Titel: Delbeuf's neue Wärmpfannen, die er Gesundheits-Wärmpfannen (Bassinoires sanitaires) nennt.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1826, Band 20, Nr. CVI./Miszelle 12 (S. 406)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj020/mi020106_12

Delbeuf's neue Wärmpfannen, die er Gesundheits-Wärmpfannen (Bassinoires sanitaires) nennt.

Hr. Delbeuf, Kupferschmid zu Paris, rue du Dauphin N. 16., erfand eine neue kupferne Warmpfanne, welche mit siedendem Wasser, statt mit glühenden Kohlen, erwärmt wird. Diese Wärmpfanne ist etwas kleiner, als die älteren, und besteht aus zwei kupfernen Kapseln, welche ihrem größten Durchmesser nach zusammengelöthet sind, eine an der Seite angebrachte Röhre dient als Griff und als Oeffnung, bei welcher das siedende Wasser mittelst eines Trichters eingefüllt wird. Diese Röhre wird mit einem Korkstöpsel verschlossen, an der äußeren Fläche ihres oberen Theiles ist dieselbe mit einem Schraubengange versehen, so daß sie leicht an eine Schraubenmutter angeschraubt werden kann, an welcher ein hölzerner Griff von 2 Fuß Längebefestigt ist. Diese Warmpfanne ist rund und nicht sehr hoch, so daß sie leicht unter die Bettdeke gebracht, und hin und her geschoben werden kann, ohne daß Wasser oder Dampf entweichen kann, indem sie hermetisch verschlossen ist. Hr. Delbeuf schlägt diese Warmpfanne auch zum Warmen der Füße in Wagen vor; zu diesem Zweke nimmt er statt des Griffes eine kupferne Schraubenmutter von 2 1/2 Zoll Länge, welche an das Schraubengewinde der Röhre paßt, und dieselbe vollkommen verschließt. – Dieser Gegenstand hat zwar in Bezug auf Kunst und Erfindung keinen großen Werth, (solche Wärmpfannen sind in einigen Gegenden Deutschlands schon über ein Jahrhundert im Gebrauche), ist aber dessen ungeachtet höchst nüzlich; denn viele Personen, und vorzüglich viele Kranke, können den Kohlendampf durchaus nicht vertragen, während die Hize des siedenden Wassers durchaus Niemand belästigen kann. Bei Reisen im Winter ist diese Warmpfanne ebenfalls sehr zwekmäßig, besonders wenn man sie mit einem wollenen Tuche umgibt, so daß sie länger warm bleibt, und daß die Füße nicht so leicht von derselben abgleiten. – Hr. Delbeuf sagt, man könne das Wasser dieser Warmpfannen wieder erhizen, indem man dieselben aufs Feuer sezt. Wir müssen hier aber bemerken, daß dieses Verfahren, wenn die Erwärmung ungeschikten Personen anvertraut würde, und bei einem zu lebhaften Feuer geschähe, leicht große Nachtheile haben könnte, indem das Wasser eine Explosion verursachen würde, (was da, wo sie schon längst im Gebrauche sind, schon oft und mit viel Unglük begleitet, geschah); man muß daher, um alle Gefahr zu beseitigen, die Schraube und den Stöpsel der Röhre wegnehmen, ehe man die Wärmpfanne auf's Feuer sezt. Der Preis einer solchen Wärmpfanne beträgt 25 Franken. (Aus dem Bulletin de la Société d'Encouragement, N. CCLIX. S. 17.)

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