Titel: Congreve's, Verbesserung an einem Gas-Messer.
Autor: Congreve, William
Fundstelle: 1826, Band 21, Nr. CXLIV. (S. 540–541)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj021/ar021144

CXLIV. Verbesserung an einem Gas-Messer, worauf Sir Wilh. Congreve, Cecil-Street, Strand, am 14. December 1824 sich ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem London Journal of Arts. August 1826. S. 29.

Der Gegenstand dieses Patentes kann kaum eine Erfindung genannt werden; er ist bloß eine Idee, und wurde auch von dem Patent-Träger als eine solche behandelt; er hat sie nicht verkörpert, in nichts umgeschaffen, was gemacht, gebraucht oder verkauft werden kann.

Er fängt mit der Bemerkung an, daß Gas von einer so feinen und elastischen Natur ist, daß man die Volumen desselben mit allen bisher gebräuchlichen Gas-Metern unmöglich genau messen kann, indem sie alle durch mechanischen Druk auf das Gas wirken, der zu zart und zweideutig ist, als daß er einen verläßlichen Maßstab abgeben könnte. Statt des Messens des Volumens des Gases schlägt er daher vor, die Zeit zu messen, die dasselbe nöthig hat, um durch eine gewisse Oeffnung durchzuströmen. Wenn z. V. das Gasometer das Gas unter einem |541| gewissen gleichförmigen Druke austreibt, so geht es unter einer gewissen Dichtigkeit mit einer bestimmten Schnelligkeit durch eine gewisse Oeffnung durch. Wenn also ein Hahn in der Röhre geöffnet wird, die die Lampe mit Gas versieht, und wenn man die Flache der Oeffnung dieses Hahnes genau kennt, so läßt sich die Menge Gases, die während einer bestimmten Zeit durch diese Oeffnung geht, leichter und sicherer, als mit jedem anderen Gasmesser, bestimmen.

Wenn man nun die Menge Gases kennt, die während einer bestimmten Zeit, (einer Stunde) unter bestimmten Umständen durch eine Oeffnung durchströmt, so hat der Gas-Verkäufer nur nöthig zu bestimmen, wie lang der Hahn offen war, und darnach den Preis für die Menge Gases zu bestimmen, welche während dieser Zeit durch die Oeffnung durchzog: wenn der Käufer dasselbe nicht verbrannte, geht es die Gas-Compagnie nichts an.

Um nun genau zu bestimmen, wie lang der Hahn einer Gaslampe offen war, schlägt der Patent-Träger vor, eine Art Uhrwerk an dem Hahne anzubringen, das 100 oder 1000 Stunden lang geht, und durch ein Hebelwerk in Bewegung gesezt wird, sobald man den Hahn öffnet, sobald man den Hahn aber schließt, still stehen muß. Ein Blik auf das Zifferblatt dieser Uhr wird zeigen, wie lange der Hahn offen stand, und man findet die Menge des durchgeströmten Gases durch einfache Rechnung.

Wenn diese einfache Vorrichtung nicht beliebig wäre, und man mehrere Lampen hätte, die aus einer Rohre, die sich in mehrere Aeste theilt, versehen werden, so kann man den Hahn nur' theilweise öffnen, so daß nur eine oder zwei Röhren u.s.f. Gas erhalten, und einen Hebel mit dem Hahne verbinden, der einen Regulator bewegt, und einen Druk auf die Feder der Uhr erzeugt, so daß diese nur ein halb oder nur ein Viertel Mahl so schnell geht, als wenn der Hahn ganz offen ist. Die Entfernung, in welcher der Hahn gedreht werden darf, um 1, 2 oder 3 Aeste zu öffnen, zeigt ein graduirter Maßstab.

Wir sehen nicht ein, wie der Patent-Träger dieß als den Gegenstand eines Patentes betrachten kann, da er keinen besonderen Apparat zur Ausführung seiner Idee angab.

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