Titel: Ueber Theorie der Mörtel von Hrn. Vicat.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1826, Band 20, Nr. XXII./Miszelle 15 (S. 106–107)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj020/mi020022_14

Ueber Theorie der Mörtel von Hrn. Vicat.

Hr. Vicat verlas in der Société philomatique eine Notiz über die Theorie der Mörtel, welche die Fortsezung seiner auch in unserm Journale befindlichen Abhandlungen ausmacht; aus seinen Versuchen geht hervor, daß die Kieselerde, ohne gallertartig zu seyn, sich mit dem Kalke verbinden könne; daß diese Verbindung selbst dann Statt hat, wenn das Silicium-Oxid von den Säuren nicht angegriffen wird; daß sie sich in einem Zustande von mäßiger Calcinirung in einem größeren Verhältnisse mit Kalk verbindet, als in gallertartigem Zustande. Hr. Vicat erklärt diese scheinbare Anomalie in der Wahl der Verbindungen durch die Einsaugungs-Kraft, welche von der Textur der Substanz abhängt. Die beste künstliche Puzzolana benimmt, beim Eintauchen |107| in gesättigtes Kalkwasser, einer Auflösung von 4 Mahl und 62 Hundertel ihres Gewichtes alles dieses Oxid, während die schlechteste Puzzolona nur 66 Hunderttheilen ihres Gewichtes der Auflösung dieses Oxides den Kalk entzieht.

Hr. Vicat überzeugte sich durch Reagentien, daß in den, mit den Puzzolanen behandelten, Flüssigkeiten keine Spur von Kalk mehr zurükblieb. Er glaubt, daß diese Thatsachen die Theorie bestätigen, welche er im Verlaufe von 12 Jahren in verschiedenen Abhandlungen aufstellte, und daß die direkte Verbindung des Kalkes mit der Puzzolana, und mehr noch die Einsaugungs-Kraft dieser lezteren, die vorzüglichsten Ursachen des Erhärtens der hydraulischen Mörtel sind. (Aus dem Nouv. Bulletin des Sciences par la Société philomatique. 1825. December S. 184.)

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