Titel: [Wilson's, neue Zeuge mit durchscheinenden und gefärbten Figuren.]
Autor: Wilson, Steph.
Fundstelle: 1826, Band 21, Nr. CVII. (S. 431–432)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj021/ar021107

CVII. Neue Zeuge mit durchscheinenden und gefärbten Figuren, Diophane-Stuffs genannt, auf welche Steph. Wilson, Esqu. zu Streatham, Surry, am 25. Nov. 1824 sich ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem London Journal of Arts. Juli 1826. S. 343.

Mit Abbildungen auf Tab. VIII.121)

Diese durchscheinenden Stoffe bestehen „aus einem festen oder gebundenen Nezwerke auf einem dichten Grunde mit gefärbten Mustern auf demselben.“ Die Art, wie sie verfertigt werden, kann nur ein praktischer Weber, der figurirte Zeuge webt, verstehen.

Die Kettenfaden werden sorgfältig flach auf dem Kettenbaume aufgebäumt, und, wenn dieser im Stuhle aufgezogen ist, werden sie am Rande mit Schnüren gefaßt, um eine starke Sahlleiste zu erhalten. Als Eintrag werden grobe Faden eingeschossen, so daß dadurch ein offenes Gewebe entsteht, und lediglich die Kettenfaden etwas gestüzt werden, während das Muster darauf gedrukt wird. Die eingeschossenen groben Faden werden später ausgezogen, und durch feinere Faden ersezt.

Das auf obige Weise verfertigte Gewebe wird auf die gewöhnliche Art gedrukt mit irgend einem beliebigen Muster; hierauf, wie gewöhnlich, behandelt, um die Farbe haltbar zu machen, und dann gewaschen, um allen Gummi zu beseitigen.

Nachdem der Zeug auf diese Weise behandelt wurde, kommt er wieder in den Stuhl, und einige grobe Faden des Eintrages werden an dem Anfange des Stükes heraus, und die Kettenfaden sorgfältig durch das Rietblatt durchgezogen, und befestigt, wobei man darauf zu sehen hat, daß das Muster nicht in Unordnung geräth, und verzerrt wird. Wie nun das Stük weiter fort gewoben wird, zieht man nach und nach die groben Faden aus.

Dieses weitere Weben geschieht ganz auf die gewöhnliche Weise; das Muster wird, wie gewöhnlich, eingelesen, wo man |432| Figuren weben soll. Man kann, was noch besser ist, sich hierzu auch eines Stuhles à la Jaquart bedienen, den der gegenwärtige Patent-Träger aus Frankreich einführte, und dessen Eigenthümer er im J. 1820 geworden ist. (Vergl. Wilson's und Lambert's Patente, 11. Bd. S. 95 und 255. des London Journal.) (Polyt. Journal Bd. XIV. S. 33.)

Wir liefern die im London Journal gegebene Anzeige wörtlich, obschon wir sie nichts weniger als deutlich genug finden. A. d. Ueb.

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