Titel: Ueber eine den Schafen tödtliche Grasart
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1826, Band 20, Nr. CXLII./Miszelle 11 (S. 588–589)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj020/mi020142_11

Ueber eine den Schafen tödtliche Grasart

hat Hr. Prof. Dr. Haberle, der berühmte Director des königl. botanischen Gartens zu Pesth, eine sehr interessante Abhandlung de Stipae noxa geschrieben, die die Aufmerksamkeit aller Schafherden-Besizer in hohem Grade verdient, vorzüglich in den mittägigen Gegenden Europas.183) Man bemerkte im J. 1823 eine große Sterblichkeit unter den Schafen in einigen |589| Gegenden Ungerns, und glaubte, es wären die Poken Ursache derselben. Bei genauerer Untersuchung fand man aber, daß es die Samen zweier Grasarten sind, der Stipa pennata, die im Frühjahre, und der Stipa capillata, die im Sommer und Herbste den Thieren in die Wolle kommen, in dieser fortkriechen, bis sie an die Haut des Thieres selbst gelangen, in welche sie schief so eindringen, daß sie endlich dieselbe ganz durchbohren, und nicht bloß zwischen Haut und Fleisch, sondern durch das Bauchfell bis in die Oberfläche der in der Bauchhöhle enthaltenen Eingeweide eindringen, und auch diese verlezen, und in Entzündung und Vereiterung bringen. Man fand sie im Neze und an der Oberfläche des Magens steken. Die Thiere sterben nach und nach an Auszehrung dahin, wenn ihre Haut voll solcher Samen geworden ist, und diese auch, nicht bis an die Oberfläche der Eingeweide der Bauchhöhle gelangten.

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Wir im kältern Bayern haben glüklicher Weise dieses verderbliche Gras nicht zu fürchten. A. h. R.

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