer-Arbeit. (London Journal of Arts. N. LXII. LXIII. S. 371.)

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