Titel: Zubereitung des Mahagony-Holzes zur Verarbeitung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1826, Band 20, Nr. LXXXIV./Miszelle 17 (S. 317–318)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj020/mi020084_17

Zubereitung des Mahagony-Holzes zur Verarbeitung.

Bekanntlich müssen die Schreiner, die gute Arbeit liefern wollen, ihr Mahagony-Holz, und so auch anderes feines Holz, wenigstens ein Jahr lang liegen lassen, um dasselbe ausgrünen oder vollkommen troken werden zu lassen, und dadurch die Interessen eines oft nicht unbedeutenden Capitals verlieren; wenn sie dieß, wie es bey kleineren Stüken von zwei bis sechs Zoll Dike fast immer der Fall ist, nicht thun, so wirft sich die Arbeit.

Um diese Nachtheile zu vermeiden, empfiehlt das Glasgow-Magazine N. 112. Februar 1826 S. 409 ein Verfahren, welches auch auf dem festen Lande hier und da, aber zu wenig allgemein, bekannt ist und angewendet wird, und welches darin besteht, daß man das zuzubereitende Holz in eine dampfdichte hölzerne Kiste legt, und Dampf aus einem Dampfkessel mittelst einer Röhre in diese Kiste auf das Holz leitet, und so dasselbe eine kurze Zeit über einer Temperatur aussezt, die der Siedehize gleich kommt. Anderthalb Zoll dikes Holz ist in zwey Stunden auf diese Weise zubereitet, und troknet hierauf in einer Wärmstube während 24 Stunden hinlänglich aus. Das Holz bekommt dadurch eine schönere Farbe, und die sogenannten grünen Adern verziehen sich auf diese Weise gänzlich, st wie auch alle Insecten und ihre Eier, wenn deren in dem Holze eingenistet seyn sollten, zerstört werden.

Diese Methode, Dampf auf das Holz anzuwenden oder das Holz mit siedendem Wasser zu behandeln, ist nicht neu, vielmehr st alt, als vielleicht |318| der erste Schiffer. Hr. Hare erzählt an oben angeführtem Orte S. 337, die Weise, wie einige Indianer noch heute zu Tage ihre großen Kähne mittelst siedenden Wassers und Schmauchfeuers bereiten, und diese Methode hat viele Ähnlichkeit mit der oben angeführten, so wie mit dem Verfahren unserer Böttcher und Wagner. Sie wählen einen großen starken Baumstamm, schneiden oben von demselben, wo die Höhlung des Bothes werden soll, eine Lage weg, und höhlen den Stamm so aus, daß die Wände der großen Rinne, die dadurch gebildet wird, vier bis fünf Zoll dik bleiben. Den auf diese Weise zugerichteten Baumstamm legen sie an beiden Enden auf zwei gabelförmige Stüzen von der Form eines Y, welche in dem Boden befestigt werden, und so hoch sind, daß man füglich Feuer unter dem Baumstamme anbringen kann. Die Höhlung des Baumstammes wird mit Wasser gefüllt, und unter demselben wird Feuer angezündet. So wie das Wasser warm und der Baumstamm heiß wird, erweitert sich die innere Höhlung, und die äußere Oberfläche des Baumstammes zieht sich zusammen, und wenn die Höhlung sich hinlänglich erweitert hat, werden Querhölzer in die Höhlung eingekeilt, damit diese sich nicht wieder zusammenziehen kann. Zur Verhütung des Anbrennens des Baumstammes von außen wird dasselbe, während das Feuer unter ihm brennt, mit nassen Wischen aus Gras und Schilf immer befeuchtet. Man laßt endlich den Baumstamm kalt werden, höhlt ihn noch weiter aus, und läßt nur Ein Zoll Dike mehr, als die Wände des Bothes haben sollen, wann lezteres vollkommen fertig ist. Nun wird, wie vorher, wieder innen Wasser und aussen Feuer angewendet, das Both in seiner Höhlung wieder durch längere Querhölzer weiter ausgespreitet und dann außen und innen gepuzt, mit den nöthigen Querhölzern versehen, und so vollendet.

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