Titel: Ueber Schiffbaukunst.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1826, Band 20, Nr. XXII./Miszelle 5 (S. 101)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj020/mi020022_4

Ueber Schiffbaukunst.

Es ist sehr erfreulich, einen Kenner und Mann von der Kunst, wie Hr. Gg. Harrey, F. R. S., L. and E., in einem lehrreichen Aufsaze über die Grundprincipien der Schiffbaukunst (so könnte man nähmlich die kleine Abhandlung desselben on naval Architecture in den Annals of Philosophy, Januar 1826 S. 20, betiteln) den Grundsäzen, welche Hr. Major eben daselbst aufgestellt hat, vollen Beifall schenken zu sehen. Versuche, Beobachtung, Analyse, dieß ist es, was in der Schiffbaukunst, wie in jedem Zweige der Physik, Basis alles Wissens seyn muß. Es läßt viel der Theorie nach hersagen: allein, die reine Theorie hat bisher wenig für Schiffbaukunst gethan. Wir brauchen eine Theorie, die auf Erfahrung und Beobachtung beruht, „ohne welche alles Nacht und, Ungewißheit“ ist. Mag der erste Mathematiker in Europa, so lang er will, über die Formen schwimmender Körper speculiren; mag er seine Phantasie mit seinen idealistischen Schöpfungen, so viel er will, erhizen, seine kombinatorische Analysis noch so sehr vervielfältigen und Integrale vom höchsten Grade übereinander aufthürmen; wie es zur praktischen Anwendung kommt, werden seine Formeln beinahe alle Brauchbarkeit verloren haben, und seine goldenen Traume werden verschwunden seyn. Man gebe ihm aber Thatsachen, die aus Erfahrungen abgeleitet sind, als Data für seine Rechnungen, und man wird einen gewaltigen Abstand von seinen früheren Resultaten finden; er wird uns dann mit Sicherheit auf Resultate führen, die alle Erwartungen übersteigen.“

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: