Titel: Steinsäge, Regulator an Windmühlen und Windmühle mit horizontalen Flügeln.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1826, Band 21, Nr. XXXIII./Miszelle 6 (S. 184)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj021/mi021033_6

Steinsäge, Regulator an Windmühlen und Windmühle mit horizontalen Flügeln.

Der Bulletin d. Scienc., technologiques, May 1826. S. 319, enthält einen Bericht, welcher in einer öffentlichen Sitzung der Societé d'agriculture, du commerce et des arts de Boulogne-sur-mer, über eine Steinsäge, die vom Winde getrieben wird, und über die Vorrichtung an dieser Windmühle erstattet wurde. Diese Steinsäge-Windmühle gehört einem alten Schiffbaumeister zu Boulogne, Hrn. Sauvage; sie liefert, nach diesem Berichte, herrliche Resultate, und es ist sehr zu bedauern, daß keine Zeichnung dem Berichte beigefügt ist. Die Stein – oder Marmorsage, die vom Winde getrieben wird, führt zwei Säge-Rahmen, deren jeder 15 Sägen von 10 Fuß Länge, und zwei Polir-Maschinen hat. Die Säge-Mühle schneidet 8 Fuß lange und 3 Fuß breite Marmorblöcke mit aller möglichen Genauigkeit, was vorzüglich der Vorrichtung zugeschrieben wird, da die Sägeblätter immer gezogen und nie gestoßen werden, also nie zittern oder aufspringen können. Der Punct, an welchem die Sägeblätter gezogen werden, bleibt hier nicht feststehend, sondern senkt sich immer, wie die Sägeblätter sich senken, und der Rahmen, der diese führt, bleibt immer horizontal. Ein Sägeblatt von 10 Fuß Länge senkt sich in einer Stunde in einem Marmorblocke von 8 Fuß Länge um 3 Linien. Dieß giebt eine durchgesägte Fläche von 24 □ Zoll in Einer Minute, von 4 □ Fuß in 24 Stunden, und für alle 30 in zwei Nahmen aufgezogene Sägeblätter eine Fläche von 120 □ Fuß. Die Bedienung dieser Rahmen, zum Sand und Wasser auftragen, erfordert nur zwei Menschen.

Die Polir-Maschinen, die die geschnittenen Marmorscheiben (deren man sich zum Pflastern der Gemächer bedient) glätten, liefern in 24 Stunden 120 Platten auf einer Seite polirt.

Diese sehr vortheilhafte Vorrichtung konnte aber nur mittelst eines Regulators an der Windmühle hervorgebracht werden, welcher die Geschwindigkeit derselben bei Windstößen regelt und gleichförmig macht, und der hier so beschrieben ist, daß man ohne Abbildung denselben schwerlich wird nachahmen können. Ohne Gleichförmigkeit der Geschwindigkeit würde sowohl das Legen als das Poliren der Tafeln bei erhöhter Geschwindigkeit unmöglich werden.

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