Titel: Ueber Halfter-Riemen-Hälter.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1826, Band 21, Nr. XVIII. (S. 106–107)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj021/ar021018

XVIII. Halfter-Riemen-Hälter (Fixe-longe), dessen sich die Reiterei bedienen könnte.

Aus den Annales de l'Industrie. N. 74. S. 31.

Mit Abbildungen auf Tab. III. (Im Auszuge.)

Dieser Halfter-Riemen-Hälter besteht aus zwei Stüken, die so in einander eingefügt sind, daß er, wie man auf Fig. 28. sieht, mit aller Bequemlichkeit gebraucht werden kann: die beiden Stüke sind so klein, daß der Reiter sie in der Hand bergen kann. Fig. 28. zeigt ihn im Grundrisse. A, oder der erste Theil desselben, ist ein eiserner Kloben von hinlänglicher Schwere, um den Halfter-Riemen zu ziehen, („ungefähr 1 Pfund“). Der zweite Theil, B und C, ist ein eiserner Ring, mit einem Schraubenbolzen, wie man in Fig. 28 und in Fig. 29. im Detail sieht. D, ist eine Feder, die in der Dike des Eisens des Klobens liegt, und die sich auf, E, stüzt. Diese Feder ist an ihrem Ende, F, mit einem kleinen Zapfen versehen, den man in F, Fig. 30. hervorragen sieht, und der den Ring, G, in Fig. 29 und 30. hindert, aus seinem in dem Kloben angebrachten Gefüge zu treten.

Wenn der Reiter sein Pferd anbinden will, hebt er mit dem Daumen die Feder, D, und macht den Schraubenbolzen los, den er beim Kopfe, B, Fig. 28. ergreift. Fig. 31. zeigt diesen Schraubenbolzen, so wie er in dem Kloben eingefügt ist, und Fig. 30. so, wie er gehalten werden muß, wenn man die Schraube, C, in irgend ein Brett oder einen Baum einschrauben will, um das Pferd daran zu befestigen.

Wenn der Reiter die Schraube noch mit größerer Leichtigkeit einschrauben will, so bringt er den Schraubenbolzen mittelst |107| einer Längen-Oeffnung, m, n, Fig. 28 und 31., in den Kloben zurük. Er darf diesen Ring nur schieben: da er auf dem Zapfen, F, Fig. 28 und 31. sich stüzt, so hebt er die Feder, und schlieft so weit hinein, bis er von diesem Zapfen, der zurükfällt, festgehalten wird. Dann bilden diese beiden Theile, wie man in Fig. 31. sieht, nur Ein Stük: man kann sie besser mit der Hand fassen, und die Schraube leichter in das Holz einschrauben. Man macht hierauf den eisernen Kloben los, indem man die Feder aufhebt, und führt den Halfter-Riemen durch das elliptische Loch, Q, Fig. 32. Gewicht und Form dieser beiden Theile sind so berechnet, daß das Pferd dadurch fest angebunden ist, und sich nicht beschädigen kann.

Fig. 32. zeigt ein Pferd, das den Hinterfuß in dem Halfter-Riemen verwikelt hat.

Fig. 33. ein Pferd, das mit dem Vorderfuße in demselben Falle ist.

Fig. 34. zeigt ein Pferd an einem Pfahle, an welchem der Halfter-Riemen hinabgeglitscht, und das in Gefahr ist, sich zu erwürgen.

Fig. 35. ein Pferd an einem Baume mittelst obigen Halfter-Riemen-Hälters angebunden, und außer aller Gefahr.

Hr. Lecoq, alter Reiter-Officier und Erfinder desselben, theilt hierüber folgende Bemerkungen mit:

Er begreift nicht, wie man eine so einfache Vorrichtung, die jedem Reiter so unentbehrlich ist, so lang übersehen und vernachläßigen konnte. Er schildert die gewiß jedem Reiter nur zu bekannten Nachtheile der Befestigung der Pferde an den bald zu hohen, bald zu niedrigen, Ringen und Löchern an den Krippen und Barnen in den Ställen, die Nachtheile der Hölzer und Strohwische statt der Kloben; mit einem Worte, die Nothwendigkeit mit irgend einem Instrumente versehen zu seyn, wodurch man sein Pferd an dem nächsten besten feststehenden Stüke Holzes mit Sicherheit und Bequemlichkeit für das Thier anbinden kann. Er entwikelt die Nachtheile, die für das Pferd entstehen, wenn es sich mit den Vorderfüßen, und besonders mit den Hinterfüßen, in dem Halfter-Riemen verwikelt, wie die Figuren zeigen.

Die Schrauben sind einen Zoll lang, und mit doppeltem Faden, so daß sie leicht einbeißen; die Kloben aus bloßem Gußeisen, und oval, so daß sie als Griff für den Bohrer dienen.

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