Titel: [Butler's, neue Art von Särgen, um das Stehlen der Leichname nach der Beerdigung zu verhüten.]
Autor: Butler, James
Fundstelle: 1826, Band 21, Nr. LXXVIII. (S. 318–319)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj021/ar021078

LXXVIII. Neue Art von Särgen, um das Stehlen der Leichname nach der Beerdigung zu verhüten, worauf Jak. Butler, Commercial-Road, Parish of Lambeth, Surry, sich am 12. August 1825 ein Patent ertheilen ließ100).

Aus dem London Journal of Arts. May. 1826. S. 236.

Diese neue Art von Särgen besteht darin, den Dekel so auf den Sarg aufzuschrauben, daß er nicht leicht abgenommen, und |319| folglich die Leiche nicht gestohlen werden kann. In dieser Absicht wird der Sarg innenwendig mit eisernen Reifen ausgelegt, welche mit Schraubenlöchern versehen sind. Wenn der Dekel auf den Sarg gelegt wird, werden lange Schrauben (denn auch der Dekel ist mit passenden Schraubenlöchern versehen), durch denselben in die Locher der Reifen hinabgeschraubt, wodurch der Dekel am Boden gehörig befestigt wird.

Die Hauptsache liegt aber in der Art, wie die Schrauben befestigt werden. Statt des gewöhnlichen Quer-Einschnittes in den Schraubenköpfen zum Wiederausziehen der Schrauben sind die Schraubenköpfe selbst dort, wo sonst der Querschnitt ist, in eine Schraube geschnitten, und man bedient sich, statt des Schraubenziehers einer Kurbel oder eines Hebels, womit man die Schraube so tief einschraubt, bis der Kopf derselben in dem Schraubenloche des Dekels versenkt ist, worauf man dann die Kurbel zurükdreht, sie aus dem Schraubenkopfe herausbringt, und dieser sizen bleibt.

Der Schraubenkopf ist Cäment-Stahl; folglich kann man keinen Querschnitt zum Herausziehen in denselben machen; auch kann man kein Instrument in das Loch hineinbringen, indem die Kante der Eisenplatte, in welche der Kopf der Schraube eingesenkt ist, dasselbe nicht fest greifen läßt.

Da man einen der achtungswerthesten Bürger bei uns neulich nicht einmahl im Grabe ruhig ließ, und Gauner, die seine Güte so oft mißbrauchten, so lange er noch über der Erde wandelte, ihn selbst im Grabe noch ausziehen wollten, so wird es vielleicht auch bei uns nothwendig seyn, sich in den Sarg einschrauben zu lassen, wenn man ungestört im Sarge ruhen will, obschon bei uns, wo unsere Aerzte so freigebig mit Aderlassen, Blutegel, Kalomel u. d. gl. sind: daß ihnen 10 p. C. Kranke täglich sterben, die Leichen nicht so theuer sind, als in England, wo man nicht leicht unter 10 Guineen eine erhält: nur im London-Hospital erhalten die Eleven sie um 5 bis 6 Guineen. A. d. Ueb.

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