Titel: Darstellung eines chemisch reinen und blendend weißen Zinkoxyds, vom Administrator Hermann in Schönebeck.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1826, Band 20, Nr. CXXVII./Miszelle 4 (S. 511–512)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj020/mi020127_4

Darstellung eines chemisch reinen und blendend weißen Zinkoxyds, vom Administrator Hermann in Schönebeck.

Schlesisches Zinkoxyd, oder metallischer Zink, werden in Schwefelsäure gelöst, und der Lauge etwas Ueberschuß an Säure zugesezt. Durch die filtrirte Lauge wird nun so lange ein Strom von Schwefelwasserstoff geleitet, als noch ein gelber Niederschlag entsteht. Es ist nothwendig, daß die Lauge einen Ueberschuß an Säure hat, denn ohne diese Vorsicht würde sich das Zink selbst und das Cadmium nicht vollständig niederschlagen. Ist durch Schwefelwasserstoff alles Cadmium, Blei und Kupfer geschieden, so, wird die Lauge filtrirt, und so lange basischer Chlorkalk zugesezt, bis alles Eisen und Mangan geschieden ist. Die Lauge wird nun abermals filtrirt, und zum Krystallisiren in Porzellan-Gefäßen abgeraucht. Das Krystallisiren des schwefelsauren Zinks ist nothwendig, theils um den sich gebildeten schwefelsauren Kalk zu scheiden, theils muß die zulezt bei der Krystallisation übrig bleibende geringe Quantität Mutterlauge weggegossen werden, denn diese enthält gewöhnlich Kobalt und Nikel.

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Der krystallisirte schwefelsaure Zink wird in so wenig als möglich kaltem Wasser gelöst, und der Selenit durchs Filter geschieden. Die filtrirte und verdünnte Lauge wird durch eine Auflösung von reinem kohlensauren Natrum zerlegt, und der Lauge etwas Ueberschuß an Natrum zugesezt. Ein Ueberschuß an Natrum ist deshalb nothwendig, damit der zugleich mit niedergefallene basische schwefelsaure Zink zerlegt werde. Das Oxyd wird nun rein ausgewaschen, getroknet und geglüht. Beim Glühen nimmt das Oxyd eine reine gelbe Farbe an, es gehet diese aber nach dem Erkalten in ein blendend Weiß über. – (Schweigger's Jahrbuch der Chemie und Physik. 1826. H. 2.)

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