Titel: Straßenpflaster aus Gußeisen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1826, Band 20, Nr. XLVIII./Miszelle 7 (S. 207–208)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj020/mi020048_8

Straßenpflaster aus Gußeisen.

In Hrn. R. Ackermann's Repository of Arts etc. N. 37. III. Series, S. 15, schlägt ein Anglo-Germanicus, (wie auch wir schon früher im polytechnischen Journal gethan haben) vor, die Straßen der Stadt London mit Gußeisen zu pflastern. Vor einigen Jahren hatte man wirklich eine der schönsten Straßen Londons, Piccadilly, mit Gußeisen gepflastert, allein das Pflaster ward bald für die Pferde zu glatt, im Sommer durch die zurükgeworfene Hize zu heiß, und der Glanz, den sie bekam, that den Augen wehe.

Der Anglo-Germanicus schlägt nun Platten aus Gußeisen von 2 Fuß im Gevierte vor, die in Entfernungen von zwei Zoll zu zwei Zoll mit anderthalb Zoll tiefen und halb Zoll breiten Rippen versehen seyn sollen. In der Mitte könnten einige Löcher von der Dike eines Federkieles angebracht werden, um das Wasser durch dieselben in die Bettung einsikern zu lassen, und die Bedekung die aus Sand oder feinem Gerölle bestehen, und ein Zoll dik seyn müßte, aufzunehmen. Eine Seite dieser vierekigen Platte müßte, ungefähr zwei Zoll vom Rande weg, beiläufig um Ein Zoll diker seyn, um einen festen Falz zu bilden, in welchem eine Hervorragung der zunächst daran anstossenden Platte aufgenommen wird, so wie |208| man Parkete einfalzt. Die Reihen könnten untereinander mittelst doppelter Bolzen, die in Augen an der unteren Fläche der Platten angebracht sind, eingelassen werden, oder die Platten könnten in Verband gelegt werden, wo dann die Bolzen nicht nöthig sind. Man könnte die Wasser- und Röhren-Leitungen in den Straßen mit doppelt so starken Gußeisen-Platten belegen, so, daß man die Wölbungen über die leztern ersparte, und alle 30 Fuß könnte die Platte zum Aufheben vorgerichtet seyn, damit man die allenfalls nöthigen Verbesserungen an den Röhren leichter als gegenwärtig, durch das Aufwühlen der ganzen Straße vornehmen könnte. Ein solches Pflaster würde, wenn gleich anfangs theuer, Jahrhunderte dauern, und durch Ersparung der so lästigen Reparaturen, des Schmuzes etc. nicht zu berechnende Vortheile vor jedem Steinpflaster besizen.

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