Titel: Sparstöpsel aus Kork.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1826, Band 21, Nr. XV./Miszelle 26 (S. 91)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj021/mi021015_26

Sparstöpsel aus Kork.

Hr. Payen gibt im Bulletin de la Société d'Encouragement, N. 250. S. 66., und Journ. de Chim. med. Jan. 1825. folgendes Verfahren zur Verfertigung wohlfeiler Korkstöpsel an. Man schne der aus einer Korkplatte rechtwinkelige Stüke von der Länge des künftigen Stöpsels und von einer Breite, die dem Durchmesser desselben gleich ist, raspelt beide Flächen vollkommen eben, und legt sie, nach dem Durchmesser, den der Stöpsel erhalten soll, über einander, nachdem man vorläufig die Flächen, welche auf einander zu liegen kommen, mit Leim bestrichen hat. Man umwindet jedes dadurch entstehende Päkchen Kork mit einem Faden, und bringt alle diese Päkchen in einen Zwing-Rahmen, in welchem man die Klammern mit dem Hammer eintreibt, und die Päkchen solang läßt, bis sie vollkommen troken geworden sind, worauf man sie herausnimmt, und wie gewöhnlich zuschneidet und zufeilt.

Um mit großen Stöpseln gut zu stöpseln, muß man sie in verschiedenen Richtungen zwischen einer Preßzange zusammenkneipen, und dadurch erweichen, wo sie dann in die engste Oeffnung licht eingetrieben werden können, ohne kegelförmig seyn zu müssen, welche leztere Form sie so oft nur schlecht schließen oder gar heraustreiben läßt.23)

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Obiges Zusammenleimen der Stöpsel ward in England Gegenstand eines Patentes. Wenn Franzosen, in deren Wäldern der Kork wächst, und Engländer, das reichste Volk auf Erden, Stöpsel zusammenleinen, dürfen wir uns ähnlicher Wirthschaftlichkeit nicht schämen, zu welcher uns die Noth ohnehin bald treiben wird; denn der Kork steigt jährlich im Preise, weil die Korkwälder immer mehr ausgerottet werden.

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