Titel: Preis von 5000 Franken auf Verbesserung der durch Wasser getriebenen Säge-Mühlen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1826, Band 21, Nr. XV./Miszelle 2 (S. 82–83)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj021/mi021015_2

Preis von 5000 Franken auf Verbesserung der durch Wasser getriebenen Säge-Mühlen.

„Es gibt in Frankreich, vorzüglich in dem gebirgigen Theile desselben, eine große Menge vom Wasser getriebener Sägemühlen. Die meisten derselben sind aber noch ganz so, wie sie bereits vor mehreren Jahrhunderten gewesen sind; sie sind plump und höchst nachläßig gebaut. Man bearbeitet auf denselben Zimmerholz, Balken und Bretter; selten sind aber alle diese Stüke auf ihrer Oberfläche vollkommen eben und überall gleich dik; selten haben sie jene Regelmäßigkeit, die ihre weitere Verarbeitung erleichterte, und jene Abfälle an Materialien verminderte, welche durch diese Verarbeitung nothwendig werden.“

„Es würde ein großer Schritt zur Vervollkommnung dieses Zweiges der Industrie seyn, wenn man auf diesen Sägemühlen alle jene Verbesserungen einführen wollte, welche seit mehreren Jahren in der Kunst das Holz mittelst Maschinen zu sägen getroffen wurden; Verbesserungen, die man im Auslande mit allem Eifer aufnahm, und die bereits in einigen unserer Fabriken mit dem besten Erfolge eingeführt wurden, und wodurch Holz von jeder Dike in der kürzesten Zeit, mit dem mindesten Verluste an Material und mit dem mindesten Kraftaufwande an Triebkraft gesägt, zugerichtet, gehobelt, und in jeder beliebigen Form zugeschnitten werden konnte, so daß es sogleich von dem Zimmermanne, dem Schreiner, dem Kunsttischler, dem Böttcher18), dem Wagner verarbeitet werden kann. (Vergl. Bulletin Jahrgg. 1806, 13, 15, 18, 19, 22 und 25. [und polyt. Journal, Bd. XVI. S. 136.])“

„Man wird nicht läugnen, daß solche Verbesserungen an den Sägemühlen, die so glükliche Resultate geben, für die Besizer der bisher bestehenden Säge-Mühlen sowohl als für die Bewohner in der Nachbarschaft und die Eigenthümer der benachbarten Wälder höchst vortheilhaft seyn müßte.“

„Um die Einführung einiger dieser Verbesserungen auf unseren alten Sägemühlen zu fördern, sezt die Société d'Encouragement einen Preis von 5000 Franken aus, welcher in der General-Sizung im Julius 1827 Demjenigen zuerkannt werden soll, der in einer vom Wasser getriebenen und im Umtriebe stehenden Säge-Mühle solchen Mechanismus, solche verschiedene Arten von Sägen und Instrumenten eingeführt haben wird, daß dadurch Zimmerungs-Holz von jeder Größe erzeugt, und für die Schreiner |83| zugerichtet, d.h., geschnitten, gehobelt, gefalzt etc., und um einen niedrigeren Preis, als bei den bisher gewöhnlichen Mitteln geliefert werden konnte.“

„Die Preiswerber werden der Gesellschaft vor dem 1. Mai 1827 eine Zeichnung und Beschreibung ihrer Maschinen und mechanischen Vorrichtungen, Muster ihrer Fabrikate, und Zeugnisse über den Umtrieb ihrer Sägemühle, den Preis und die Menge ihrer Producte einsenden.“

„Der Preis wird demjenigen Preiswerber zuerkannt werden, der die Bedingungen dieses Programmes in Hinsicht auf Preis, Güte und Menge der Fabrikate am besten erfüllte.“

„Im Falle, daß der Preis nicht gewonnen würde, behält die Gesellschaft sich vor, denselben zu theilen, und 2000 Franken nur dann zuzuerkennen, wann die Verbesserungen lediglich auf das Sägen des Holzes angewendet wurden, und 3000 Franken, wann sie sich nur auf mechanische Zubereitung des Schreiner-Holzes beziehen.“

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Eine Sägemühle zur Verfertigung der Boden und Dauben zu Fässern, die seit vielen Jahren im Gange und eben so sinnreich als einfach ist, findet sich in Hofr. Schultes Briefen über das österreichische Salzkammergut, 2. B. 8. Tübing. und Stuttg. 1809. bei Cotta, beschrieben und abgebildet. A. d. Ueb.

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