Titel: Chemische Steuer-Frage.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1826, Band 20, Nr. CXLII./Miszelle 17 (S. 590–591)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj020/mi020142_17

Chemische Steuer-Frage.

Hr. de St. Crieq, General-Zöllner in Frankreich, fragte die Acadèmie roy. d. Sciences zu Paris: „Kann, durch chemische Processe, die schwefelsaure Soda nicht bloß das Ansehen, sondern auch den Geschmak des Kochsalzes in einem solchen Grade erhalten, daß man bei dem Verbrauche dasselbe nicht von dem gewöhnlichen Kochsalze unterscheiden kann, und wird, in diesem Falle, die Ausgabe bei einem solchen Processe nicht die Steuer von 3 Decimes „(3/10 Franken)“ auf das Kilogramm „(2 Pfund)“ übersteigen, welcher man sich entziehen will?“ Das Resultat der Untersuchungen der mit dieser Frage beauftragten Commission ist: daß die Regierung den Verkauf der aus Kochsalz bereiteten schwefelsauren Soda (Glaubersalz) steuerfrei erlauben, und selbst dabei noch gewinnen kann (Annales de Chemie. März. 1826. S. 321.)184)

|590|

Es ist sehr artig von dem Hrn. General-Zöllner, daß er die Chemiker fragt, ehe er eine Abgabe oder Steuer auf ein chemisches Präparat legt. Es gibt Länder, wo die Zöllner Mauthen auf Fabrikate |591| und rohe Artikel ausschreiten, wodurch zuerst der Staat und dann der Fabrikant leidet, und am Ende beide zu Grunde gehen müssen, ohne daß sie irgend einen Sachverständigen vorläufig zu Rathe ziehen. A. d. R.

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