Titel: Bericht des Hrn. Bosc über die Pariser Gesellschaft zur Verbesserung der Schafwolle.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1826, Band 20, Nr. CVI./Miszelle 33 (S. 415–416)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj020/mi020106_33

Bericht des Hrn. Bosc über die Pariser Gesellschaft zur Verbesserung der Schafwolle.

Es bildete sich zu Paris eine Gesellschaft zur Verbesserung der Schafwolle, deren Präsident Hr. de Rainneville, der Vater, und deren Secretär, Hr. Baron de Mortemart-Boisse, ist. Die Theorie und Praxis der Schafzucht, die Erhaltung der schönen Racen in ihrer ganzen Reinheit, die Einfuhr der fremden Racen und die Erzeugung neuer Raten bilden den Zwek dieser Gesellschaft. Sie begünstigt die Verhältnisse der Landwirthe Frankreichs mit jenen anderer Länder, die Verhältnisse zwischen den Eigenthümern der Heerden und den Fabrikanten. Sie macht die Resultate ihrer Arbeiten in einem eigenen Bulletin bekannt; das erste Nro. dieses Bulletins enthält eine Notiz über den Zwek der Gesellschaft, |416| und über die provisorischen Geseze derselben, ein Verzeichniß der Mitglieder und 4 Abhandlungen, unter folgenden Titeln:

1) Recherches agricoles faites en Angleterre en 1826 par Mr. le Baron de Mortemart-Boisse, suivi d'une lettre de la chambre de commerce de Reims et d'une note de Mr. Camille Beauvais.

2) Extrait d'un rapport sur les moyens d'encourager l'importation en France des moutons de Dishley, et sur les produits manufacturiers qu'on en peut retirer, par Mr. d'Autremont.

3) Observations sur le croisement du sang abyssinien et sur le mode d'entretien qu'il convient d'adopter pour la race anglaise, par Mr. de Rainneville père, avec des notes du rédacteur.

Die vierte Abhandlung ist der Plan zu einem Pachtgute für Schafzucht.

In der ersten Abhandlung zeigt Hr. de Mortemart-Boisse die Vorzüge der Einführung der Schafe von der Race von Dishley in Frankreich, die er schon im Bulletin de la Société d'Encouragement, N. CCXL. S. 79. auseinandersezte. Die Vorzüge dieser Race bestehen vorzüglich in ihrer Größe, in der Leichtigkeit der Mast, und in ihrer langen und feinen Wolle. Es finden sich ferner in dieser Abhandlung Thatsachen, welche in Frankreich gesammelt wurden, und welche die Vorzüge dieser Race, als Verbesserungs-Race durch Kreuzung, beweisen, es ist darin die Art der Wiesen, welche denselben zuträglich sind, angegeben; es finden sich darin bestimmte Thatsachen über das Bespringen, das Lämmern, das Säugen, und endlich eine detaillirte Angabe aller, bei der Zucht derselben zu beobachtenden Maßregeln. Die Note des Hrn. Camille Beauvais zeigt, daß es schwer sey, die Race von Dishley in Frankreich zu erhalten, wenn man nicht dieselbe Sorgfalt auf sie verwendet, wie ihr Gründer, der berühmte Bakewell.

Hr. d'Autremont sezt die Vortheile auseinander, welche in Frankreich von den Leicester-Schafen zu erwarten sind. Er zeigt zu diesem Zweke, nachdem er alle Wollenarten Frankreichs mit Einschluß der Merinos durchgegangen hat, daß die lange Wolle dieser Race, bei einem feuchten Klima, und wenn man die Heerden das ganze Jahr über in freier Luft läßt, in mehreren Fallen verwendet werden kann, in welchen die Wolle der Merinos und anderer Racen nicht tauglich ist. Das, was er über Spinnen und Weben der Schafwolle sagt, zeigt einen ausgezeichneten Fabrikanten an. Er bestätigt übrigens die schon bekannte Thatsache, daß die Weiden der Leicester-Heerden für die spanischen Heerden tödtlich sind.

Die Beobachtungen des Hrn. de Rainneville über die Kreuzung des abyssinischen Blutes und über die Art, wie man die englischen Schafe hält, so wie die Bemerkungen des Redacteurs, sind von allen Landwirthen, welche diese Race in Frankreich ziehen wollen, wohl zu berüksichtigen.

Der Plan zu einem Pachtgute für Zucht von Schafen derselben Race endlich enthält Alles, was zum Gelingen derselben, nothwendig ist; es finden sich darin Berechnungen und Versuche, aus welchen Grundsäze hervorgehen, deren Festigkeit sich nicht läugnen läßt. (Aus dem Bulletin de la Société d'Encouragement, N. CCLIX. p. 18.)

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