Titel: Vortheile des Abdampfens und Abkochens des Futters für Hornvieh.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1826, Band 21, Nr. XV./Miszelle 34 (S. 93–94)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj021/mi021015_34

Vortheile des Abdampfens und Abkochens des Futters für Hornvieh.

Hr. C. Whitlaw erzählt, daß, als er auf seinen Reisen in Nord-America die Milch in einem Wirthshause so ausgezeichnet gut fand, er den Wirth über die Weise seine Kühe zu füttern fragte. Der Wirth sagte ihm, daß er so schlechtes grobes Heu habe, daß es die Kühe nicht anders fressen können, als wenn er dasselbe vorerst der Einwirkung des Dampfes aussezt. Er zeigte ihm die Futterkasten, die einen durchlöcherten Doppelboden und einen genau schließenden Dekel hatten. Der Dampf wurde aus einem Dampfkessel unter dem Doppelboden in diesen Kasten eingelassen. Diesem schlechten Heue sezte der Wirth auch noch Hechsel zu. Hr. Curwen und Hr. Franklin befolgten seit längerer Zeit auch in England diese Methode bei Erdäpfel-Futter, und bei anderem schlechten Futter.26) (Vergl. Gill's techn. Reposit., April 1826. S. 239.)

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Bekanntlich brühen auch in Deutschland fleißige Landwirthe ihren Hausthieren das gröbere Futter mit heißem Wasser ab; allein, |94| Abbrühen oder Sieden, und Dämpfen, sind zwei höchst verschiedene Operationen. Durch die beiden ersteren wird das Nahrhafte und Schmakhafte ausgezogen, durch leztere wird die Speise erst nahrhaft und schmakhaft; es ist, mit einem Worte, derselbe Unterschied zwischen gedämpftem und gesottenem oder abgebrühtem Futter, wie zwischen gedämpftem (oder wie man in Bayern sagt, gedünstetem) Gemüse und gesottenem und eingebranntem Gemüse. Leider wissen nicht alle Menschen, daß die Thiere einen weit feineren Geschmak haben, als der Mensch, und daß der Mensch allein ein Alles fressendes Thier, animal omnivorum,“ ist; daß folglich die Thiere in Hinsicht auf ihre Nahrung weit sorgfältiger behandelt werden müssen, als der Mensch, wenn sie gedeihen sollen. A. d. Ueb.

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