Titel: Wilson's, Verbesserung an Sammet-Stühlen etc.
Autor: Wilson, Steph.
Fundstelle: 1826, Band 21, Nr. XCII. (S. 389–391)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj021/ar021092

XCII. Verbesserung an Sammet-Stühlen, und Stühlen zu anderen geschnittenen Zeugen, worauf Steph. Wilson, Esq. zu Streatham, Surry, sich am. 7. Oktober 1824 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem London Journal of Arts. N. 65. S. 129.

Mit Abbildungen auf Tab. VIII.

Der Patent-Träger hat die Absicht, einen gewöhnlichen Bandstuhl auf schmalen Sammet anzuwenden, und zwei Grundketten mit einer Ueberkette zwischen beiden anzubringen, um zwei Stüke Sammet, Oberseite gegen Oberseite, auf Ein Mahl zu weben, und durch eine Vorrichtung, die abwechselnd eine Reihe von Messern spielen läßt (mittelst der gewöhnlichen Tretschämel), die |390| auf diese Weise verfertigten Stüke Sammet zu schneiden, und von dem Stuhle zu bringen mit vollkommen fertiger Oberseite.

Fig. 15. Tab. VIII. zeigt den verbesserten Stuhl im Perspective: die verbesserten Theile sind bloß unvollkommen in derselben dargestellt, desto deutlicher aber in den einzelnen Figuren. Das Geschirr ist, der größeren Deutlichkeit wegen, weggelassen.

a, a, ist die Lade mit zwei Reihen von Schüzen, was hier, in Hinsicht auf Sammet-Weberei, als eine neue Vorrichtung angegeben ist.

b, ist die Walze, auf welcher die Faden der oberen Grundkette aufgewunden sind;

c, die Walze für die untere Grundkette;

d, die Walze für die Ueberkette.

Diese drei Ketten laufen durch die Rietstifte der Lade, welche Rietstifte hier ehe etwas tiefer seyn müssen, als gewöhnlich, damit sie drei Faden der Kette aufnehmen können.

Die Schüzen müssen sich in doppelten Reihen in der Lade bewegen, jedoch nicht ganz so, wie im Bandstuhle, wovon die Sammet-Weber, wie der Patent-Träger sagt, den Grund wohl einsehen werden.

Die neue Vorrichtung wird am besten aus Fig. 16. erhellen, wo ein Theil der Lade und des Brustbaumes mit den Ketten, Leitern und Messern für Eine Operation dargestellt ist, und aus Fig. 17., wo zwei Schäfte dargestellt sind, mit drei daran befindlichen Kettenfaden, die durch ihre Leiter laufen.

Nachdem die obere und untere Grundkette durch die Augen des Schaftes oder Geschirres, e, und die Ueberkette durch das Geschirr, f, durchgeführt wurde, wird leztere durch das Auf- und Niedersteigen des Geschirres, wie bei dem gewöhnlichen Weben, abwechselnd bald mit einer Grundkette, bald mit der anderen in Berührung gebracht, und durch das Hin- und Herlaufen der Schüzen damit verbunden, und webt so den Sammet doppelt, indem die Ueberkette der oberen wie der unteren Grundkette gemeinschaftlich dient.

Die Länge des Schnittes oder Haares, das man dem Sammet geben will, hängt von der Entfernung der beiden Grundketten, und diese von den Leitern, g, ab, welche den gewebten Stoff unter die Messer führen.

Diese Messer sind in einer Reihe auf dem Brette, h, aufgezogen, welches mittelst einer Schnur, i, i, i, hin- und hergezogen |391| wird. Diese Schnur läuft nämlich, wie man in Fig. 15. sieht, über Rollen an der Seite des Stuhles hinab zu den Schämeln, und führt durch die gewöhnliche Bewegung dieser lezteren das Brett, h, seitwärts hin und her.

Die Messer, k, sind so gestellt, daß sie zwischen die beiden gewebten Zeuge kommen, und die verbindenden Faden der Ueberkette zerschneiden, folglich auch die beiden gewebten Stoffe von einander trennen, und diese lezteren mit dem sogenannten Schnitte auf ihren Oberflächen versehen, welche sodann auf zwei besonderen Tuchbäumen hinten am Stuhle aufgezogen werden.

Der Patent-Träger sagt, daß mittelst einer ähnlichen Vorrichtung auch breiter Sammet, Plüsch, Felbel (shay) etc. gewebt werden kann, wo aber dann die nöthigen Vorrichtungen an der Lade, an den Rietstiften und Schüzen vorgenommen werden müssen, und das Messer ein langes Messer mit starkem Rüken, wie eine Zapfsäge, seyn muß.

Der Patent-Träger nimmt die Stellung der Grundketten über einander mit der Ueberkette in der Mitte, die beiden gemein ist, und die Leiter, welche die Entfernung dieser Ketten von einander bestimmen, dann die Art, die Messer in Thätigkeit zu sezen, als seine Erfindung in Anspruch.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Tafeln


Orte
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: