Titel: Ueber Wasser-Räder.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1826, Band 20, Nr. XXII./Miszelle 7 (S. 103)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj020/mi020022_6

Ueber Wasser-Räder.

„Bei geringem Fälle und großer Menge des Wassers, bedient man sich gewöhnlich unterschlächtiger Räder: da aber bei diesen Rädern kaum der dritte Theil der Kraft des Wassers wirklich verwendet wird, so wäre es sehr gut, wenn der Bau der oberschlächtigen Räder unter diesen Umständen angewendet werden könnte. Es ist offenbar, daß, bei oberschlächtigen Rädern ein Theil des Falles verloren geht, welcher der Breite der Eimer gleich ist: es wird daher gut seyn, diese Eimer so enge zu machen, als die Umstände es erlauben. Da aber dann die Tiefe derselben dieselbe bleibt, so muß ihre Länge, und auch die Länge der Achse des Rades verhältnißmäßig vergrößert werden, und daher müßte die Achse in der Mitte oder in gehörigen Zwischenräumen gestüzt werden, was leicht durch Theilung des Rades in mehrere Theile geschehen kann. Bei einem solchen Baue und bei einer langsameren Bewegung des Rades wird man das oberschlächtige Rad besser als das unterschlächtige finden. Es ist überflüssig, Versuche mit gewöhnlichen Rädern zu wiederhohlen, indem Smeaton die genauesten Versuche hierüber angestellt hat, aus welchen erhellt, daß ein oberschlächtiges Rad dann die größte Wirkung hervorbringt, wenn die Geschwindigkeit des selben zwischen 2 und 6 Fuß in der Secunde beträgt; kleinere Räder fordern eine größere, und größere eine geringere Geschwindigkeit. Er fand aber nie, daß dieses Maximum der Wirkung mehr, als zwei Drittel der ganzen Kraft des Stromes betrug, d.h., die Last, welche während einer gegebenen Zeit auf eine Höhe gehoben wurde, die jener des Falles gleich ist, betrug nur zwei Drittel des Gewichtes des verbrauchten Wassers. Der Versuch muß mit einem ganz frei laufenden Rade angestellt werden, das mit keiner Maschine verbunden ist. Das Wasser dringt gewöhnlich mit einer Geschwindigkeit in die Eimer, welche jener des Rades gleich ist, und folglich muß ein Theil des Falles bei Erzeugung dieser Geschwindigkeit verloren gehen; wenn z.B. die Geschwindigkeit 8 Fuß in Einer Secunde beträgt, geht 1 Fuß Fall verloren, was bei einem Fälle von 6 Fuß, Ein Sechstel der ganzen Kraft beträgt. Der Lauf sollte soviel möglich eine todte Ebene seyn, indem die Geschwindigkeit sehr durch den Widerstand des Bodens und der Seitenwände des Canales leidet, während der Widerstand bei dem Wasserfalle viel geringer ist.

Wenn der Fall sehr gering ist, kann der Durchmesser des Rades um vieles größer seyn.

Bei einem Fälle von 30 Fuß wäre es vielleicht gut, zwei Räder unmittelbar über einander zu haben, so daß das untere Rad das Wasser von dem oberen aufnähme, und beide könnten mit derselben Maschine in Verbindung gebracht werden. (A. B. im Glasgow Mechanics' Magazine Nr. CIX. S. 361.)

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