Titel: Nachahmenswerthe Maaßregel der École d'arts et métiers de Chalons.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1826, Band 20, Nr. CVI./Miszelle 31 (S. 414–415)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj020/mi020106_31

Nachahmenswerthe Maaßregel der École d'arts et métiers de Chalons.

Wenn bei uns Schüler in irgend einem Institute, sey es polytechnische |415| oder Forst- oder Bergschule, Gymnasium, Lyceum oder Universität aufgenommen werden, so begnügt man sich allgemein mit den Zeugnissen, welche die Schüler aus den früheren Schulen, die sie durchgemacht haben mußten, ehe sie in diesen Instituten aufgenommen werden können, mitbringen, und man nimmt sie auf, sobald diese Zeugnisse vorteilhaft lauten. In Amerika ist man, belehrt durch die Erfahrung, daß man auch auf anderen Wegen, als durch Kenntnisse, zu vorteilhaften Zeugnissen gelangen kann, langst von dieser verkehrten Methode abgegangen. Man nimmt, beider Aufnahme eines Schülers in irgend eine niedere oder höhere Lehr-Anstalt, keine Rüksicht auf die frühern Zeugnisse, sondern ein Ausschuß der Lehrer dieser verschiedenen Lehr-Anstalten unterwirft jeden, der zu denselben zugelassen zu werden wünscht, einer sogenannten Vorprüfung, und läßt ihn erst dann zu, wenn er bei dieser Vorprüfung einen hinlänglichen Grad von Kenntnissen erwiesen, und dadurch seine Befähigung zu höherm Unterrichte beurkundet hat.

Es ist sehr erfreulich, dieses amerikanische Bildungs-System der Jugend auch in Europa endlich eingeführt zu sehen. Der Hr. Minister des Innern schlug der polytechnischen Schule zu Chalons (École d'arts et métiers de Chalons) eilf Candidaten zur Aufnahme vor. Ohne die früheren Zeugnisse derselben und die Empfehlung des Hrn. Ministers zu berüksichtigen, unterzogen die Lehrer dieses Institutes die Candidaten einer vorläufigen Prüfung, um zu sehen, ob sie zur Aufnahme in dieses Institut hinlänglich befähigt sind. Nur fünf zeigten sich zur Aufnahme geeignet.

Die Société d'Encouragement, die ihr Bulletin immer nur den wichtigsten Gegenständen widmet, hat es nicht unterlassen, den Bericht des Hrn. Silvestre über diese Prüfung in Extenso (N. 258. S. 416) mitzutheilen, um das Publikum auf die Notwendigkeit und die Vortheile dieser einzig zuverläßigen Prüfungs-Methode aufmerksam zu machen.

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