Titel: Ueber La Forest's Hanf- und Flachs-Breche
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1826, Band 20, Nr. CXLII./Miszelle 6 (S. 586–587)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj020/mi020142_6

Ueber La Forest's Hanf- und Flachs-Breche

haben wir unser Publicum im Juniushefte des polytechnischen Journales S. 236. Jahrgang 1825 in Kenntniß gesezt, und im Novemberhefte dasselbe vor den Umtrieben eines Patent-Jägers auf diese Erfindung eines Ausländers, die gegen öffentliche Subscription ausgeboten wurde, nach Recht und Pflicht gewarnt. Im Maihefte h. J. zeigten wir an: „daß die La Forest'sche Breche noch nicht im Großen, sondern bloß als Modell ausgeführt ist, auf welchem die vorgelegten Proben verfertigt wurden.“ Wir erhielten inzwischen das Märzheft des Korrespondenzblattes des würtembergischen landwirthschaftlichen Vereins, in welchem ein umfassender officieller Bericht über diese Maschine (nämlich über das Modell) auf S. 158 bis 190. enthalten ist. Dieser Bericht enthält eine Beschreibung des Modells (ohne Abbildung), welcher zufolge die Maschine für den deutschen Landmann nicht geeignet ist, weil, ohne eine Menge anderer Hindernisse, nur, um den Apparat vollständig zu besezen, eilf Personen nöthig sind, und daß sie überhaupt nach dem Urtheile |587| der sachverständigsten Männer Frankreichs das nie leisten wird, was Hr. La Forest so pomphaft davon verkündete. Eine landwirtschaftliche Gesellschaft erklärt laut und ohne Scheu die ganze Sache für eine rein kaufmännische Spekulation, welche nur den Zwek habe, den Erfinder und seine Associès auf Kosten einer Menge Landleute zu bereichern; und andere Vereine warnen vor den pomphaften Worten, mit denen die Sache angepriesen wird. Hr. Arsenne Thiebaut de Berneaud, Redacteur der physikalisch-ökonomischen Bibliothek, sagt im Decemberhefte 1825: „daß die Berichterstatter jener Gesellschaft, auf deren Meinung sich der Erfinder so viel zu Gute thut, durch einen sonderbaren Zufall in der Reihe der ersten Interessenten eingeschrieben seyen, und ruft dem Landvolke zu: „Glaubt ihnen nicht, sie sprechen, sie handeln nur in ihrem Interesse.“ Zum Beweise, daß unser Bericht im Maihefte S. 320. richtig ist, entnehmen wir eine Stelle aus dem Berichte im angeführten Correspondenzblatte des würtembergischen landwirthschaftlichen Vereins, wo es S. 176. heißt: „Die Behauptung, daß der Ertrag an Flachs um ein Drittheil mehr betrage, gründet sich auf den vergleichenden Versuch, welchen die Commission der Société royale machte, und zwar mit 1 Pfd. 8 Loth würtemb. Gewicht (beiläufig 1 1/16 Pfd. bayerisch); wie überhaupt beinahe alle die Versicherungen, und namentlich die Zahlenverhältnisse auf den mit obiger Quantität angestellten Versuchen einzig beruhen. Sollte es nicht beinahe unglaublich scheinen, so kühne Behauptungen aufzustellen, und in die Welt zu verbreiten, für deren Beweis gar nichts angeführt werden kann, als ein Modell von 5/4 Fuß Breite und 1 Fuß Höhe, welches man auf dem Tische operiren läßt? – Und doch ist es so: nie und nirgends war je diese Maschine im Großen ausgeführt, dieß habe ich aus dem Munde der Compagnie sanitaire selbst, dieß spricht diese Compagnie in der physikalisch-ökonomischen Bibliothek laut und öffentlich ohne Scheu aus.182) – Wenn Hr. La Forest (S. 54 u. f. im Recueil) von 20 Zentnern Flachs spricht, die er zum Beispiel nehmen wollte, so entstand diese Summe einzig und allein durch Multiplication obiger – 1 Pfund 8 Loth.“

Wir müssen im übrigen auf jenen umfassenden Bericht verweisen, bis wir unsern Lesern eine getreue Abbildung und Beschreibung dieser Maschine mittheilen können. Auf jeden Fall ist es räthlich, die Versuche im Großen darüber abzuwarten, zumal keine Gefahr auf den Verzug haftet.

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La broie mècanique jusqu'à ce jour n'a encore fonction née qu'en petit et dans son modéle.“ Bibliothèque phys. écon. Decbr. 1825.

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