Titel: Ueber einige neue Substanzen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1826, Band 20, Nr. CVI./Miszelle 21 (S. 409–410)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj020/mi020106_21

Ueber einige neue Substanzen.

In den Annales de Chimie et de Physique. 1826. Januar, p. 108 befindet sich ein Auszug eines Briefes des Hrn. Baup an die Redakteurs dieses Journales, worin von mehreren neuen Substanzen die Rede ist. Hr. Baup fand in dem Harze des Pinus Abies L. eine in vierseitigen Tafeln krystallisirbare Substanz, welche sich bei 14° in 77 1/2 Theile Alkohol zu 88 Hunderttheilen auflöst, in Wasser aber unauflöslich ist; im französischen Colophonium, welches wahrscheinlich von Pinus maritima oder Pinaster herkommt, fand er eine andere, welche in dreiseitigen Tafeln krystallisirt, sich in beinahe 4 Theilen Alkohol auflöst, und in Wasser gleichfalls unauflöslich ist. – Diese beiden Substanzen reagiren wie Sauren; sie verbinden sich sowohl mit den eigentlichen Alkalien als mit den Sauren, und bilden wahre Salze, wovon einige in Wasser und Alkohol, andere bloß in Aether auflöslich) sind. Herr Baup nannte die erste Tannen-Säure (Acide abiètique), die andere Fichten-Säure (Acide pinique). Schon im Juli vorigen Jahres legte er der Société des Sciences natureles de Lausanne eine neue Substanz vor, die er in dem Harze des Arbol a brea (eines unbekannten Baumes von Manilla) fand; sie krystallisirt in sehr glänzenden rhomboidalen Prismen mit schief aufgesezten Endflächen, ist in Wasser ganz unauflöslich, und in beinahe 70 Theilen Alkohol auflöslich; er nennt sie vorläufig Bréïne. Im Harze der Amyris elemifera L. |410| fand er eine, der vorigen sehr ähnliche, Substanz, die er Elémine nennt; sie unterscheidet sich von der Bréïne durch ihre größere Auflöslichkeit in Alkohols und durch ihre Krystallform. Endlich fand Hr. Baup auch in den Erdäpfeln die Solanine, welche Desfosses vor einigen Jahren im Bittersüß etc. und im schwarzen Nachtschatten entdekte, die Knollen enthalten viel weniger davon als die Triebe, die einen sehr scharfen Geschmak besizen.

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