Titel: Ueber die Siedepuncte verschiedener gesättigter Auflösungen von T. Griffiths.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1826, Band 21, Nr. XXXIII./Miszelle 10 (S. 186–187)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj021/mi021033_10

Ueber die Siedepuncte verschiedener gesättigter Auflösungen von T. Griffiths.

Hr. Griffiths machte eine Reihe von Versuchen, um die Siedepuncte verschiedener gesättigter Auflösungen, und die Menge des bei bestimmten Temperaturen aufgelösten Salzes auszumitteln, und verfertigte darnach eine sehr nüzliche und interessante Tabelle. Er nahm bloß die wichtigeren Salze, und konnte bloß eine geringe Anzahl derselben untersuchen, da die meisten zu leicht auflöslich sind, und auch in der Wärme eine Veränderung erleiden. Zur Bestimmung der Temperatur wendete er folgendes Verfahren an; er sezte das Wasser mit einem großen Ueberschusse des Salzes in einem Porzellan-Gefäße von der Form eines Fasses der Hize einer Argand'schen Lampe aus, und brachte ein Thermometer in die Mitte der Mäßigkeit; wenn sich nun die Auflösung in vollem Sude befand, so bemerkte er genau den Grad am Thermometer; bei seinen Versuchen betrug der Barometerstand 30 Zoll, „(engl.)“

Die erste Reihe in seiner Tabelle enthält die Namen der Salze, die zweite die Menge Salz, welche in 100 Theilen der siedenden Auflösung enthalten ist, und die dritte den Siedepunct.

Namen der Salze. Troknes Salz in 100 Theilen. Siedep. nach Fahrh.
Essigsaures Natrum 60 256°
Salpetersaures Natrum 60 246
Steinsalz 90 240
Salpetersaures Kali 74 238
Salzsaures Ammonium 50 236
Schwefelsaurer Nikel 65 235
Weinsteinsaures Kali 68 234
Salzsaures Kali 30 224
Salpetersaurer Strontian 53 224
Schwefelsaure Bittererde 57,5 222
Saures schwefelsaures Kali unbestimmt 222
Borax (basisch boraxsaures Natrum) 52,5 222
Phosphorsaures Natrum unbestimmt 222
Basisch kohlensaures Natrum unbestimmt 220
Salzsaurer Baryt 45 220
Schwefelsaurer Zink 45 220
Alaun 52 220
Sauerkleesaures Kali 40 220
Sauerkleesaures Ammonium 29 218
Blausaures Kali 55 218
Chlorsaures Kali 40 218
Boraxsäure unbestimmt 218
Schwefelsaures Kali und Kupfer 40 217
Schwefelsaures Kupfer 45 216
Schwefelsaures Eisen 64 215
Salpetersaures Blei 52,5 216
Essigsaures Blei 41,5 215
Schwefelsaures Kali 17,5 215
Salpetersaurer Baryt 26,5 214
Saures weinsteinsaures Kali 9,5 214
Essigsaures Kupfer 16,5 214
Blausaures Queksilber 3,5 214
Aezender Sublimat unbestimmt 214
Schwefelsaures Natrum 31,5 213
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Die in der zweiten Reihe angegebenen Mengen bestimmte er dadurch, daß er einen Theil der siedenden Auflösung wog, das Wasser abdampfte, und das Gewicht des troknen Salzes bestimmte. Es schiene hiernach, daß die auflöslichsten Salze eine größere Menge Salz in troknem Zustande geben, und die höchsten Siedepuncte zeigen müßten; allein mehrere Versuche widerlegten diese Theorie; vorzüglich aber das schwefelsaure Natrum, deren Auflösung bloß 31,5 per Cent enthält, und den Siedepunct des Wassers bloß um Einen Grad erhöht.65)

Die Erhöhung der Temperatur scheint nicht von der Menge des Salzes oder dessen Auflöslichkeit abzuhängen; das weinsteinsaure Natrum, welches sehr leicht auflöslich ist (68 Theile in 100 Theilen Auflösung), siedet bei 234°; eine Auflösung, welche 90 Steinsalz enthält, siedet bei 240°, während jene des essigsauren Natrums, die bloß 60 davon enthält, bei 256 siedet; die Auflösungen von blausaurem Queksilber und saurem weinsteinsaurem Kali sieden bei gleicher Temperatur, während die eine doch 35 per Cent. und die andere bloß 9,5 troknen Salzes enthält.

Von folgenden Auflösungen konnte er, wegen der großen Schwierigkeit sie zu sättigen, die Siedepuncte nicht genau bestimmen, er glaubt jedoch der Wahrheit ziemlich nahe gekommen zu seyn; reines Natrum 420°, eine Auflösung, welche die Kugel des Thermometers zerfrißt; salpetersaures Ammonium 360°, salpetersaures Kupfer 344, Aezkali 316; welches bei fortsteigender Hize schnell zunimmt, Sauerkleesäure 234°, welche bei 250° zunimmt, und sich sublimirt.

Sezt man eine Auflösung von kohlensaurem Ammonium der Hize aus, so scheint sie bei 180° zu sieden, und erhöht man die Temperatur, so verdampft das Salz und verschwindet ganz, wenn das Wasser bis auf seinen Siedepunct gelangt. (Aus dem Quarterly Journal of Science in den Annales de l'Industrie nationale etc. 1826. März. p. 298.)

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Bei dem Versuche schmolzen die Krystalle dieses Salzes durch die Wärme, und kochten in ihrem Krystallisations-Wasser. A. d. O.

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