Titel: Ueber Verschiedenheit der Elasticität des Dampfes bey verschiedener Temperatur.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1826, Band 20, Nr. LXXXIV./Miszelle 10 (S. 314)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj020/mi020084_10

Ueber Verschiedenheit der Elasticität des Dampfes bey verschiedener Temperatur.

Ein Hr. F. D. M. gibt im Mechanics' Magazine N. 129, 11ten Februar 1826, folgende Verhältnisse zwischen der Temperatur des Dampfes und dessen Elasticität an:

Temperatur Elasticität in Metern.
0 0,005
10 0,009
20 0,017
30 0,031
40 0,053
50 0,088
60 0,145
70 0,228
80 0,352
90 0,525
100 0,760
110 1,069
120 1,426
130 1,941

„Man muß bemerken, daß mit Dalton's Apparat, die Temperatur nicht höher als bis auf den Siedepunkt gebracht werden kann; daher die Elasticitäten, welche mit einer Temperatur von mehr denn 100° (am Hundert-gradigen Thermometer) correspondiren, nicht aus Beobachtungen, sondern aus Rechnungen unter der Voraussezung gefunden sind, daß sie nach demselben Geseze fortschreiten, welches sie bey niedrigeren Temperaturen befolgen, und welches wir hier untersuchen wollen.

Wenn die Temperatur in arithmetischer Progression zunimmt, nimmt die Elasticität beynahe in geometrischer Progression zu, und man wird in der That finden, daß ihre Logarithmen mit beinahe gleichen Differenzen wachsen.

Allein, diese Differenzen der Logarithmen, obschon sie nur wenig von einander verschieden sind, bleiben nicht vollkommen gleich, sondern fahren fort langsam abzunehmen, wie die Temperatur zunimmt. Hieraus läßt sich schließen, daß die elastischen Kräfte in etwas geringerem Verhältnisse, als in geometrischer Progression, fortzunehmen.

Laplace hat in seiner Mécanique céleste, Th. IV, p. 272, eine Formel gegeben, die mit großer Genauigkeit die Resultate der Versuche Dalton's, und so das wahre Gesez der Zunahmen der Elasticität des Dampfes darstellt. Wenn p die Elasticität bezeichnet, welche mit der Temperatur t correspondirt, so ist

Textabbildung Bd. 20, S. 314

Nach dieser Formel lassen sich die Elasticitäten für jeden Grad der Temperatur leicht berechnen, man darf nur die Zahl k ( + – 100) – m. (+ – 100)² zu dem Logarithmus 0,76 addiren, um den Logarithmus p zu finden.

Bettancour hat, nach andern Versuchen, dasselbe Gesez aufgestellt. Hieraus läßt sich leicht einsehen, wie ungeheuer groß die Wirkung der Wasserdampfe bey sehr hoher Temperatur seyn muß.

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