Titel: Orseille-Fabrikation.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1826, Band 21, Nr. XXXIII./Miszelle 16 (S. 189–190)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj021/mi021033_16

Orseille-Fabrikation.

Man sagt, daß ein Zufall auf den canarischen Inseln (ein p–ss–der Mauleseltreiber) einige Flechten als Farbe-Material zum Roth-, Purpur- und Violettfärben der Wolle und Seide benutzen lehrte. Im J. 1629 blühte die Orseille-Fabrikation im Florentinischen; in Frankreich kannte man sie vor dem J. 1759 nicht, und gegenwärtig erzeugt und verbraucht man deren in Frankreich für Eine Million Franken. Aus der Fabrik des Hrn. Bourget (d. Sohnes, zu Lyon), kommt allein jährlich für 250000 Franken; das Uebrige liefern 6 kleinere Fabriken zu Lyon, 4 zu Paris, 1 zu Amiens, 1 zu Clermont, und eine zu Aurillac (Cantal). Ein Hr. Lafont führte die Fabrikation zu Orseille im J. 1729 ein. Ihm folgte im J. 1765 Hr. Bourget, Vater, der dieselbe sehr vervollkommnete, und dessen Sohn, Hr. J. M. Bourget sie auf den höchsten Grad von Vollkommenheit brachte. Er verfertigt auch das sogenannte Cud-beard der Engländer, und wußte seine übelriechende Fabrik der Nachbarschaft weniger lästig zu machen, als bisher.

Es gibt im Handel zweierlei Sorten roher Orseille: die eine heißt Kraut, (herbe), die andere Erde (terre); leztere hält viele erdige Theile, die man nicht leicht daraus wegschaffen kann. Beide sind Flechten (Lichenes). Von ersterer unterscheidet man 5 Arten, die alle ausländisch sind. Die beste kommt von den canarischen Inseln, wo sie die vom Meere bespülten Felsen bekleidet, die zweite wächst häufig auf den Felsen der Inseln des grünen Vorgebirges; die dritte kommt von den Azoren; die vierte aus Madeira; die fünfte aus Corsika und Sardinien: leztere wird am wenigsten geachtet. Die Erd-Orseille (Parelle) kommt von den Granit-Felsen der Auvergne, |190| der Alpen, Vogesen, Pyrenäen, und findet sich auch auf den Bergen um Lyon und im Forez. Diese hat immer 25 bis 50 p. 6. fremdartige Bestandtheile. (Archiv. histor. et statist. Lyon. Janv. 1826. N. 15. p. 221. Bulletin d. Scienc. technol. Mai 1826. S. 343.)

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